MAK

Full text: Graveur- und Guillochirarbeiten (Gruppe XIII, Section 3 Und Gruppe XXV c.), officieller Ausstellungs-Bericht

Photographie. 
25 
Kali auf Papier oder Glas aufgetragen, verliert durch Belichtung ihre Kleb 
rigkeit; fand die Belichtung unter einem Negativ ftatt, fo wird, wenn man die 
Schichte mit feinem Farbenpulver einftreut, diefes Pulver nur an den nicht belich 
teten Stellen haften; man erhält folglich ein neues Negativ; war die Vorlage 
ein Pofitiv, fo wird auch der Abdruck ein Pofitiv, in allen Theilen dem Originale 
gleich. Wo das Licht voll einwirken konnte, wird nämlich die Schichte ganz 
hart und trocken und das Pulver gleitet über fie hinweg, nur die vor dem Lichte 
gefchützten Stellen bleiben klebrig und nehmen das Farbenpulver reichlich an, 
während in den Halbtönen die Schichte einen der Durchfichtigkeit diefer Töne 
genau entfprechenden Theil ihrer Klebrigkeit verliert, und daher mehr oder 
weniger Farbe annimmt; wird nun ein Farbenpulver, das aus Porzellan oder 
Emailfarbe befteht, und mit einem Flufsmittel verfetzt ift, auf eine mit obiger 
Schichte überzogene und belichtete Platte gebracht, fo kann das fo erhaltene Bild 
auf Glas, Porzellan oder Email eingebrannt werden. 
Derartige Bilder können auch auf Holz übertragen, und wie iede andere 
Zeichnung vom Xylographen gefchnitten werden. 
Photolithographie und Photozinkographie. Wie die mit 
chromfaurem Kali verfetzte Leim- oder Gummifchichte hat auch Asphalt die 
Eigenfchaft, feine Löslichkeit unter der Einwirkung des Lichtes zu verlieren; diefe 
Eigenfchaft wird benützt, um photographifche Ueberdrücke auf Stein oder Metall 
zu erzeugen. In Benzin gelöfter Asphalt wird gleichmäfsig auf Stein oder Metall 
gebracht, nach dem Trocknen unter einem Negativ belichtet, und die dann noch 
löslichen Stellen mit dem Löfemittel Benzin etc. wieder entfernt, wodurch das 
eigentliche Bild (Pofitiv) blofsgelegt wird ; diefes Bild wird fodann geätzt und ift 
druckfähig. Das Verfahren eignet fich hauptfächlich für lineare Zeichnungen, 
doch ift auch fchon fehr Bemerkenswerthes und Schönes in Mitteltönen erreicht 
worden. Sehr günftige Refultate erhält man, wenn man von einer Lichtdruck- 
Platte auf Umdruckpapier fette Abzüge macht, und diefe fodann auf einen Stein 
oder eine Zinkplatte überträgt und ätzt. 
Galvanograp hie. Die bei dem Kohlenverfahren angewandte Schichte 
von Leim und chromfaurem Kali zeigt nach der Belichtung und im feuchten 
Zuftande ein in den Lichtern erhabenes und in den Schatten vertieftes Bild, das 
heifst ein fehr genaues, dem Lichtbilde entfprechendes Relief. Wird diefes Relief 
mittelft Guttapercha oder einer anderen plaflifchen Maffe abgeformt, die Foim 
durch Einftauben mit Graphit leitend gemacht, fo kann auf galvanoplaftifchem 
Wege ein Niederfchlag erzielt und eine auf diefe Weife gewonnene Platte wie 
eine gravirte Kupferplatte gedruckt werden. 
Wood bury druck. Woodbury benützte zu feinen Drucken ein Chrom- 
Gelatinrelief, und machte von diefem mittelft einer hydraulifchen Preffe einen 
Abdruck in weichem Metall; das auf diefe Weife erhaltene Gliche wird mit gefärbtei 
Gelatine übergoffen, Papier aufgelegt, in eine eigens hiezu conflruirte 1 ieffe 
gebracht; nach demErflarren kann das nun fertige Bild von dem Glicht abgezogen 
werden. 
Albert kypie (Lichtdruck. Preffendruck). Nachdem es gelungen ift, 
durch Anwendung von Druckerfchwärze, welche die Garantie vollftändiger Halt 
barkeit bietet, photographifche Bilder fchnell und billig zu vervielfältigen, läfst 
lieh die Behauptung mit voller Berechtigung aufftellen,^ dafs diefer Zweig des 
Kunftdruckes für Kunft und Wiffenfchaft, Handel und Gewerbe ein ganz unent 
behrlicher und unerfetzlicher Fadtor geworden ift. Es gibt kein anderweitiges 
Verfahren, welches Abbildungen fo vollkommen darzuftellen und fo getreu wiedei- 
zugeben im Stande wäre. Der erfte, welcher in diefem Zweige Vollendetes in die 
Öffentlichkeit bracht^, war Hof-Photograph A lb e r t in München. Diebei dem 
Albert’fchen Verfahren beobachtete Manipulation ift folgende: 
Eine Glasplatte wird mit einer Schichte aus Leim, Albumin und chrom- 
fallerem Kali zufammengefetzt, überzogen, an einen vom Tageslicht gefchützten
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.