Schreib-, Zeichen- und Malerrequifiten.
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entgehende Rufs fich an den Wänden des genannten Gefäfses anlegen mufs. Aus
diefem Rufse wird die fogenannte Nanquintufche bereitet. Die fernere Bereitungs
weife befteht darin, dafs man in ein mit Rufs gefülltes irdenes Gefäfs eine
kochende Auflöfung von Leimwalfer giefst, die beiden Subftanzen durch Umrühren
gut veimifcht, dann erkalten läfst, und wenn die Maffe hinreichend feft geworden,
mit dem Formen beginnt. Die Formen find in länglich viereckigen Platten von hartem
Holz gefchnitten, die mit Zeichnungen (Marke, Firma etc.) eingravirt find. Aufdiefe
Weife bilden fich kleine Stangen, die man an der Luft trocknet, worauf die an den-
felben eingedrückten Zeichnungen mit Farben, meiftjedoch mit Gold bemal t werden.
Die bellen Tufchforten, zu denen nur geruchlofer, vollkommen gereinigter
Leim verwendet, und denen Sefamöl oder irgend ein Balfam beigefetzt wird, erkennt
man an dem Glanze ihres Bruches, dem feinen Korne und an ihrer leichten Zerreibbar-
keit und Ausgiebigkeit; der Geruch ift niemals ein richtiges Erkennungsmittel, weil
auch nachgeahmte, fchlechte Fabricate oft dasfelbe Aroma haben. Die meiden der
ausgeftellten chinefifchen Tufche waren nicht Primawaare und ermangelten der vor
züglichen Eigenfchaften, welche fonfl diefenFabricaten in fohohem Grade eigen find.
Die Bereitung der j a p an e fi fc h e n Tufche ift wenig verfchieden von
der oben befchriebenen. Der Lampenrufs fammelt fich an einem über der Lampe
angebrachten Deckel und wird dann mit vorzüglichem Leim, aus Ochfenhaut
bereitet, verletzt. Das zum Speifen des Dochtes verwendete Oel ift entweder fehr
feines Rübfamen- oder belfer Sefamöl. Das Kneten der Maflfe gefchieht mit den
Pländen in einem mit doppelten Wänden verfehenen kupfernen Troge. Die Maffe
wird ebenfalls in hölzernen Formen geformt, und auf warmer Afche zwifchen
Papierlagen langfam getrocknet; zu den feinften Sorten wird als Parfüm Borneo-
kampher, wovon das Pfund circa ioo fl. koftet,' oder Safflorextradl genommen.
Trotz der fehr forgfältigen Bereitungsweife und des fehr hohen Preifes fleht der
japanefifche Tufch weit hinter dem chinefifchen zurück. Ein von der chinefifchen
Commiffion ausgeftelltes grofses Tableau mit Tufchen rvar der Unterfuchung des
Berichterftatters nicht zugänglich, doch fcheint es beffere Fabricate enthalten zu
haben, da es das Jurymitglied diefer Claffe für fich acquirirte. Die übrigen aus-
geftellten Mufter waren von keiner befonders guten Qualität.
Die fogenannte Schreibtufche wird aus gewöhnlichem Kienrufs und Leim
bereitet, und ift zum Zeichnen nicht zu verwenden.
Eine der feltenften Sammlungen von Tufchen hatten Gebrüder L e i c h 11 i n
aus Carlsruhe zur Anfchauung gebracht.
In Frankreich fowohl als auch in Deutfchland werden gleichfalls Tufche
angefertigt, allein die Verfuche zur Nachahmung der echten chinefifchen Tufche
haben bisher nicht zu dem gewünfchten Refultate geführt, was umfomehr zu
bedauern ift, als die belle echte chinefifche Tufche nur feiten zur Ausfuhr gelangt.
Paillard aus Paris und Bormann Nachfolger hatten unter ihren Maler-
weqiiifiten auch Tufche vorgelegt.
Malerpinfel. Für diefen in vollendeter Weife nur fchwer herzuftellenden
Artikel hat die diesjährige Ausftellung nur wenig Anhaltspunkte zu Vergleichen
geboten. Weder England noch Frankreich hatten fich — wenn wir von der
kleinen ColledlionPinfel abfehen, denen P a i 11 a r d einen Winkel in feinem Maler-
requifiten-Kaften einräumte — an diefer Ausftellung betheiligt.
Und doch ift Frankreich oder eigentlich Paris der elfte Platz, die Schule
für diefen Fabricationszweig ; Beweis deffen die Lieferung von Taufenden von
feinen Pinfeln nach London, das felbft fehr viele und tüchtige Pinfelmacher auf
weift, fowie die Anzahl von 2000 Arbeitern, die fich mit diefem Artikel befchäf-
tigen, deffen jährlicher Umfatz circa 3 Millionen Francs beträgt.
Auch das erfte deutfche Haus Meunier in München fehlte. Dagegen
zeigte das von der Firma C. G. Beifsbarth in Nürnberg ausgeftellte Tableau
von Malerpinfeln eine Reihe der verfchiedenartigflen Pinfel vorzüglicher Qualität.
Die feit 30 Jahren beftehende, ebenfo thätige als ftrebfame Firma hat fich einen