Ignaz Nagel.
in Sibirien zu Bleiftiften, hat eine Veränderung in der Fabrication befferer Bleiftifte
Platz gegriffen. Die bellen Zeichenftifte werden nicht mehr in England, fondern
in Stein bei Nürnberg gemacht. Diefs ift wenigftens das allgemeine Unheil,
welches aus den Zufchriften der erften Künffler Deutfchlands und Frankreichs,
wie Cornelius, Kaulbach, Ingres, Horace Vernet, Ifabey etc. zu lefen ift, die alle
erklären, dafs Faber’s Polygrades-Bleiftifte, aus dem Alibert’fchen Graphit
erzeugt, die bellen feien und alle neueren Produdle erfetzen oder übertreffen.
Es läfst fich nach dem auf unferer Ausftellung Vorgeführten nicht behaupten,
dafs andere als technifche Verbefferungen in der Bleiftift-Fabrication feit dem Jahre
1867 gemacht worden wären, aber die Ausftellung conftatirte abermals die That-
fache zur Evidenz, dafs F ab e r’s Streben auf die Veredlung feiner Erzeugniffe
gerichtet ift; diefe Erzeugniffe find durchwegs Multerfabricate. Dafs Faber’s
Vorwärtsftreben nicht ohne Einflufs auf feine deutfchen Gefchäftsgenoffen bleibt,
zeigten die Produdle von Schwanhäufer (vormals Grofsberger & Kurz)
in Nürnberg. Die Erzeugniffe diefer Firma zählen zu den vorzüglicheren, und
es rnufs das Bemühen, in diefem Fache das möglichll Belle zu leillen, anerkannt
werden. In der Farbftift-Fabrication hat die genannte Fabrik allen anderen Fabriken
den Rang abgelaufen und keine zweite Fabrik hat einen fo Harken Verfandt in
folchen Stiften. Ihre Oelkreide-Stifte werden in 48 verfchiedenen Farben und
Nuancirungen geliefert; ihre Verwendung ilt namentlich zu geometrifchen und
topographifchen Arbeiten, zu Werkftätt-Zeichnungen in den Mafchinenfabriken
fehr zu empfehlen. Nicht unerwähnt können wir an diefer Stelle die guten Patent-
Hifte von Haus in Nürnberg fowrie die Porte-Crayons und Künltlerftifte von
R eb er in Nürnberg laffen, welch’ Letzterer allein jährlich 10.000 Grofs diefer
fchönen Waare verfertigt.
In Oeflerreich belleht trotz des ausgezeichneten inländifchen Rohmaterials
und anderer für die Fabrication günftiger Bedingungen nur eine Bleiftift-Fabrik
von Bedeutung, jene von L. & C. Hardtmuth, die in Budweis (Böhmen) ihren
Sitz hat. Die fehr rührige Firma, welche 500 Arbeiter befchäftigt und mittelft
Dampfmafchine jährlich 300 Millionen Dutzend Bleiftifte, Paflelle etc. im
Werthe von 500.000 fl. erzeugt, beftrebt fich, den gelleigerten Anfprüchen
an das fo wichtige Schreib- und Zeichenproducl möglichll gerecht zu werden,
und erftreckt fich ihr Abfatzgebiet nach Deutfchland, Frankreich, Italien und
Rufsland.
Jofef Dixon Crucible Company, Jerfey-City in New-York, nennt fich
eine Firma, die mit Graphitllücken und Bleiftiften auf der Ausftellung erfchien.
Der ausgeftellte Graphit war von fehr fchöner Farbe, feil und haltbar, die daraus
gefertigten Bleiftifte in acht Härtegraden find von guter Qualität.
Schiefertafeln, elaftifche Tafeln und Schulhefte. Das Haupt
ftreben unferer Zeit ift dahin gerichtet, den Unterricht zu verbeffern, die Lehr
mittel zu vermehren und fo nutzbringend als möglich zu geftalten.
Die vielen Schulhäufer auf dem Ausftellungsraume gaben Zeugnifs davon.
Eines der zahlreichllen Momente in der Maile der ausgeftellten Unterrichtsmittel
bilden die vielen Schreib-, Rechen- und Zeichenhefte, die Menge von Schreib
und Rechentafeln. So lagen in der American Rural School Schiefertafeln, deren
Rahmen zur Anleitung für Schreib- und Rechenunterricht dienen, während eine
Vorrichtung am Kopfe Zeichenvorlagen enthielt.
In der fächfifchen Unterrichtsabtheilung fand man Schreib- und Rechen
tafeln aus lackirter Pappe mit eingedruckten Linien; die Schrift oder Zeichnung
kann mit einem feuchten Lappen befeitigt, und das Heft wieder benützt werden.
Diefe Hefte von Wagner & Niezel in Dresden gehören zu den billigften
und praktifchften Schulgegenftänden. Höchft elegant ausgeftattet waren die von
Kugler in Nürnberg ausgeftellten künftlichen Pergament- und Schiefer
tafeln.