Buchbinderei, Cartonnagen und Mafchinen für Buchbinder.
00
ihres Kunftfleifses bei Gelegenheit der Parifer Ausftellung gaben, fich nicht an
dem Wiener Wettkampfe der Induftriellen betheiligt hatten. — Damals waren
ihre Arbeiten die rühmlichften Zeugniffe eines gewaltigen Fortfehrittes und wir
wiffen recht gut, dafs Belgien im Fache der Buchbinderei Gediegenes zu leiden
vermag. Es liefert den Büchermärkten aller europäifchen Grofsftädte fowohl ein
fache Bücher, wie Prachtbände, deren Schönheit und Solidität mit englifchen
und franzöfifchen Arbeiten diefes Genres concurriren kann und man darf fall mit
Gewifsheit annehmen, dafs Belgien feit dem Jahre 1867 noch gröfsere Fortfehritte
im Fache der Buchbinderei gemacht hat.
Wir hoffen baldigft, vielleicht fchon auf der Weltausftellung in Philadelphia
im Jahre 1876 belgifche Fabrikate unferer Gruppe preisgekrönt zu fehen.
Schweden war durch drei Exponenten ehrenvoll vertreten.
F. Beck und P. Herzog in Stockholm liefern fehr gute Buchbinder-
Arbeiten. — Die lithographifche Atftiengefellfchaft in Norrköping hat folid und
gefchmackvoll gebundene Contobücher ausgeftellt.
Die Türkei hat bei der Parifer Weltausftellung fchätzenswerthe Proben
der in jüngfter Zeit gemachten Fortfehritte im Fache der Buchbinderei geliefert.
Die Wiener Weltausftellung vermochte leider nicht diefsfalls fernere Beweife zu
liefern, denn die wenigen ausgeftellten Bücher entzogen fich, als gar zu primitive
Arbeiten, jeder Kritik.
Von den übrigen Staaten Europas hat nur noch Dänemark einige ziem
lich gut gebundene Bücher ausgeftellt.
Egypten lieferte nichts Nennenswerthes.
Amerika erfchien im Fache der Buchbinder Arbeit nur durch zwei Fir
men vertreten. Die Ausftellung im Jahre 1867 in Paris hat wohl gezeigt, dafs
unfere Gewerbsgenolfen jenfeits des Oceans Buchbinder-Arbeiten zu leiften ver
mögen, die mit den Erzeugniffen der beften Firmen Europas rivalifiren können.
Die von Amerika zur Wiener Weltausftellung gelieferten Bücher find wohl kaum
zu tadeln, doch läfst die diefsfällige Arbeit manche Feinheiten des Gefchmackes
und Genauigkeit der Ausführung vermiffen, die den früheren Leiftungen ameri-
kanifcherBuchbinder-Kunft einen fehrgünftigen Erfolgverfchafften. NurA. Sand
fort in Cleveland hielt mit den von ihm ausgeftellten, folid und zweckentfpre-
chend gebundenen Gefchäftsbüchern das Sternenbanner Grün-Erins fiegreich
aufrecht. Seine Bücher find im einfach edlen Stile gehalten und von einer Dauer
haftigkeit, als gäbe es darin die Schulden aller Völker des Erdballs für die Ewig
keit zu buchen.
Chinaundjapan ftehen, obwohl die wenigen von ihnen ausgeftellten
Bücher einen feit den letzten Jahren gemachten Fortfehritt nicht verkennen
halfen, doch im Fache der Buchbinderei auf der möglichft niederen Stufe, was
bei diefen unftreitig fehr kunftfmnigen, gewerbsfleifsigen und gebildeten Nationen
beinahe überrafcht.
Sie wenden fich mit entfehiedener Vorliebe den Galanterie-Arbeiten zu.
Japan hat wohl einige Buchdecken ausgeftellt, und zwar aus Holz mit reizender
Mofaikarbeit und aus geprefster Papiermaffe, eine Art Papiermache. So fchön
und fleifsig diefe auch gefertigt find, zählen üe doch nicht zu den Gewerbs-
leiftungen unferer Gruppe und find mehr als Galanterie-Arbeit zu befprechen.
S