Militärfanität und freiwillige Hilfe im Kriege.
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Ein Küchenwagen ftellt, allgemein gefprochen, einen oder mehrere vollfländig
eingerichtete Kochherde dar, die auf einem Wagen ruhen, welcher nebflbei
noch für etwas Proviant und Heizmateriale Platz haben mufs. Die Kochtöpfe
miiffen im Herde entweder nicht fixirt fein oder wenigftens derartige Verfchlufsmittel
befitzen, welche das Entweichen des Inhaltes bei der Erfchütterung während
des Fahrens verhindern. Der Rauchfang des Feuerraumes foll fo hoch fein,
dafs er mit feinem Ende den Kopf des im Wageninneren vor dem Herde flehenden
Koches und demnach das jedenfalls unentbehrliche Wagendach überragt. Der
Koch mufs vor oder hinter dem Herde flehen können , beffer ift es, wenn er
gegen die Fahrrichtung, alfo hinter dem Herde fleht, keineswegs darf er aber,
falls mehrere Herde angebracht find, zwifchen diefen flehen; er würde die Hitze
nicht auszuhalten vermögen. Das Schüren des Feuers foll flets im Bereiche des
Kochenden liegen.
Die Küchenwagen find nun je nach ihrer Beflimmung verfchieden grofs,
und da fie dem entfprechend auch verfchieden fchwer fein miiffen , fo erfolgt die
Nothwendigkeit, fie auch vierfpännig zu fahren. Kleinere Küchenwagen find
jedoch zweifpännig, ja man hat fogar einfpännige.
Im Pavillon waren folgende Müller:
Katalog Nr. 30. Adams S t u 11 o n Ground W e fl m ü n fl e r. London.
Küche für Arbeiter (The britifh Workmanns Hotel).
Kleineres Modell. Beide Eigenthum Seiner Excellenz des Generaldiredlors
der Weltausflellung Freiherrn v. Schwarz-Senborn. Es find diefs
eiferne, vierräderige, einfpännig zu fahrende Wagen mit Wagendach, einem mit
Abthellungen verfehenen Kochherde und einem Hinterplatze für den Koch nebfl
Kohlenbehälter.
Nr. 31. Haag, Augsburg. Dampf-Kochwagen, der 200 Liter Waffer in
20 Minuten zum Sieden bringt. Vierräderig und fo grofs und fchwer, dafs vier
Pferde kaum hinreichen dürften.
Nr. 32, Kayfe r & Comp., Berlin. Kleines Modell einer fahrbaren Feldküche,
den englifchen ähnlich gebaut, vierräderig und zweifpännig zu fahren.
Nr. 33. Kellner, Wagenfabrikant in Paris. Feld-Küchenwagen
für Ambulancen und Lazarethe (1873 neuefies Syflem Mundy
Diefer Wagen ifl gänzlich verfchliefsbar. Der Rauchfang ragt aus dem eifernen,
mittelfl Fallthüren beliebig zu öffnenden Dache, die Seitenwände find mittelfl, auf
Rollen fpielender Schubthüren ganz abfchliefsbar, die Hinterwand hat zwei eiferne
Flügelthüren und ein aufklappbares Fufsbret. Die Vorderwand ifl gefchloffen
und trägt ein hohes Kutfchbock mit umlegbarem Lederdache , am Fufstritte des
Kutfchbockes eine grofse Omnibuslaterne mit Hohlfpiegel, nebfldem alle Beflandtheile
eines guten Wagens. Ifl vierrädrig und vierfpännig zu fahren. Die innere
Einrichtung läfst Nichts zu wünfchen übrig. Der maffive und grofse Herd, worin
für 250 bis 300 Kranke oder Bleffirte in 2 bis 3 Stunden gekocht werden
kann, liegt der Rückwand zu, während gegen die Vorderwand eine kleine
Speife, und vor diefer ein Sitzkaflen fleht , in dem die kleineren Kochutenfilien
eingefchloffen werden. Der Herd felbfl hat mehrere Abtheilungen, welche die
Zubereitung verfchiedener Speifen gleichzeitig ermöglichen. Die grofsen Suppenkeffel
, fämmtlich hermetifch verfchliefsbar , flehen feitlich und haben Ausfluf'-rohre
, die mit Hähnen fperrbar find und die aufserhalb der Seitenwand am
Hintertheile angebracht find, damit man das Austheilen der Suppe bequemer vornehmen
könne. Endlich find noch abnehmbare Bretter vorhanden, welche an den
geöffneten Seitenthüren befefligt werden und dazu dienen, um die zum Austheilen
des Fleifches nöthigen Menage Blechfchalen aufftellen zu können. Der Koch
fleht rücklings zur Fahrrichtung in einem bequemen Raume, wird daher vom
Rauche nie mleflirt, und ifl flets vor jedem W itterungseinfluffe vollkommen
gefchützt. Die Heizung des F'euerraumes gefchieht vom Innenraume. Der Wagen
wurde mehrmals erprobt, und in jeder Beziehung vorzüglich befunden. Er flellt