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Jofef Löwy.
gaben. Durch cliefe Erfindung trat die Photographie in die Reihe der verviel
fältigenden Künde. T a 1 b o t erfetzte fpäter auch die Daguerre’fche Silberplatte
durch das mit Jodfilber getränkte Papier, um in der Camera obscura Negative zu
erzeugen ; der Rauhheit des Papiers wegen blieben die Erfolge mangelhaft, N i e p c e
de St. Victor verdichte diefem Uebelftande abzuhelfen, indem er als Bildträger
für Negative eine mit Eiweifs überzogene und mit Jodfilber empfindlich gemachte
Glasplatte flatt des Papiers anwandte.
Erft nach Erfindung der Schiefs-Baumwolle wurde durch Archer & Frig
1851 das eigentliche Negativ-Collod.-Verfahren eingeführt, welches bis jetzt die
Bafis des photographifchen Proceffes bildet. Von diefem Zeitpunkte angefangen
machte die Photographie rafche Fortfehritte; man lernte die nöthigen Chemikalien
in gröfserer Reinheit und Lichtempfindlichkeit darftellen, man benützte beffere
Apparate, worunter namentlich die von Profeffor Petzval berechneten und von
Voigtländer ausgeführten Porträt- und Landfchafts-Objekive ; das rauhe Chlor-
filber-Papier für Pofitive wurde durch das feine Eiweifspapier erfetzt und die
anfänglich unfehönen Farbentöne der Bilder wurden durch die Goldton-Bäder
verbeffert. In letzterer Zeit wurde namentlich in Wien, um künfllerifch wirkungs
vollere Porträts zu erzeugen, die Negativ-Retouche eingeführt und vielfeitig
angewendet.
Dafs die Einrichtung eigener zweckmäfsiger Ateliers, in welchen die
Beleuchtung nach Bedarf regulirt werden kann, beim Fortfehritt in der Photo
graphie keine geringe Rolle fpielte, ift jedenfalls erwähnenswerth.
Durch diefe fteten Vervollkommnungen ift der Silberdruck heute auf eine
fo hohe Stufe gelangt, dafs eine noch höhere Entwicklung kaum denkbar ift; man
wird defshalb fein Augenmerk und Beftreben auf die verfchiedenen, feitdem auf
getauchten anderen Verfahrungsarten für die Vervielfältigung richten müffen,
welche hauptfächlich das Ziel haben, eine fchnellere und billigere Herflellung
photographifcher Bilder, verbunden mit gröfserer Dauerhaftigkeit derfelben, zu
erreichen. Zu diefen Verfahrungsarten rechnen wir: Kohlenbilder, Emailphotogra
phien, Photoxylographien, Photolithographien und Zinkographie, Galvanographie.
Woodbury- und Lichtdruck, deren Proceffe wir hier in Kürze anführen und fchicken
wir voran, dafs die merkwürdigfte Eigenfchaft der chromfaueren Salze darin befteht,
dafs fie unter dem Einfluffe des Lichtes organifche Körper oxydiren; eine mit
einem Chromfalz verfetzte Gelatinlöfung wird durch die Lichtwirkung unlöslich;
auf diefer Erklärung beruhen zum Theil die nachfolgend befprochenen Ver
fahren.
Kohlendruck. Um Papier zu diefem Verfahren zu präpariren, über
zieht man es mit einer Löfung von Gelatine, Albumin oder Gummi mit Zufatz von
etwas chromfaurem Salze; nach dem Trocknen belichtet man im direkten oder
zerftreuten Sonnenlichte hinter einem Negativ, nach der Belichtung wird auf das
Papier eine Schichte typographifcher Tinte recht gleichmäfsig mittelft eines
Ballens oder einerRolle aufgetragen, und das allo behandelte Bild in Waffer getaucht;
hier laffen alle diejenigen Theile, welche nicht von dem Lichte getroffen wurden,
den fetten Körper fahren, während die anderen fo viel davon zurückhalten, als der
gröfseren oder geringeren Lichtwirkung an den betreffenden Stellen entfpricht,
die färbende wSubflanz kann übrigens auch gleich der chromirten Gelatine zugefetzt
werden, man hat dann nurnöthig, das fo behandelte Papier tüchtig auszuwafchen,
die Zwifchenoperation des Einfchwärzens mit fetter Farbe fällt dann weg, man
nennt diefes Verfahren das Kohlecopir-Verfahren; in der Anfangsperiode waren
deffen Hauptvertreter rPoitevin, Garnier, Salmon und P o u n c y.
Eine wefentliche Verbefferung wurde von Blair angebahnt, welcher zuerfl
die Beobachtung machte, dafs fo präparirtes Papier, von der Rückfeite belichtet,
die unlösliche Schichte viel inniger mit dem Papier verbindet.
Emailphotographie, auf Glas oder Porzellan eingebrannte Bilder.
Eine Mifchung von Eiweifs oder Gummi, Zucker und zweifach chromfaurem