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Full text: Militär-Sanität und freiwillige Hilfe im Kriege (Gruppe XVI, Section 3), officieller Ausstellungs-Bericht

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Dr. Mofetigzon Moorhof. 
Bleffirte fehr unvortheilhafter Luftzug und werden auch diefe durch die eindrin 
genden Staub- und Kohlentheile verunreinigt und moleftirt; einfeitiges Oeffnen 
der Fender hat aber, was Kohlendaub und Zug anbeiangt, denfelben Nachtheil, 
da fich ja Luftzug beim jedesmaligen Oeffnen einer Thür einftellt. 
Wir müden demnach logifcher Weife auch die Fender der Perfonenwagen 
für ungenügende Einrichtungen erklären und andere den Zwecken beffer entfpre- 
chende fordern. 
Auch hierin kann uns Amerika als Lehrerin dienen. In Amerika haben 
nämlich fämmtliche Perfonenwagen nebd den Fendern, welche fchon des Lichtes 
und der Ausficht halber nothwendig find, Dachreiter, mit kleinen von der 
Seite zu ödnenden Fenderchen, die ein Zudrömen der Luft von oben her und 
ein leichtes Ausdrömen der nächd dem Plafond fich anfammelnden ver 
brauchten und erwärmten Luftfchichten ermöglichen, wodurch für eine dete 
Erneuerung der Luft geforgt wird. Es werden alfo in Amerika die Perfonenwagen 
nach denlelben phyfikalifchen Gefetzen ventilirt, die überhaupt bei jeder Venti 
lation drenge Berückfichtigung verlangen. Das Eindringen von Kohlendaub wird 
durch dichte Gitter oder Jaloufienfender, oder dadurch verhindert, dafs man die 
Luft vor dem Eindrömen durch Waffer dreichen läfst. Die auch im gewöhnlichen 
Verkehre fo überaus erwünfchte Ventilation durch Dachreiter oder Laternen 
follte man bei allen neu zu bauenden Perfonenwagen einführen. Kann aber eine 
gleiche Vorrichtung auch für Güterwagen empfohlen werden? Diefe Frage id 
fchon vielfach discutirt und Vieles pro et contra angeführt worden. 
Der Vortheil id felbdverdändlich, als Nachtheile wären folgende auf- 
zudellen: 
Der Dachreiter mit Ventilationsvorrichtung könnte im gewöhnlichen 
Betriebe nicht nur unnöthig, fondern auch dadurch diredt fchädlich werden, dafs 
möglicherweife die Fender nicht gut verfchloffen werden, oder zufälligerweife 
eine Scheibe brechen könnte, wodurch die Wagenladung bei Regenwetter der 
Durchnäffung und eventuellen Befchädigung preisgegebea wäre. Dagegen id ein 
zuwenden, dafs man in Friedenszeiten die Fenderchen an der Laterne, da fie 
ohnedem unnütz find, dauernd verfchliefsen könnte, und die Scheiben durch 
Gitter derart von aufsen her gefchützt werden könnten, dafs ein Zerbrechen, 
aufser bei Unglücksfällen, nicht gut möglich wäre. Von innen her könnte man 
aber wohl im gewöhnlichen Verkehre die ganze Bads des Dachreiters, die fich 
gegen das Wageninnere öffnet, durch ein fedes Eifengitter abfperren. Aber auch 
ohne dem dürfte wohl feiten eine Scheibe brechen, denn beim brutalen Hinein 
werfen der Colli id die Richtung ihrer kurzen Flugbahn doch nie gegen das 
Dach des Wagens gerichtet. Weiters könnte eine jedesmalige Befichtigung des 
Waggons vor der Benützung das eventuelle Zerbrochenfein einer Scheibe ent 
decken und leicht Abhilfe fchaffen. 
Die Finanzbehörde, fagt man weiter, würde gegen die Benützung folcher 
Wagen Einfprache erheben, in der Beforgnifs durch die Fenderchen der Laterne 
könnte gefchmuggelt werden. Diefe Beforgnifs id wohl nicht fehr begründet, denn 
die Fenderchen find fehr klein und fchmal und laffen fich nur von innen öffnen, ein 
gewaltfames Einfchlagen derfelben hindert aber die Gittervorrichtung. Da jedoch 
die eventuellen Einwendungen der Finanzbehörde jedenfalls angenommen werden 
müfsten, könnte dem fo abgeholfen werden, dafs man die Güterwagen mit Dach 
laternen nur für den Binnenverkehr benützt, wogegen für das Ausland —. und nur 
in diefem Falle hat die Finanzbehörde zu interveniren — die gewöhnlichen 
Güterwagen ohne Ventilationsvorrichtungen in Verwendung kommen. Der 
Gedanke, die Laternen amovibel zu machen, um diefe nur bei Bedarf aufftellen 
zu können, fcheitert an den technifchen Schwierigkeiten und dem Koftenpunkte. 
Es fällt ja gar Niemanden ein, diefe Einrichtung für alle neu zu bauenden Frachten 
wagen zu empfehlen, es genügt vollkommen, wenn man nur einen kleinen 
Bruchtheil des jährlichen Wagencontingentes damit ausrüflet.
	        
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