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Full text: Graveur- und Guillochirarbeiten (Gruppe XIII, Section 3 Und Gruppe XXV c.), officieller Ausstellungs-Bericht

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Jofef Lüwy. 
Geymet & Alker waren durch hübfche Porträt-Emailbilder, dann durch 
eine italiemfche Landfchaft — mittelft Verglaspulver dargeftellt — von ungewöhn 
licher Wirkung vertreten. Auch Mathieu Deroche hatte vorzügliche Email- und 
eingebrannte Bilder, hauptfächlich Porträts eingefandt, ebenfo W. D Alexandre 
un<d G „Si 0mte de Ro >' deTi,le - Alle (liefe Bilder waren von fchöner, reiner 
und effectvoller Ausführung, konnten aber dennoch nicht auf befondere künft- 
lerifche Bedeutung Anfpruch erheben. 
Das Landfchaftsfach im gröfseren Formate war leider nur fchwach 
vertreten, einige der bedeutendften Vertreter diefes Faches fehlten. Von den 
ausgeftellten Bildern find vor Allem die fehr fchönen Landfchaften, namentlich 
höchft ftimmungsvolle Waldpartien zu nennen, welche Harrifon (Asnieres! 
eingefandt hatte, es ift wohl Jedermann die äufserft gelungene vergröfserte 
Landfchaft aufgefallen, die in ihrer fchönen Wirkung den Eindruck einer von 
excellenter Künftlerhand ausgeführten Kohlenzeichnung machte; Harrifon bekun 
det in feinen kleineren direkten Aufnahmen (für welche er ein fehr gefälliges 
b ormat gewählt hat) aufserordentlich feine Empfindung in der Wahl feiner 
Motive, zu deren vorzüglicher Ausführung ihn feine bedeutende Technik wirkfam 
unterftützt. 
Ferrier & Lecadre (Nachfolger von Bingham) waren durch wenige 
aber vorzügliche Reproduktionen von Gemälden vertreten ; diefe Herren beftreben 
fich fichtlich den hervorragenden Ruf ihres Vorgängers auf diefem Gebiete auch 
füi fich zu bewahren. Auch das Haus Goupil, von dem ich weiter unten 
noch fpreche, hatte einige treffliche Gemälde-Reproduktionen ausgeftellt. 
Wir kommen nun zu den excellenten Proben der verfchiedenen Arten von 
Phototypie; da that fich namentlich R o u ffe 1 o n (maifon Goupil, Paris) durch 
Porträts und Architekturen in grofsen Format, mittelft Heliogravüre, Kupferdruck 
in unübertrefflicher Reinheit und Zartheit der Töne erzeugt, hervor. Diefe Drucke 
waren von den Photographien kaum zu unterfcheiden und verdienten bei der 
bekannten Schwierigkeit, mit welcher die Ausführung einer Heliogravüre verbun 
den ift und bei den vielen mifslungenen Verfuchen in diefer Richtung, die ein 
gehendfte Beachtung. Einige von diefer Firma aufgelegte Albums zeigten in ihren 
höchft mtereffanten Blättern, in welch’ ausgedehntem Mafse diefelbe von der 
Heliogravüre Gebrauch macht. Ebenfo waren die gleichfalls von Goupil aus 
geftellten Kohledrucke in ihrer wundervollen Vollkommenheit wahrhaft über- 
xafchend; fie übertrafen an Zartheit und Tiefe weitaus den gewöhnlichen Silber 
druck und zeigten fo, welche Zukunft dem Kohleverfahren noch Vorbehalten ift. 
m Lefmann & Lourdel (Paris) hatten ebenfalls vorzügliche Bilder in 
Photo-Zinkographie ausgeftellt, die an Schärfe und Reinheit nichts zu wünfchen 
übrig liefsen und fich jeder Radirung zur Seite ftellen konnten. 
Ferner hatten Amand Durand und Baldus grofse Collektionen fehr 
guter Heliogravüren eingefandt, erfterer meift leichtere lineare Gegenftände 
letzterer auch Naturaufnahmen mit vollen und Mitteltönen in fehr gelungener 
Ausführung. ö 
Fleury Hermagis brachte Reproduktionen von Stahl und Kupferftichen 
auf photo-hthographifchem Wege in Sepiaton, fowie Kohledrucke in vorzüglicher 
Schönheit. G. Forti er hat Photo-Lithographien mit Anwendung verfchiedener 
Farben auf mattem Zeichenpapier, Papier de Chine und Seide ausgeführt, und 
gute Wirkungen darin erzielt. 
Die Photo-Polychromien des L. Vi dal (Marfeille) zeigen eine neue höchft 
intereffante Anwendung der Photographie. 
In der Aufnahme verfchiedener fehr intereffanter mikrofkopifcher Gegen- 
ftände zeigte fich Jules G i r a r d als fehr tüchtig. 
Im Stereofkopfache waren die bedeutendften und weltbekannten Photo 
graphen E. Lamy, J. L e v y & Comp., auch J. L ach e n a 1, Favre & Comp, 
vertreten, erfterer durch eine Sammlung intereffanter Anfichten auf Papier in
	        
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