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Full text: Die Kurzwaaren-Industrie (Gruppe X), offcieller Ausstellungs-Bericht

Galanterievaaren aus Bronce, Leder- und Tafchnerw aaren. 
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Wenn diefe Arbeiten, deren Zimmermann in Hanau, das Harzer Berg 
werk in Mägdefprung, Meves Nachfolger etc. ganz gelungene Güfse an Form und 
Reinheit ausgeflellt hatten, auch wegen ihres Materiales in Gruppe VII gereiht 
wurden, fo fchienen fie uns doch durch die Analogie mit jenen in Bronce aus 
geführten, in Gruppe X gereihten Galanterieartikeln erwähnenswerth. 
Das Entfprechen einer beflimmten Anforderung wird dabei Hauptfache, 
Werth durch das Material oder dekorative Wirkung zur Nebenfache, wofür auch 
der populärfte Orden, das eiferne Kreuz, als Beifpiel dienen kann. 
Italien. Die Italiener, in der Behandlung des Marmors noch immer die 
Erften der Welt, waren diefs wie bekannt zu ihrer Zeit auch als Modelleure und 
Cifeleure von Kunflbroncen. 
Heute componiren die Franzofen nicht nur in einer Weife, die weit über 
dem Genrehaften, Naturaliflifchen der Italiener fleht, fondern fie find auch als 
Cifeleure gegenwärtig die gebildetflen und technifch gewandteflen. Im Befitze fo 
vieler Meiflerwerke, befonders aus der Renaiffancezeit, bethätigen fich die 
italienifchen Kunfthandwerker in Bronce längfl nicht mehr mit bedeutendem 
Erfolge im Erfinden. Ihre heutigen Werke find fafl nur Reprodudlionen , die 
aber meifl mit feinem Kunfbverfländniffe und grofser manueller Gefchicklichkeit 
angefertigt find. Viele diefer Arbeiten verlieren hiedurch an jener decorativen 
Verwendbarkeit, welche beifpielsweife die franzöfifchen Broncen auszeichnet. Für 
Thürklopfer, fchwere Kerzenleuchter, riefige Candelaber oder Kaminvorfätze, 
Gitter, etc. können doch wohl nur Mufeen als Käufer angenommen werden. 
Die Farbe der reproducirten Broncen ift nach Obigem wohl vorher zu 
beftimmen, es ift jene, welche die Patina der Originale möglichfl genau imitirt. 
Helle Vergoldungen, wie bei den unferen oder die vielen Nuancen in der Farbe, 
wie bei den franzöfifchen Broncen, mangeln an den italienifchen vollfländig. 
Die bedeutendflen Exponenten auf der Wiener Weltausftellung waren 
Michieli und Udina Luigi in Venedig, die übrigens in Gruppe VII ausgiebig 
gewürdigt worden find. 
Wir können nur der Anfchauung beipflichten, dafs die italienifche Kunfl- 
induftrie der Kleinbronce wenig Bedeutung hat. 
Es erübrigt uns nur noch, einiger Leiflungen in Bronce zu gedenken, 
welche fleh als Arbeiten einzelner Firmen jener Länder repräfentirten, welche wir 
in Bezug auf Bronce-Induflrie in Obigem nicht befonders anführten, weil das 
Vorhandene auf der Wiener Weltausftellung uns weder in kunflinduflrieller Rich 
tung eigenthümlich, noch als Handels- oder Exportartikel des betreffenden Landes 
von Bedeutung fchien. 
So waren z. B. die ausgeflellten Objedle des in Petersburg etablirten 
Franzofen Chopin im Charakter der Parifer Arbeiten angefertigt und nur bei 
drei Lüftern die Verbindung mit gefchliffenen rufflfehen Steinen, Trauben bildend, 
neu, wenn auch nicht nachahmenswert!!. Schebanoff in Moskau hatte nette 
kleine Gegenftände gebracht. 
Sonftige ruffifche Broncen, fehr naturaliftifch aber lebendig aufgefafste 
Genreflatuetten nationaler Vorwürfe waren nicht als Handelsbroncen induftrieller 
Richtung exponirt, fondern als Kunflbroncen bei den Gemälden im Pavillon 
des Amateurs und entziehen fleh daher der vorliegenden Beurtheilung. 
Belgien hatte Bronce nur in der Halbgallerie und zwar nur als Montirungs- 
beigabe zu Porzellan für Lampen, Blumentöpfe etc. durch Lelorrain Claude aus 
Brüffel vertreten. Seine Fabrikanten, wie die fo mancher anderer Länder, dürften 
eben im Bewufstfein der Leiflungen der Franzofen es vorgezogen haben, lieber 
nicht zu erfcheinen. 
Jene Länder oder Fabrikanten, welche ihre Eigenthümlichkeit in den 
Grenzen, die Schönheitsgefühle, Stil etc. flellen, zu wahren wiffen, haben vor Jenen,
	        
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