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Full text : Militär-Sanität und freiwillige Hilfe im Kriege (Gruppe XVI, Section 3), officieller Ausstellungs-Bericht

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Dr.  Mofetig  von  Moorhof.

Plattformen  erfetzen  follen.  An  den  Seitenwandungen  ausgefchnittene  Fenfter
follen  für  Licht  und  Luft  forgen.
Die  wichtigfle  Pointe  befteht  aber  in  der  Anbringung  regulirbarer
Federn  nach  dem  Syfteme  des  Herrn  Ober-Mafchinenmeifters  Brockmann
in  Stuttgart.  Durch  Wegnahme  einzelner  Blätter  laifen  fie  fielt  jeder  beliebigen
Tragfracht  accomodiren,  wodurch  die  Güterwagen,  was  Federung  anbelangt,
den  Perfonenwagen  gleich  gemacht  werden  können.  Die  innere  Einrichtung
befteht  für  die  Bleffirtenwagen  in  der  Unterbringungsmöglichkeit  von  8  liegenden
Verwundeten,  von  denen  4  an  Gurten  fuspendirt  hängen,  4  hingegen  auf  dem  Boden
gelagert  werden.  4  kleine  Hackerlingpölfter  für  die  4  Füfse  jeder  Tragbahre
follen  die  Erfchütterung  und  die  Gewalt  der  Stöfse  dämpfen'.?  Als  Beheizung
dient  ein  Patent-Füllofen  nach  Profeffor  Meidin  ge  r.
Die  Suspenfion  der  Bahren  im  Pfälzer  Zuge  unterfcheidet  fielt  von  der
gewöhnlichen  dadurch,  dafs  die  Traggurten,  je  2  für  eine  Bahre,  an  den  Seitenwandungen
  befeftigt  find  und  mit  einfachem  Klange  beide  Füfse  der  Tragbahre
umfaßen.  Die  Seitenwandungen  befitzen  an  den  Stellen,  wo  die  Tragbahren  fielt
anlegen,  kleine  Pölfter,  beftimmt,  die  Stöfse  der  feitlichen  Schwankungen  zu
dämpfen.  Es  ift  diefe  Variante  jedenfalls  der  Suspenfion  mit  langen  Gurten,  die
am  Plafond  ihre  Befeftigung  finden,  vorzuziehen,  da  die  Schwingungen  geringer
ausfallen  müffen,  indem  die  Bahre  fchon  durch  die  Richtung  der  Traggurten  an
die  Seitenwandungen  angeprefst  wird;  ob  fie  aber  der  gewöhnlichen  Suspenfion
mit  kurzen  Riemen  vorzuziehen  fei,  diefs  möchte  ich  fehl-  bezweifeln.  Jedenfalls
ift  die  Schmidt’fche  Suspenfion  für  gewöhnliche  Güterwagen  mehr  zu  empfehlen,
da  fie  alldort  leichter  anzubringen  ift,  indem  die  zur  kurzen  Suspenfion  nothwendigen
  Pfoften  in  keinem  Güterwagen  vorhanden  find.  Sehr  wünfehenswerth  wäre
es,  wenn  künftighin  auch  die  unteren  Bahren  gleich  den  oberen  fuspendirt  würden,
da  wir  uns  gegen  das  Lagern  der  Bleffirten  auf  demBoden  desWaggons  ganz  ent
fchieden  ausfprechen  müffen;  ferner  wäre  es  fehr  zweckmäfsig,  wenn  iederWagen
für  zehn  Bleffirte  eingerichtet  würde.
Der  Küchen  wagen  befitzt  einen  Kochherd,  deffen  Keffel  im  Innern
einige  Zoll  unter  dem  freien  Rande  einen  gewölbten  metallenen,  ringförmigen
Vorfprung  trägt,  welcher  gegen  das  Keffelinnere  feine  Concavität  richtet,  abnehmbar ­
  ift  und  das  Entweichen  der  Kochflüffigkeit  beim  Fahren  dadurch  verhindert,
dafs  er  jede  Flüffigkeitswelle  bricht  und  zurückwirft.
Solche  Küchenwagen  follen  jedem  Train  zwei  zu  Gebote  flehen,  auf  dafs
man  den  Zug  im  Nothfalle  theilen  und  jede  Hälfte  für  fich  fort  fundtioniren
könne,  was  namentlich  beim  Einfammeln  der  Bleffirten  aus  verfchiedenen  Punkten
von  Vortheil  fein  mufs.
Der  Arztwagen  hat  zwei  Tragbahren  auf  dem  Boden  liegen,  nebfldem
ein  kleines  unbequemes  Sopha  und  die  Apotheke.
Plambeck,  Hamburg:  Ein  gewöhnlicher  gefchloffener  Güterwaggon  mit
zehn  in  Federn  hängenden,  feitlich  beteiligten  Lagerungsfehweben.  Am  Güterwagen ­
  ift  nicht  die  geringfte  Umgeftaltung  getroffen,  aufser  dafs  Fenfter  eingefchnitten
  wurden.  Er  entbehrt  alfo  des  nothweijdigen  Principes  der  Durchgängigkeit, ­
  und  ift  fchon  aus  diefem  Grunde  für  geordnete  Lazarethzüge  unbrauchbar.
Diefer  Wagen  hat  aber  auch  nur  den  Zweck  zu  zeigen,  wie  man  im  Nothfalle.  wenn
es  an  Allem  gebricht  und  nur  die  eben  von  Waaren  geleerten  Güterwagen  zu
Gebote  flehen,  Vorgehen  könne,  um  die  Bleffirten  nicht  auf  den  Boden  zu  lagern.
Zehn  Bahren  werden  in  zwei  Reihen  mit  langen  Stricken  am  Plafond  befeftigt
nach  demfelben  Principe,  das  Mundy  in  einem  der  franzöfifchen  Wagen  zur
Anfchauung  brachte.  Der  Unterfchied  befteht  nur  darin,  dafs  Mundy  jedes
Stückende  am  Plafond  für  fich  auf  höchft  einfache  Weife  befeftigt.  während  Plam
b  eck  alle  4  Enden  in  eine  Art  Klammer  vereiniget,  die,  einer  Beifszange  ähnlich,
Zarge  genannt,  ohne  weitere  Vorkehrungen  im  Augenblicke  an  einen  der  Dachbalken ­
  angehängt  werden  kann.  Da  hier  das  Princip  der  langen  Suspenfion  ver-
            
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