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Full text: Graveur- und Guillochirarbeiten (Gruppe XIII, Section 3 Und Gruppe XXV c.), officieller Ausstellungs-Bericht

Photographie. 
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Auch in der englifchen Abtheilung war mit Ausnahme des letzt genannten 
Bildes, welches in Autotypie (Pigmentdruck) ausgeführt ift, nur der Silberdruck 
vertreten, für den Fachmann ebenfo auffallend als bedauerlich, da in England 
manche der neueren Druckverfahren fchon zu einer bedeutenden Höhe der 
Vollkommenheit gebracht wurden und von dorther ebenfo intereffante als lehr 
reiche Proben hätten gefandt werden können. 
Spanien und Portugal waren nur fehr unbedeutend vertreten, und 
fcheint die Photographie auf keiner behänderen Stufe zu flehen. Von den zwei 
Madrider Photographen A1 v i a c h & Comp, und E. Ju 1 i a hat erfterer nur paffable 
Cabinetporträts ausgeftellt, während letzterer unfchöne Vergröfserungen brachte, 
dagegen ift aus Portugal wenigftens ein tüchtiger Photograph (Amateur) zu 
erwähnen, Carlos Relvas (Oporto), der fleh ebenfo durch Vielfeitigkeit, als 
durch bedeutende künftlerifche Leiftungen auszeichnete, feine Porträts ebenfo wie 
die Genrebilder, die Thierftudien, die Landfchaften und Architecluren waren 
gefchmackvoll im Arrangement, refpedtive gut gewählt und von tüchtiger tech- 
nifcher Durchführung. Von den Architekturen ift namentlich das Innere des 
Klofters von Sta. Maria de Belem (Liffabon) als vorzüglich ausgeführt hervor 
zuheben. Auch die Sonnenaufnahmen des Obfervatoriums in Liffabon 
waren bemerkenswert!!. 
Frank r ei ch.‘.Die Expofition der franzöfifchen Photographen zeichnete fich 
vor Allem durch günftiges Arrangement, dann aber durch Vielfeitigkeit und Treff 
lichkeit aus. Man fah, dafs fich die Franzofen auf allen Gebieten der Photographie 
umthun, dafs fie fich mit allen Verfahrungsarten und Proceffen eifrig befchäftigen, 
dafs fie aber auch höchft anerkennenswerthe Erfolge erringen. Ihre aus- 
geftellten Photo-, Litho- und Zinkographien, ihre Helio- (Galvano-) Gravuren 
(landen unerreicht da, ihre Kohle- und Lichtdrucke waren dem Bellen von anderen 
Ländern ausgeftellten gleich. Anderfeits konnte man aus der franzöfifchen Photo- 
oraphenausftellung erfehen, welch’ grofsen Wirkungskreis und vielfältige Anwen 
dung die Photographie auf den Kunft-, wiffenfchaftlichen, technifchen und 
induftriellen Gebieten fich bereits zu verfchaffen gewufst hat, und wie ihr die neuen 
fchnellen Vervielfältigungsarten (deren Einführung bei uns in Oefterreich fo viel 
Mühe und Opfer koften, und dabei noch mit Widerfachern zu kämpfen hat) fo 
treffliche Dienfte leiden. 
Im Porträtfache war Reutlinger’s (Paris) Colletftion von grofsen Por 
träts, Köpfen, Studien und Genreftücken die hervorragendfte; die meiden Bilder 
zeichneten fich durch fchöne effektvolle Beleuchtung und angenehmen feinen Ton, 
welcher hauptfächlich durch Anwendung einfacher tief geflammter Hintergründe 
und Vermeidung Überflüffiger Staffage erzielt wurde, aus. 
Das Arrangement der Stellungen und der Toiletten — fo wichtig in der 
Porträtphotograhie — verriethen feines Formgefühl und verftändigen Gefchmack. 
Die Porträts von A. Lumiere (Lyon) wirkten durch fchönen, warmen 
braunen Ton; diefer Photograph verlieht es auch, die nicht immer günftige 
Beleuchtung feiner Porträts durch gute Negativretouche zu verbeffern. 
Walery Graf Oftorog, (Paris) hatte fehr wirkungsvolle Porträts und 
Naturftudien in Cäbinet- und Vifitkarten-Format (Camee und gelatinirte) ausgeftellt; 
diefelben machen fehr hübfchen Effekt. Ein neues Genre von Portiäts fucht 
A. Bernoud (Lyon) einzuführen; derfelbe erzeugt die Bildniffe in Medaillon 
form, bei welchen der Namenszug des Porträtirten (durch doppeltes Copiren) 
zugleich erfichtlich ift. Bernoud befafst fich auch noch immer mit den fchon vor 
mehreren Jahren aufgetauchten, aber nicht fehr in Verwendung gekommenen 
Miniaturporträts auf Vifitkarten; die ausgeftellten Proben waren mit Feinheit und 
Gefchmack ausgeführt.
	        
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