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Full text: Militär-Sanität und freiwillige Hilfe im Kriege (Gruppe XVI, Section 3), officieller Ausstellungs-Bericht

Militärfanität und freiwillige Hilfe im Kriege. 
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Zum Reinigen des Wagens ift das Freilaffen des Bodens nothwendig. 
Die Abtritte füllen vom Innenraume des Wagens abgefchloffen fein und fich direcft 
auf den Bahnkörper leeren; nur für anfleckende Kranke find eigene gefchloffene 
Clofets aufzuftellen ; 
Ein Sanitätszug foll endlich aus höchftens 50 Achfen beftehen und den 
Transport von2 0 0 liegenden Kranken oder Verwundeten geflatten. 
Mit Ausnahme der Fahrordnung der Züge ift die Führung und Verwal 
tung der Sanitätszüge nach den für die Feldlazarethe gütigen Normen zu regeln. 
DiefePoftulate erklärt die Conferenz für unabweisbar 
geboten und mit Bezug auf den Koftenaufwand für zuläffig. 
Als Nachtrag nahm die Conferenz noch folgende zwei von den Herren 
Profeffor E s m a r c h , General v. Baum garten und Dr. G o r i geftellten 
Anträge an: 
Es dürfen an Sanitätszügen weder beladene noch leere Waggons angehängt 
werden. 
Von Zeit zu Zeit follte man einen vollftändig mit allen nothwendigen 
Requifiten und Materiale verfehenen Sanitätszug ausrüften, um einerfeits zur 
Belehrung und Einübung des Trainperfonales zu dienen, und andererfeits die 
Nothwendigkeit folcher Einrichtungen zu beweifen und Intereffe für diefelben im 
Publicum zu erwecken. 
Tornifter, Feldtafchen und Kiften für den Verbandplatz. 
Von einerVerbandtafche fordert man vor Allem, dafs diefelbe nicht fchwer fei, 
und eine möglichft einfache Einrichtung habe. Alles Unnöthige foll ftrenge vermie 
den und das Nothwendige derart untergebracht fein, dafs es leicht zu finden fei und 
dem Aus und Wiedereinpacken keine Schwierigkeiten biete. Eine Feld-Verband- 
tafche foll gewöhnlich nur die nothwendigflen Verbandgeräthe und Arzeneien 
enthalten und wird theils von den Feldärzten und theils von der Sanitätsmann- 
fchaft getragen. Die Verbandtafchen für Aerzte müffen fehl* klein fein und follen 
gleich einer Patrontafche getragen werden, denn das Baumeln der Tafche an 
einem Schulterriemen ift namentlich beim Verbinden in gebückter Stellung fehr 
hinderlich und entfallen ihr auch dabei leicht Theile ihres Inhaltes. Die Tafchen 
für die Sanitätsmannfchaft find gröfser und vollfländiger eingerichtet und werden 
gleich einem Tornifter auf dem Rücken getragen, daher auch der Name Ver 
ba n d t o rn i ft e r. Unter letzteren fand die in der belgifchen Armee eingeführte 
Verbandtafche von Hermant die meifte Anerkennung. 
Unter dem Namen „Er ft er Verband“ waren kleine Pakete — 10 Centi- 
meter lang, 7 Centimeter breit und 2 Centimeter dick — ausgeftellt, mit einer 
Umhüllung aus gefirnifstem Seidenpapier, die mit einer fogenannten Sicherheits- 
Stecknadel verfchloffen, auf der Vorderfeite die Auffchrift trugen: Erfler Verband, 
enthält : 
1. Dreieckiges Fach. 
2. Stückchen englifcher Charpie mit Carbolfalbe (1:10) beftrichen, nebit 
2 Stück Wattecharpie in gefirnifstem Papier eingefchlagen. 
Der Zweck diefer Päckchen foll fein, jedem Soldaten auf dem Schlachtfelde 
die Möglichkeit zu bieten, rafch und ohne ärztliche Hilfe abwarten zu müffen, die 
eigenen Bleffuren oder jene des verwundeten Kameraden auf eine ebenfo leichte 
als zweckmäfsige Weife verbinden zu können. Es kann diefer Gedanke des 
Geheimraths Profeffor Esmarch nicht genug gewürdigt und gepriefen werden, 
wenn man bedenkt, wie fpät nach erlittener Verletzung die ärztliche Hilfe oft 
kommt und welche fchädliche Folgen das längere Nichtverbundenfein für den 
Verwundeten haben kann. Welcher Segen dagegen liegt in dem rafchen Abfchluffe 
der frifchen Wunden auf dem Schlachtfelde? Aeufsere ungünftige Einflüffe
	        
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