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Dr. A. Bauer.
Diefelbe Firma befchäftigt (ich auch mit der Darftellung von fchwefelfaurer
Thonerde aus Kryolith. Diefe Induftrie wurde von derfelben im Jahre 1863 in
Oefterreich eingeführt, und obwohl es anfangs fchwer war, dein Produdle Bahn zu
brechen, hat es jetzt, wenigftens in den Papierfabriken, allgemeineren Eingang
gefunden. Rademacher erzeugt jährlich circa 15.000 Centner fchwefelfaure
Thonerde aus Kryolith, mit einem conftanten Gehalte von 1475 Percent waffer-
freier Thonerde. (Frei von Eifen und freier Schwefelfäure.)
Urfprünglich, bei ihrerGründung im Jahre 1857, befchäftigte fich die in Rede
flehende Firma nur mit der Darftellung von Schlempekohle und den daraus dar-
ftellbaren Salzen. Zunächft entlieht hier die rohe, fogenannte „Melaffenpottafche“,
welche einfach durch Auslaugen und Abdampfen der Löfung aus der Schlempe
kohle refultirt und im Durchfchnitte neben 49 Percent kohlenfaurem Kali, 13 Per
cent kohlenfaures Natron, 22 Percent Chlorkalium und 6 Percent fchwefelfaures
Kali enthält. Diefes Product wird als folches an Glasfabriken verkauft, welche
fich noch mit der Herftellung kalihältiger Gläfer befchäftigen, und dasfelbe feiner
Reinheit wegen fchätzen. Die Firma erzeugt jährlich circa 4000 Centner diefer
Produdle neben etwa 1000 Centner reiner (90 bis 92 percentige) Pottafche
aus Melaffe und endlich die anderen hiebei fallenden Salze. Die Soda wird als
folche verkauft, das fchwefelfaure Kali dient zur Alaunfabrication und das Chlor
kalium zur Bereitung von Salpeter aus Chilifalpeter, wozu jedoch auch fehr viel
Stafsfurter Chlorkalium verwendet wird. Die jährliche Erzeugung von Salpeter
beläuft fich auf circa 8000 Centner. Aufser mit den genannten Induftriezwemen
befchäftigt fich die Firma auch mit der Darftellung von Bleifalpeter, Zinnfalz,
Chlorzinn und den in den Glasfabriken verwendeten Oxyden des Kupfers, Zinnes,
Antimons, Eifens und Mangans, in einem Gefammtquantum von jährlich circa
200 Centner.
Die Fabrik der Firma Blumberg & Rin dskopf zu Teplitz in Böhmen
wurde im Jahre 1857 gegründet und erzeugt hauptfächlich Zinnpräparate, Zinn-
chlojrid, Desinfedlionspulver, Eifenpräparate, Natron und Kalifalze, Mineralfäuren
Catechupräparate und zwar jährlich circa 15.000 Centner Salpeterfäure, 20.000
Centner Natronfalze, 16.000 Centner Metallfalze aller Art, etc.
Die Rannersdorfer chemifche P r o d u c t e n f ab r i k von B. Mar-
gulies&Comp. wurde im Jahre 1872 von dem thätigen und verdienftvollen
Chemiker B. Margulies, welchem man die Erfchliefsung* der Kalufzer Kali
falzlagerverdankt, gegründet und erzeugt jährlich aus 60.000 Centner Knochen
gegen 7000 Centner Leimforten, 22.000 Centner Knochenmehl, 20.000 Centner
Knochenfchrott und 10.000 Centner Superphosphat.
Die chemifche Fabrik von J. F. Eben hoch in Levis bei Feldkirch
(Vorarlberg) wurde im Jahre 1824 von Xaver Fidel E b e n h o c h gegründet und
erzeugte urfprünglich in einem kleinen Bleikammer-Syftem Schwefelfäure, dann
Salz- und Salpeterfäure, Glauberfalz, Zinnfalz und Kupfergrün. Im Jahre 1836
wurde die ganze Fabrik, namentlich auch das Bleikammer-Syftem vergröfsert,
und im Jahre 1838 ein Sodaofen und Chlorkalk-Kammern aufgeftellt. Bis zum
Beginn der fünfziger Jahre waren Chlorkalk, Sulfat und Rohfoda (für Seifenfieder)
die Hauptprodudle. Zur Darftellung der Letzteren bediente man fich des Koch
falzes von Hall in Tirol, welches in Levis auf 7% fl- füddeutfcher Währung per
Centner zu flehen kam, was mit ein Grund war, dafs die Fabrication bald wieder
aufgegeben wurde.
Später wurde die Darftellung des Alaunes aus Thon, fowie die Deftillation
des Holzes, nebft Gewinnung holzeffigfaurer Salze eingeführt, welche neben
Schwefelfäure-Erzeugung, dann Bereitung von Parifer- und Mineralblau, etc. auch
heute noch betrieben werden.
* Wagner’s Jahresbericht über den Fortfehritt der chemifchen Technologie. 1868.
pag. 2S3.