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Jofef Lüwy.
Geymet & Alker waren durch hübfche Porträt-Emailbilder, dann durch
eine italiemfche Landfchaft — mittelft Verglaspulver dargeftellt — von ungewöhn
licher Wirkung vertreten. Auch Mathieu Deroche hatte vorzügliche Email- und
eingebrannte Bilder, hauptfächlich Porträts eingefandt, ebenfo W. D Alexandre
un<d G „Si 0mte de Ro >' deTi,le - Alle (liefe Bilder waren von fchöner, reiner
und effectvoller Ausführung, konnten aber dennoch nicht auf befondere künft-
lerifche Bedeutung Anfpruch erheben.
Das Landfchaftsfach im gröfseren Formate war leider nur fchwach
vertreten, einige der bedeutendften Vertreter diefes Faches fehlten. Von den
ausgeftellten Bildern find vor Allem die fehr fchönen Landfchaften, namentlich
höchft ftimmungsvolle Waldpartien zu nennen, welche Harrifon (Asnieres!
eingefandt hatte, es ift wohl Jedermann die äufserft gelungene vergröfserte
Landfchaft aufgefallen, die in ihrer fchönen Wirkung den Eindruck einer von
excellenter Künftlerhand ausgeführten Kohlenzeichnung machte; Harrifon bekun
det in feinen kleineren direkten Aufnahmen (für welche er ein fehr gefälliges
b ormat gewählt hat) aufserordentlich feine Empfindung in der Wahl feiner
Motive, zu deren vorzüglicher Ausführung ihn feine bedeutende Technik wirkfam
unterftützt.
Ferrier & Lecadre (Nachfolger von Bingham) waren durch wenige
aber vorzügliche Reproduktionen von Gemälden vertreten ; diefe Herren beftreben
fich fichtlich den hervorragenden Ruf ihres Vorgängers auf diefem Gebiete auch
füi fich zu bewahren. Auch das Haus Goupil, von dem ich weiter unten
noch fpreche, hatte einige treffliche Gemälde-Reproduktionen ausgeftellt.
Wir kommen nun zu den excellenten Proben der verfchiedenen Arten von
Phototypie; da that fich namentlich R o u ffe 1 o n (maifon Goupil, Paris) durch
Porträts und Architekturen in grofsen Format, mittelft Heliogravüre, Kupferdruck
in unübertrefflicher Reinheit und Zartheit der Töne erzeugt, hervor. Diefe Drucke
waren von den Photographien kaum zu unterfcheiden und verdienten bei der
bekannten Schwierigkeit, mit welcher die Ausführung einer Heliogravüre verbun
den ift und bei den vielen mifslungenen Verfuchen in diefer Richtung, die ein
gehendfte Beachtung. Einige von diefer Firma aufgelegte Albums zeigten in ihren
höchft mtereffanten Blättern, in welch’ ausgedehntem Mafse diefelbe von der
Heliogravüre Gebrauch macht. Ebenfo waren die gleichfalls von Goupil aus
geftellten Kohledrucke in ihrer wundervollen Vollkommenheit wahrhaft über-
xafchend; fie übertrafen an Zartheit und Tiefe weitaus den gewöhnlichen Silber
druck und zeigten fo, welche Zukunft dem Kohleverfahren noch Vorbehalten ift.
m Lefmann & Lourdel (Paris) hatten ebenfalls vorzügliche Bilder in
Photo-Zinkographie ausgeftellt, die an Schärfe und Reinheit nichts zu wünfchen
übrig liefsen und fich jeder Radirung zur Seite ftellen konnten.
Ferner hatten Amand Durand und Baldus grofse Collektionen fehr
guter Heliogravüren eingefandt, erfterer meift leichtere lineare Gegenftände
letzterer auch Naturaufnahmen mit vollen und Mitteltönen in fehr gelungener
Ausführung. ö
Fleury Hermagis brachte Reproduktionen von Stahl und Kupferftichen
auf photo-hthographifchem Wege in Sepiaton, fowie Kohledrucke in vorzüglicher
Schönheit. G. Forti er hat Photo-Lithographien mit Anwendung verfchiedener
Farben auf mattem Zeichenpapier, Papier de Chine und Seide ausgeführt, und
gute Wirkungen darin erzielt.
Die Photo-Polychromien des L. Vi dal (Marfeille) zeigen eine neue höchft
intereffante Anwendung der Photographie.
In der Aufnahme verfchiedener fehr intereffanter mikrofkopifcher Gegen-
ftände zeigte fich Jules G i r a r d als fehr tüchtig.
Im Stereofkopfache waren die bedeutendften und weltbekannten Photo
graphen E. Lamy, J. L e v y & Comp., auch J. L ach e n a 1, Favre & Comp,
vertreten, erfterer durch eine Sammlung intereffanter Anfichten auf Papier in