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Full text: Allgemeine Bewaffnung und Artilleriewesen (Gruppe XVI, Section 2), officieller Ausstellungs-Bericht

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Guflav Semrad und Johann Sterbenz. 
Er ift vorne vier, rückwärts fieben Centimeter breit; an dem Brufttheil 
ift ein mit zwei Kettengliedern und einem Knebel verfehener halbrunder Ring 
aufgefteckt; mit dem Knebel wird die an der Deichfel beteiligte Widerhalt 
kette verbunden. Der Umlaufriemen ermöglicht fonach das Zurückhalten des 
Fuhrwerkes bei Paraden und beim Bergabfahren, und erfetzt den Bruflriemen 
und zum Theil auch den Widerhaltriemen. 
Die Zugftränge, welche vom Zugpunkte bis zur Bracke eine beiläufige 
Lange von 210 Centimeter haben, find ungefchwärzte und uneingefafste Stricke, 
welche längs des Pferdeleibes einfach, im letzten Drittel 'an der Bracke) aber 
doppelt laufen und mit Knebeln verfehen find. ' 
In die Augen der Zugftränge werden die Zugftrang-Anfä tze und diefe 
lodann in den oberen Kummetring eingehängt. 
Das Gefchirr ift aus gefchwärztem Blankleder erzeugt, und fteht bezüg 
lich feiner Einfachheit und Leichtigkeit wohl unübertroffen da. 
Der um den ganzen Leib des Pferdes reichende Umlaufriemen dürfte 
aber bei der angezweifelten Feftigkeit des Kummets die Freiheit der Bewegung 
und Thätigkeit der Gliedmafsen und Lunge, befonders in fchärferen Gangarten, 
nicht befonders begünftigen. 
Da die einzelnen Theile des Gefchirres fehr einfach zufammengeftellt find, 
lo kann bei dem Sturze eines Pferdes dasfelbe fehr leicht abgefchirrt, entfernt 
und erfetzt oder, wenn ein Sattelpferd fällt, durch Benützung des gefattelten 
Handpferdes anftandlos weitergefahren werden. 
Das Reitzeug. Das Kopfgeftelle des Reitpferdes ift eine Stall 
halfter mit Stirn- und Nafenriemen, in welche unterhalb des Stirnriemens die 
oben vereinten, nach abwärts getheilten Backenriemen eingefchnallt fich befin 
den. Im vorderen Backenriemen-Theile ift das Stangen-, im rückwärtigen das 
Prenfengebifs eingefchnallt und mit Stangen- und Trenfenzügeln verfehen°In den 
unteren Ring der Stallhalfter ift ein in den Sattlerbund geflochtener Stallhalfter- 
Riemen eingehängt. 
Durch diefe Anordnung des Kopfgeftelles wird die Zäumung des Pferdes 
im Bivouac fehr erleichtert, da zum Abzäumen nur das Ausfchnallen der Backen 
riemen und zum Aufzäumen blofs deren Einfchnallen und das Einlegen der Kinn- 
kette nöthig ift. 
Der Sattel befteht aus dem mit gepolfterten Seitenblättern und 
abgerundeten eifernen Zwiefeln (ohne Kappa) verfehenen ungarifchen Bock, 
hat als Unterlage eine filzene Schweifsdecke, und ift mit einer grofsen 
naturledernen Sitzdecke überzogen, welche ähnlich jener des Fahrfattels zuge- 
fchnitten ift. 
Diefer Sattel ift nicht eben fchön zu nennen, da er fchwerfällig ausfieht, 
wozu die Anbringung von vier Packtafchen nicht wenig beiträgt. 
Italien. Kriegs- und Marineminifterium. General Cavalli hatte 
fchon im Jahre 1858 den Vorfchlag gemacht, das fchwerfällige Feldartillerie- 
Material, Modell 1844, durch ein leichteres, zeitgemäfseres Syftem zu 
erfetzen. Die Mahnung diefes ausgezeichneten Militärtechnikers blieb auch nicht 
ungehört, und es wurden nach dem Friedensfchluffe 1859 zuerft vier glatte acht- 
pfündige Batterien hergeftellt, und im darauffolgenden Jahre der Experimentirung 
unterzogen. Die Rohre derfelben wurden fpäter in gezogene umgewandelt, deren 
1 refffähigkeit und Ausdauer aber nicht befriedigte. Man fchritt daher zur Con- 
ftrudlion eines ganz neuen Gefchützes, und führte dasfelbe nach gelungenen Proben 
als 9-Centimeter-Kanone, Modell 1863, ein. Aus financiellen Gründen und 
weil die alte Laffetirung noch in gutem Stande war, blieb es damals bei diefer. 
Das italienifche Artilleriematerial hatte fohin zwar an Schufspräcifion, aber nicht 
an Beweglichkeit gewonnen; begreiflich, dafs man nach den Erfahrungen von 
1866 an die Erleichterung von Laffeten und Fuhrwerken dachte.
	        
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