Allgemeine Bewaffnung und Artilleriewefen.
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einer gewiffen Schnelligkeit aus feinem Lager gezogen, und damit ein befferes
Auswerfen der ausgefchoffenen Patronenhülfe erzielt. Das Zurückdrücken des
Griffbügels vermittelte das Schliefsen der Verfchlufsklappe.
In der Ausftellung des Mufeo de Artille ria befand fich ferner ein fehr
fchön ausgeftattetes Hinterladungs-Gewehr aus dem Jahre 1739, angefertigt von
Gabriel Algora, Büchfenmacher in Madrid, von welchem wir, wenngleich es
keine kriegsmäfsige Feuerwaffe war, doch aus dem Grunde Notiz nehmen, weil
der Erfinder diefes Gewehres fchon die Nbthwendigkeit einer gasdichten
Patrone erkannt, und eine folche in einer principiell der jetzigen Metallpatrone
fehr nahe kommenden Weife zu realifiren verflicht hat. Das Gewehr befitzt ein
Feuerftein-Schlofs. Der Lauf läfst fich wie bei den Lefaucheux- und Lancafler-Jagdgewehren
um ein vor dem Griffbtigel befindliches Charnier nach abwärts
drehen, worauf eine circa fünf Zoll lange eiferne, genau in den Lauf paffende
Ladekammer mittelfl der an derfelben befindlichen Pfanne herausgenommen wird.
Diefe Kammer kann nun entweder mit ledigem Pulver und Blei oder auch
mit einer vorbereiteten Papierpatrone geladen werden, worauf fie wieder in den
Lauf gefleckt und das Gewehr gefchloffen wird.
Amerika. In wahrhaft prachtvoller Auswahl hatte E. Remington
Gewehre feines Syftemes, und zwar nach den in Amerika für die Landtruppen und
die Marine eingeführten, dann nach dem dänifchen, fchwedifchen, fpanifchen und
egyptifchen Modelle ausgeflellt, und damit die weite Verbreitung diefes als Kriegswaffe
ausgezeichneten Gewehres dargethan.
Aufser den bekannten Syftemen von Peabody, Colt und Berdan
fah man in der amerikanifchen Abtheilung: S p r i n g f i e 1 d - G e w e h r e für
die Transformirung mit einer Art Wän zl-Verfchlufs, alle Stadien der Schäftung
und der Erzeugung der einzelnen Gewehrbeftandtheile, verbefferte Sharp e's
Gewehre und Karabiner mit Blockverfchlufs, bei welchen die verticale Bewegung
des Letzteren durch die Drehung des Griffbügels gefchieht, W a r d-B u r t o n’fche
Selbflfpanner mit Kolbenverfchlufs, deffen Feflflellung durch eine getheilte
Schraube ermöglicht wird, endlich L a i d 1 e y-Gewehre, welche eine Modification
des R e m i n g t o n’fchen Syftemes find und auch fchon auf der letzten
Parifer Ausftellung vorhanden waren.
Die Metallpatronen der Union cartri'dge Company gaben Zeugnifs
von der hohen Stufe der Vollkommenheit, auf welcher fich diefer Fabricationszweig
in Amerika befindet.
Wenn wir jedoch das Facit auch der amerikanifchen Kriegswaffen-Expofition
ziehen, fo lautet dasfelbe wie bei den meiften anderen Staaten nur
dahin: Fabrication auf der Höhe der technifchen und militärifchen Anforderungen
flehend, das Vorgeführte aber durchgehends bekannt; auch in Bezug der Repetirwaffen,
welche doch in Amerika zur Zeit des Seceffionskrieges ziemlich rafch
lebensfähig geworden waren, auf der Ausftellung kein Fortfehritt bemerkbar.
Es fcheint uns aber hier die Stelle, eines zur letzterwähnten Waffengattung
zählenden Gewehres Erwähnung zu thun, welches zurZeit der Ausftellung, jedoch
nicht als ein für diefelbe beftimmtes Objedl von dem amerikanifchen Capitän
Meigs nach Wien gebracht und hier mehrfachen Proben unterzogen wurde.
Diefes Gewehr gehört in die Claffe jener Repetirwaffen, welche das Magazin
;m Kolben haben. Letzterer vermag in Folge feiner eigenthümlichen Einrichtung
einen mit 50 Patronen gefüllten eifernen Cylinder aufzunehmen, aus welchem
die Patronen durch einen einfachen Mechanismus in den Lauf gebracht werden.
Nähere Andeutungen über diefen Mechanismus zu geben, geftattet uns die Rückficht
auf das geiftige Eigenthum des Capitäns Meigs nicht, doch müffen wir conftatiren,
dafs der Erfinder zu wiederholtenmalen in Gegenwart von Commiffionen
aus Fachmännern das Verfchiefsen fämmtlicher im Kolben befindlicher Patronen
in dem Zeiträume von 22 bis 25 Sekunden ausführte. Das Laden, Abfeuern und