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Dr. Mofetig von Moorhof.
wendig, da zwei liegende Marodeure für einen zweifpännigen Wagen ebenfo zu
wenig find als zwei liegende Verwundete. Oer Kutfchbock ifl offen und demnach
Kutfcher und die neben ihm fitzenden Kranken oder Verwundeten allen Witterungs
einflüßen preisgegeben.
BaierifcherLandes-Hilfsverein.T ransportwagen für vier Liegende
mit Benützung des Modells des k. k. Regimentsarztes Dr. Mühlwenzel
erbaut vom Wiener Wagenfabrikanten G. Finfterle. Wir begegnen hier
neuerdings den blecheifernen Tricliniis mobilibus von Stanieli Mühlwenzel, die
wir glücklicherweife fchon bei den Tragbahren befprochen haben. Die blecher
nen Geftelle find hier nur mit einer leichten Polfterung und Lederüberzug ver
teilen, und nehmen fich daher etwas weniger martervoll aus. Der Wagen hat keinen
eigentlichen Wagenkaften, fondern ftellt nur eine ebene Platte ohne Seitenwände
vor, die auf Rädern ruht, ein halbfettes Wagendach auf vier Säulen und einen
offenen hochgeftellten, und daher für Bleffirte fchwer zu erfteigenden Kutfchbock
trägt. Unter der Platte ift ein kleiner Raum vorhanden, der fich gleich einer
doppelten Fallthüre aufklappen läfst. Die Innenfläche der Thürflügel ift gepolftert
und bildet in aufgeklappter Stellung die Sitze, wogegen der dadurch geöffnete
Raum für die Fiifse der Sitzenden beftimmt ift, fonft foll er etwas Fourage
und Gepäck beherbergen. Bei der Einrichtung für Liegende mufs aber der eben
gedachte Raum verfchloffen und das glatte Planum hergeftellt werden. Es hat die
Beftimmung, vier Liegende in einer Ebene aufzunehmen, und ift diefs der
einzige Vortheil, der durch ihn den Verwundeten erwächft, da fie über fich eine
grofse und freie Area behalten.
Die vier Blechtragen werden in zwei Reihen je zwei hintereinander durch
Stifte und Ledergurten befeftigt. Der Wagen ift etwas länger als die gewöhn
lichen. Das eigentliche böfe Princip des Wagens bilden die blechernen Trag
bahren. Diefe find fehr fchwer aufzuladen, da fie keine Handhaben befitzen, kippen
auf dem Boden gelagert, wenn nicht ftets gehalten, fammt den Verwundeten um, da
die Füfse mangeln, und erheifchen, abgefehen von dem complicirten und leicht
rollenden Stiftenapparate, der die eben erwünfchte Form des Triclinium fehr
leicht illuforifch, weil nicht herftellbar macht, auch ein fortwährendes Umladen
der Bleffirten. Gehen endlich eine oder die andere Blech-Tragbahre verloren,
dann ift auch die vollftändige Benützung des Wagens bis zur Erfatzmöglich-
keit geftört. Der Wagen ift nur theilweife für Sitzende oder nur für Liegende
einrichtbar. Beiden Anforderungen zugleich vermag er nicht vollftändig gerecht zu
werden, ein Umftand, der auch als Fehler in der Conftrudlion bezeichnet
werden mufs. Praktifch find die kleinen, am Wagenkaften zu befeftigenden zwei
Fäffelchen, die zum Mitführen von Labeflüffigkeit dienen.
Nr. 21 und 22 ftellten zwei kleine Modelle von Bleffirtenwagen dar, eines
von Hirfchberg in München, das zweite vom Ritterguts-Befitzer von Hönika
aus preufsifch Schlefien. Beide entfprechen den Anforderungen derNeuzeit nicht
im Minderten, denn beide haben eigene Tragbahren. Das Modell von Hönika
hat zwei gefchloffene und getrennte Coupes, welche je zwei Bleffirte, im Ganzen
alfo vier Mann aufnehmen können. Im hinteren Coupe werden die Bleffirten von
rückwärts eir.gefchoben und liegen demnach in derWagenaxe, im vorderen Coupe
dagegen liegen fie quer zu ihr und das Einladen erfolgt von der Seite. Ein offener
Kutfchbock vervollftändigt den koloffalen Wagen, der einem zehnfitzigen Poft-
omnibuffe an Gröfse und Höhe wenig nachgeben dürfte. Deffen Gewicht dürfte
auch ziemlich beträchtlich fein.
Unter Nr. 23 waren vom Wagenfabrikanten Kellner aus Paris zwei
Bleflirten-Transportwagen ausgeftellt (Eigenthum des öfterreichifch-deutfchen
Ritterordens), und zwar:
Transportwagen für 6 liegende und- 2 fitzende oder für
8 bis 10 fitzende Kranke oder Verwundete.
Transportwagen mit einem Aufzuge.