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Full text : Militär-Sanität und freiwillige Hilfe im Kriege (Gruppe XVI, Section 3), officieller Ausstellungs-Bericht

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Dr.  Mofetig  von  Moorhof.

anfteckendeKranke  füllen  eig  ene,  gefchloffene  Clofets  vorräthig  fein,  die  auf  das
genauefte  gereinigt  und  desinficirt  werden  miiffen.
Ein  Lazarethzug  mufs  nebfl  den  Bleffirtenwagen  auch  Magazins-,  Küchenund
  einen  Arztwagen  befitzen.  Küchenwagen  find  unentbehrlich,  denn  das
rationelle  Ernähren  der  Bleffirten  auf  den  Stationen  ift  ganz  und  gar  unmöglich.
Ein  Lazarethzug  mufs  nämlich  fobald  wie  möglich  feine  Endftation
erreichen  und  doch  nicht  zu  fchnell  fahren,  denn  das  allzu  rafche  Fahren  bekommt
den  Bleffirten  nicht  gut,  weil  dabei  die  Erfchütterung  viel  gröfser  ift;  man  kann
fonach  nur  dadurch  die  Fahrzeit  verringern,  dafs  man  die  Aufenthalte  in  den  verfchiedenen
  Stationen  theils  ganz  befeitigt,  theils  fehr  kurz  macht.
Könnte  man  jedes  Stillftehen  des  Zuges  während  der  Fahrt  vermeiden,
fo  wäre  damit  wohl  das  Ideal  eines  Bleffirtentransportes  auf  Eifenbahnen
erreicht,  denn  niemals  leidet  der  Bleffirte  fo  fehr,  als  beim  Anhalten  oder  beim
Abfahren  des  Zuges,  weil  das  Anprallen  der  Stofsballen  einen  kurzen  und  brüsken ­
  Stofs  erzeugt,  der  den  Bleffirten  am  allerempfindlichften  ift.  Wohl  kann  man
den  Stofs  bei  recht  vorfichtigem  Fahren  verringern,  aber  nie  ganz  befeitigen.
Das  Kochen  im  Zuge  ift  aber  auch  nothwendig,  um  die  Fahrgäfte  regelmäfsig  zu
nähren,  denn  dafs  die  Diätetik  bei  Kranken  die  Hauptpointe,  und  bei  Bleffirten
die  we'fentlichfle  Unterfttitzung  der  Behandlung  fei,  haben  wir  fchon  an  einer
früheren  Stelle  erwähnt.  Magazinswagen  find  bei  jedem  Bleffirtentrain  gewöhnlich
zwei;  einer  für  Proviant,  der  andere  für  die  gefammten  Lazarethrequifiten  im  Allgemeinen. ­

Wir  fanden  im  Sanitätspavillon  folgende  Sanitätszüge  :
Direction  der  n  i  e  d  e  r  f  c  h  1  e  f  i  f  c  h  -  m  ä  rk  i  f  c  h  e  n  Eifenbahn  in

Berlin.
Zwei  kleine  Modelle,  '/5  4er  natürlichen  Gröfse,  Hellen  uns  einen  Bleffirten-Transportwagen
  und  einen  Küchenwagen  dar,  die  aus  Perfonenwagen  IV.  Claffe
hergeftellt  find,  wie  fie  in  Preufsen  im  Betriebe  flehen.  Wie  wir  fchon  früher
erwähnten,  find  fie  auf  Anregung  der  Profefforen  Esmarch  und  Virchow
erbaut  worden,  und  ftanden  im  deutfch-franzöfifchen  Kriege,  fich  trefflich
bewährend,  in  Verwendung.  Die  Wagen  IV.  Claffe  —  bekanntlich  ohne  Sitze  -
find  mit  breiten  Kopfthüren  und  Plattformen  verfehen  und  haben  im  Innern  vier
ifolirt  flehende,  Boden  und  Decke  verbindende  Holzpfeiler.  An  diefen  und  den
entfprechenden  Stellen  der  Wagenwandungen  find  nun  Haken  angebracht,  welche
in  Friedenszeiten  cachirt  find,  und  die  mit  Hilfe  von  Kautfchuckringen  oder  kurzen
Lederriemen  die  Tragbahren  in  zwei  Reihen  übereinander  aufnehmen.  Zwölf
Tragbahren  können  in  einen  Wagen  untergebracht  werden,  zur  Winterszeit  jedoch
nur  zehn,  da  der  mittlere  Theil  der  einen  Lateralwand  zur  Aufflellung  eines
Ofens  verwendet  wird.
Da  die  Tragbahren  längs  der  Seitenwand  fuspendirt  werden,  bleibt  der
mittlere  Längsraum  zur  Paffage  frei.
Nr.  41.  Bonnefond  Carl,  Director  der  fr  a  n  z  ö  f  i  f  ch  e  11  Elfenbahn ­
  -  Gefe  11  fchaft  in  Paris.
Der  auf  Koflen  der  Societe  franqaife  de  fecour  aux  bleffes  nach  den
Angaben  des  Profeffors  Mundy  von  den  Plerren  Bonneford  und  Leon  erbaute
Lazarethzug,  befteht  aus  acht  Wagen,  die  fich  eintheilen  in:
i  Waggon  für  Aerzte,
i  Magazinswaggon,
i  Proviantwaggon,
i  Küchenwagen,
4  Lazarethwagen.
Der  Wagen  für  die  Aerzte  ift  ebenfo  praktifch  als  fchön  ausgeftattet.
Ein  mittlerer  fchmaler  Gang  verbindet  die  Kopfthüren,  und  ift  durch  einen
queren  in  der  Mitte  des  Wagens  gekreuzt.  Das  Querkreuz  enthält  in  der  einen
Abtheilung  einen  mittelft  Klappen  am  Bahnkörper  fich  öffnenden  Wafferclofet,
            
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