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Full text : Allgemeine Bewaffnung und Artilleriewesen (Gruppe XVI, Section 2), officieller Ausstellungs-Bericht

Allgemeine  Bewaffnung  und  Artilleriewefen.

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Laffete  und  Rahmen  beflehen  aus  eifenblechernen,  durch  Bolzen  und
Riegel  verbundenen  Fachwänden;  den  vorangedeuteten  Bremsmechanismus
bilden  folgende  Haupttheile:  die  zwifchen  den  Rahmenwänden  befindliche,  vorn
und  rückwärts  in  metallenen  Lagern  ruhende,  flählerne  Schraubenfpindel  a
mit  vielseitigem  Querfchnitte  und  die  Schraubenmutter  b.
Am  vorderenEnde  der  Schraubenfpindel  ifl  eine  conifche  eiferne  Scheiben
befefligt,  welche  in  die  Ausnehmung  der  auf  dem  vorderen  Schraubenfpindel-Lager
  d  aufgefchobenen,  fchmiedeifernen  Hülfe  (Bremstrommel)  e  pafst.  Die  gegen
einander  flehenden  Flächen  der  Scheibe  und  der  Hülfe  find  mit  Zähnen  verfehen.
Die  Bremstrommel  ift  von  zwei  metallenen  Bremsbändern  /"und  g  umgeben,  welche
mittelfl  Druckfchrauben  mehr  oder  weniger  angezogen  werden  können.  Das
Bremsband  f  hat  immer  eine  conflante  Spannung,  während  jenes  g,  deffen
Schraube  mit  einem  Zeiger  fammt  Scala  in  Verbindung  fleht,  nach  Bedarf  angezogen ­
  und  fo  der  Druck  regulirt  werden  kann.  Die  gufseiferne  Schraubenmutter
hat  eine  Länge  von  20  Zoll  und  befitzt  an  beiden  Enden  mit  Filz  gefütterte  Stopfbüchfen,
  wodurch  das  Ausfliefsen  des  Schmieröles  verhindert  und  das  felbflthätige
Reinigen  der  Schraube  ermöglicht  wird.  Um  das  Verbiegen  der  Spindel  beim
Schiefsen  in  Folge  allenfalfigen  Auffpringens  der  Laffete  zu  vermeiden,  ifl  die
Mutter  mit  derfelben  nicht  verbunden,  fondern  hat  ein  Gufsflück  h,  welches  gegen
die  beiden  auf  der  Mutter  befefligten  Rollen  i  drückt.
Wenn  nun  die  Laffete  zurückfpielt,  reifst  fie  die  Mutter  mit  ficli  und  fetzt
die  Spindel  in  rotirende  Bewegung.  Durch  den  Widerfland,  den  die  Spindel  der
zurückgehenden  Mutter  entgegenfetzt,  wird  die  erflere  zurückgezogen,  und  es
treten  die  Zähne  der  beiden  Flächen  in  Eingriff.  Indem  aber  dadurch  die  Bremstrommel ­
  gezwungen  wird,  an  der  Rotation  der  Spindel  Theil  zu  nehmen,  kommt
die  Reibung  in  der  Bandbremfe  zur  Wirkung,  welche  dann  die  Arbeit  des  Rücklaufes ­
  aufnimmt.
Es  ifl  einleuchtend,  dafs  durch  das  flärkere  Anziehen  der  Bremsbänder-Schrauben
  die  Reibung  beliebig  vermehrt  und  der  Rücklauf  befchränkt  werden
kann.  Am  rückwärtigen  Ende  des  Rahmens  find  Puffer  angebracht  für  den  Fall
eines  zufällig  flärkeren  Rücklaufes.
Soll  die  Laffete  vorwärts  bewegt  werden,  fo  ifl  das  Auslöfen  der  Bandfchrauben
  nichfnöthig,  weil  die  geringfle  Vorwärtsbewegung  der  Laffete  ein  Ausrücken ­
  der  Zähne  bewirkt,  wodurch  die  ungehinderte  Bewegung  der  Schraube  mit
der  conifchen  Scheibe  gefichert  ifl.
Das  rückwärtige  Spindellager  befleht  aus  einer  Mutter  k  und  aus  einer
hohlen,  mit  einem  Hebel  verfehenen  Schraubenfpindel  /.  Wird  letztere  um  180
Grad  nach  links  gedreht,  fo  fchiebt  fie  die  Bremsfehraube,  indem  fie  gegen  einen
Abfatz  derfelben  drückt,  nach  vorwärts,  und  verhindert  auf  diefe  Weife  eine
Annäherung  der  Scheibe  und  dadurch  einen  Eingriff  der  Zähne.
Um  die  freiwillige  Vorwärtsbewegung  der  Laffete  längs  des  Schlittens  bei
den  Schwankungen  des  Schiffes  zu  verhindern,  ifl  am  hinteren  Ende  der  Bremsfchraube
  eine  regulirbare  Bandbremfe  m  angebracht,  welche  mittelfl  einer  Handfpeiche
  fehr  leicht  zur  Wirkung  gebracht  werden  kann.
Aus  diefer  Befchreibung  ifl  zu  entnehmen,  d  afs  die  Bremfe  vollkommen ­
  felbflthätig  wirkt,  und  dafs,  fobald  die  Spannung  der  Bänder  der
Ladung  entfprechend  vorgenommen  worden  ift,  diefelbe  keiner  weiteren  Aufmerkfamkeit
  bedarf,  fo  lange  mit  der  nämlichen  Ladung  gefeuert  wird.
Beim  Vorrollen  der  Laffete  löft  fich  die  Bremfe  von  felbfl  aus,  und  kann
durch  die  Drehung  eines  Hebels  gänzlich  und  dauernd  aufs  er  Thätigkeit  gefetzt
werden,  wodurch  das  Vor-  und  Zurückführen  des  Gefchützes  während  des  Exercirens
  oder  zu  anderen  Zwecken  ermöglicht  ifl.
Die  Einrichtung  zum  Vor-  und  Rückwärtsführen  der  Laffete ­
  befleht  aus  zwei  Stirnrädern  n,  welche  in  die  ovalen  Einfchnitte  der  an  den
inneren  Längenfeiten  des  Rahmens  befefligten  Winkeleifen  eingreifen  und  zugleich
            
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