Militärfanität und freiwillige Hilfe im Kriege.
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war Diefes ift um etwa zwei Centimeter in beiden Durchmeffern großer, denn
das frühere, aus billigem, ungebleichten Baumwoll-Stoffe, und wird von dem Fabri
kanten Ludwig Guftav Cr am er in Düffeldorf um den gewifs billigen Preis
von i 7 /« Silbergrofchen das Stück erzeugt und geliefert. Das ganze Verbandpacke
dürfte demnach um den Preis von *>/, Silbergrofchen zu haben fein. Die aufge
druckte Zeichnung ift viel einfacher, fie ftellt nicht mehr als ganzes Bild die
Schrecken des Krieges dar, und dürfte Niemanden mehr muthlos machen, als er cs
etwa von Haus aus fchon ift. An fechs grofsen Figuren, ganz behäbige Männer
darftellend, find in 31 Nummern fämmtliche Anlegungsweifen des dreieckigen
Tuches zu Verbandzwecken klar und deutlich gezeichnet.
Gegenwärtig find fonach alle früher beftandenen Hindernde gegen eine
allgemeine Einführung des „erden Verbandes“ behoben, und es lafst fich hoffen,
dafs nunmehr nicht nur das ungarifche Landesvertheid,gungs-Minifterium, fondern
auch das öfterreichifche und die Kriegsminifterien der anderen Staaten es in die
Armeen einführen werden, umfomehr als in der Privatconferenz , der auch hoch-
geftellte Militärärzte beiwohnten, die Refolution der Profefforen B. v. Langen
beck, Esmarch und Bill roth: „Es ift zu wünfchen, dafs im Kriege jeder
Soldat an geeigneter Stelle ein zweckmäfsiges Verbandzeug bei fich trage, mit
welchem ihm, im Falle feiner Verwundung, der erfte Verband angelegt werden
könne“ — mit Acclamation angenommen wurde. ' ,
Als geeignetfte Unterbringung des Päckchens empfiehlt E s m a r c h es 11
einen Zipfel des Uniformrockes einnähen zu laffen, damit der Soldat nicli
etwa in die Verfuchung gerathe, das Tuch als Fufs- oder Putzlappen zu
Die preufsifche Armee hat die von Oberftabsarzt Dr.Ballhornmodi-
ficirten dreieckigen Tücher eingeführt, die aber viel kleiner als che Esmarch fchen
find, und demnach weniger praktifch fich erweifen durften. Wohl mag dei billi
gere Koftenpreis diefe nachtheilige Reducirung der Gröfsc hervorgerufen haben,
gegenwärtig ift aber diefer etwaige Grund befeitigt, und zweifelsohne wird auch
die preufsifche und mit ihr die deutfchen Armeen nunmehr Esmarch s \ eibanc -
packete einführen. Die holländifche Armee hat das neue Tuch bereits in grofsen
Quantitäten angekauft, und find die Truppen der Expedition damit verfehen nach
AtChm Hofffnwir dafs alle Armeen, welche zu künftigen Kriegen zu rüften berufen
fein werden, diefem Beifpiele Hollands folgen zum Wohle und zum Heile der
0 ‘ Plambeck ftellte mehrere nach Esmarc h’fcher Angabe gefüllte V ei -
bandnlatz-Kiften aus, deren mufterhafter Inhalt im Wefentlichen folgender ift:
Binden aus Leinwand, Baumwoll-Stoff, Flanell oder Gage von verfehle-
Jener Länge und Breite. Es dürfte nicht unwefentlich fein, zu bemerken dafs
alle zu Verbänden zu benützenden Binden rein und aus einem Stucke befte ^"‘
fein müffen. Die Näthe beim Anftückeln drücken den gefafchten Korpertheil un
find derlei Binden defshalb zuLazarethzwecken untauglich; aus denselben Grunde
ift das Einfäumen der Binden zu unterlaffen. Jede Binde möge aufgerollt und mi
einer Stecknadel gefichert gepackt werden. r n „ a i
Dreieckige Tücher aus neuer oder gel rauchter jedenfalls aberftarkei
Leinwand oder Baumwoll-Stoff, deren Seiten 3 bis 4 Fufs lang fein mögen.
Compreffen. Viereckige Verbandtücher, welche zur Application von
«1«' Xis ein lehr
iriites Erfatzmittel ift die englifche Charpie oderLint zu bezeichnen, ein einfeitig
fehr rauher Baumwoll-Stoff, der in grofsen, zu Päckchen zufammengelegten Stucken
1111 n ‘ n \ift Befriedigung fahen wir, dafs der öfterreichifch deutfehe Ritterorden
eine neue Qualität von Charpie ausftellte, die durch Zerzupfen von getheerten