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Guftav Semrad und Johann Sterbenz.
fchmiedeeifernen Radreife. Bei der Probelaft von 10.000 Kilogramm zeigte
fich keine mefsbare Zufammendrückung der Räder oder Durchbiegung der
Achfe.
Als Protze dient die gewöhnliche Belagerungsprotze. Der Protzhebel ift
am hinteren Ende des Rahmens leicht aufzuftecken und zu befeftigen.
Bei der ausgeftellten Protze waren eiferne, von einem früheren Verfuche her
rührende Räder vorhanden, welche trotz ihrer Leichtigkeit genügten, da fie nur
einen kleinen Theil der Laft aufzunehmen haben, denn die Laftvertheilung auf der
Hinter- und Vorderachfe verhält fich wie 4:1.
Uebrigens können diefe eifernen Protzenräder jederzeit durch die hölzernen
Feld-Laffetenräder erfetzt werden.
Zur Erleichterung des Ganzen können auch die Rahmen-Laufrollen ent
fernt und getrennt transportirt werden.
Bei den innerhalb der Krupp’fchen Fabrik ttattgehabten Verfuchen hat fich
die ganze Tran Sporteinrichtung in allen Th eilen vollkommen
haltbar erwiefen; die Fahrbarkeit foll leicht und die Lenkbarkeit genügend
gewefen fein, und zwei ftarke Pferde auf ebenem Terrain das Fahrzeug mit Rohr
ohne Anftrengung fortbewegt haben. Zur Placirung des Gefchützes in der Batterie
werden, fobald dasfelbe auf die Bettung gefahren ift, die Rahmen-Rollräder ein
gefetzt, dann wird die Transportachfe foweit heruntergefchraubt, bis die vordere
Querverbindung des Rahmens auf dem Pivotbocke aufliegt; hierauf wird abge
protzt und das hintere Ende des Rahmens mit einer Winde foweit heruntergelaffen,
bis die Rahmen-Rollräder auf der Lauffchiene aufftehen, endlich werden die
Transporträder und die Transportachfe abgenommen. Das aufgeprotzte Gefchütz
mit Protze und Zubehör wiegt 8160 Kilogramm.
Die Brauchbarkeit der Laffete wurde durch 26 Schilfs mit 5 bis 71/3 Kilo
gramm prismatifchen Pulvers erprobt, aufserdem aus dem Rohre noch 9 Schufs
mit 6 bis 9 Kilogramm desfelben Pulvers abgegeben.
Die Bettung wiegt complet 2080 Kilogramm; Lagerhöhe der Laffete in
Batterie: 19 Meter.
Die lange 17 - C e n t i me t e r - Kan 0 n e lag in einer Oberdecks-
laffete, die zur Aufteilung im Bug oder Heck der Panzerfchiffe beftimmt und
mit einer Vorrichtung verfehen ift, um leicht und fchnell in eine rückwärtige Zuricht-
ftellung gebracht werden zu können. Zur Hemmung des Rücklaufes dient eine
Reibungsbremfe, für das Nehmen der Seitenrichtung wird der für gewöhnlich auf
den Schienen aufliegende Rahmen auf die Rollen geftellt, zu welchem Zwecke die
hinteren Rahmenrollen excenlrifch gelagert find. Zum Einholen der Laffete ver
wendet man Taljen; das Vorführen wird durch den Gebrauch der rückwär
tigen excentrifchen Laffetenrollen befcbleunigt. Lagerhöhe der Laffete 1020
Meter.
Die lange 15-Centimeter-ICanone war in einer für den Gebrauch auf
den Breitenfeiten von Corvetten und ähnlichen Kriegsfahrzeugen beftimmten
S ch iffsl aff e t e gelagert. Diefe ift eine Rahmenlaffete und hat zum Hemmen
des Rücklaufes eine Schleifbremfe, der als Referve ein Brohktau zur Seite fteht.
Das Ausrennen gefchieht für gewöhnlich durch Schieben mit den Händen, da es
durch die Neigung des Rahmens nach der Bordfeite zu erleichtert wird; bei con
ftanter Neigung des Schiffes nach der entgegengefetzten Seite kann man mit Tal
jen einrennen, die einerfeits in die Seitenaugen des Raperts, anderfeits in
Ringe an der Bordwand eingefchlagen werden. Die Elevation wird durch eine
Zahnbogen-Richtmafchine, die Seitenrichtung durch Taljen genommen, für deren
Anbringung am hinteren Rahmenende Seitenaugen vorhanden find. Für gewöhn
lich ruht der Rahmen auf der Scliwenkfchiene, nur für das Nehmen der Seiten
richtung wird er auf Rollen geftellt. Lagerhöhe der Laffete: 0'9Öo Meter.
Die 15-Centimeter-Belagerungskanone lag in einer eifenblecher-
nen, hohen Laffete mit hölzernen Thonet’fchen Rädern, deren Durchmeffer