28
Dr. Mofetig von Moorhof.
licht, da jeder Korb an der Aufsenfläche des Deckels eine Infchrift trägt, welche
den Inhalt bekundet. Wir fehen Körbe mit den Aiiffckriften Apotheke, Inftru-
mente, Verbandmateriale, Leibwäfche. ßettwäfche, Gyps, dann wieder Fleifch,
Brot, Gemiife, Mehlwaaren u. f. f. Die geflochtenen Körbe haben den Vortheil
der gröfseren Leichtigkeit und Dauerhaftigkeit, fefte Killen würden beim oftma
ligen, oft rüden Auf- und Abladen leicht befchädigt. Wir loben in diefen Four-
gons die leichte Zugänglichkeit von drei verfchiedenen Seiten, und glauben diefs
als eine ebenfo zweckmäfsige als nothwendige Bedingung eines guten Magazin
wagens befonders hervorheben und betonen zu müffen.
Locati (Turin). Magazinwagen für das Feld nach Angabe des Profeffor
Mundy. Diefer Fourgon ftellt gleichfalls einen gefchloffenen Wagenhallen dar,
der von den Seiten und von rückwärts gleich den Kellner’fchen fleh öffnen läfst.
Statt des offenen Kutfchbockes trägt er quasi als Fortfetzung des Kaftens gleich
den Bleffirtenwagen ein Coupe mit Halbdach. Der Wagenhallen ift vollkommen
leer, und die Wagenthüren, fowohl die feitlichen als die hinteren haben grofse
fenfterartige Ausfchnitte und Harke Eifenblech-Fenfter, die je nach Wunfch und
Bedarf aufgezogen oder niedergelaffen werden können, ähnlich einem gewöhn
lichen Wagenfenfter.
Weiters ift die Einrichtung getroffen, dafs im Nothfalle der leere Four
gon auch zum Verwundetentransporte benützt werden, und vier liegende
und auf Bahren gebettete Bleffirte, je zwei übereinander gelagert, fallen könne.
Hiezu werden an acht Haken, je zwei an jedem Eckpfeiler, vier federnde, aus
Stahlreifen und Lederüberzug gebaute Stangen der Quere nach befeftigt, auf
welche die Tragbahren einfach gelegt, in einer höchft einfachen Weife gefichert
und demnach federnd getragen werden können. Die grofsen bei diefer Gelegen
heit geöffneten Fenfter forgen für genügendes Licht und Luft. Da bei der Benützung
als Fourgon die Fenfter forgfältig gefchloffen werden, fo würde, falls der Wagen
hallen nicht fehr oft geöffnet wird, keine entfprechende Lufterneuerung llattfinden
können, ein Umftand, der möglicherweife einige der mitgeführten Gegenflände
dem Verderbniffe zuführen könnte. Um diefes zu vermeiden, find an den
Seiten-Wandungen des Locati’fchen fowie auch des Kellner’fchen Fourgons
einige kleine Löcher ausgebohrt, durch welche die Luft hinein- und heraus-
ftrömen kann.
Mundy’s Gedanke, einen Fourgon zugleich zum zweckmäfsigen Bleffirten-
transporte verwendbar machen zu können, ift ein glücklicher, und jedenfalls fehr
zu beachten. An Schlachttagen gibt es ja bekanntermafsen immer einen grofsen
Mangel an Bleffirtenwagen. Warum foll man da den Fourgon, namentlich wenn
er feinen Inhalt fchon dem Verbandplätze oder dem Feldfpitale übergeben hat
und geleert ift, nicht zur Aushilfe beim Blefifirtentransporte verwenden; er wird ja
wieder Fourgon, fobald er gereinigt und die Gefechtszeit vorüber ift.
Spanien. Der fpanifche reglementäre Fourgon für Sanitätsmateriale ift
zweirädrig und entfpricht dem Ausdrucke Deckelwagen am vollltändigften; er
befteht nämlich nur aus einem einfachen Holzkaften, der durch einen oberen Deckel
gleich einer Kille zu- und aufgemacht werden kann.
Unter dem Titel Fourgon de vivres hat endlich Ruf slan d einen
Wagen ausgeftellt mit fehr hohen Rädern und einem einfachen Holzkaften, der
fich nur rückwärts öffnete. Gefchloffen wird er durch eine Plache, welche über
Reife, die fich über den Holzkaften von einer Seitenwand zur anderen fpannen,
gezogen wird.
Die Conferenz hat für den Magazinwagen die Poftulate aufgeftellt, dafs er:
von allen, das heifst von drei Seiten zu öffnen fei — die Vorderwand ift
der Deichfel und deren Adnexe wegen unzugänglich;
leer ein Gewicht von 20 Centnern habe, vollbepackt das von 40 Zoll-
centnern nicht überfchreite.