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Full text: Militär-Sanität und freiwillige Hilfe im Kriege (Gruppe XVI, Section 3), officieller Ausstellungs-Bericht

Militärfanität und freiwillige Hilfe im Kriege. 
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Gerüfte in der Form ähnlich einem halben Hunde-Maulkorbe, welches an der con 
vexen Seite mit einem poröfen Stoffe überzogen ift, auf dem das Chloroform tropfen 
weife aufgefchüttet wird. Dazu ift noch eine Krückenzange zum Vorziehen der 
Zunge beigelegt, beides in einem Lederetui untergebracht. 
Gypskaften von Blech wohl verfchliefsbar und mit gutem frifchgebrannten 
Gypspulver gefüllt. 
Beflecke zum Auffchneiden des Gypsverbandes, eine Gypsfcheere und 
ein Gypsmeffer enthaltend. Ich würde dem Bedecke noch ein Paar krumme Hey fche 
Sägen beigeben, da fie, wie ich mich vielfältig überzeugt habe, am bellen zu 
diefem Zwecke dienen. 
Schienen, Be in laden und Lagerungsapparate verfchiedener 
Art. Hiezu find auch leere Kiffenfäcke aus federn Stoffe zu rechnen, die man vor 
der Anwendung mit Häckerling (klein gehacktes Stroh) oder Sand füllt. 
Verban dtafch en für Wärter und Gehilfen, eine Scheere, ein Rafir- 
meffer, eine Kornzange und eine anatomifche Pinzette enthaltend. 
Etuis mit Heftnadeln und Nähmaterial nebd Stecknadeln. 
Möchten doch alle Verbandkiden, welche die Privathilfe den Lazarethen 
beidellt ähnlich den Esmarch’fchen fein, wie oft bekommt man de mit unnützem 
und unbrauchbarem, ja fchädlichem Zeug gefüllt, mit unreiner Charpie, fchmutzigen 
Verbanddücken, zerriffener Wäfche und anderen zweifelhaften Liebesgaben mehr 
Hofpit albe darf. 
Unter diefem generellen Namen find die verfchiedenden Objedle verdanden 
von denen theilweife fchon die Rede gewefen id. Wenn wir wie bisher dem Special 
kataloge folgen wollen, können wir de in folgende Gruppen abtheilen: 
Baraken und Zelte, 
Betten und Operationstifche, 
Verbandmaterial, 
Chirurgifche Indrumente, Apparate, und Feldapotheken, 
kündliche Gliedmafsen und Erfatz von zerdörten Kiefertheilen. 
Baraken und Zelte. Das Bedürfnifs, Verwundete und Kranke in 
Zelten und Baraken unterzubringen, id einerfeit aus der Beobachtung hervor 
gegangen, dafs die Behandlung derfelben unter dem Einfluffe der freien Luft 
relativ und abfolut gündigere Heilungsrefultate ergebe, als jene in gefchloffenen 
Localitäten und ferner aus den Schwierigkeiten, im Kriege gute und geeignete 
Gebäude in genügender Anzahl aufzutreiben. 
Von den öffentlichen Localitäten einer Stadt, welche zu Lazarethzwecken 
Verwendung finden können, und öfters fchon Verwendung fanden, find folgende 
zu erwähnen: 
H o fp i t ä 1 e r, wenn vorhanden, eignen (ich hiezu natürlich in elfter Linie 
fchon vermöge ihrer fchon beftehenden Einrichtungen ad hoc : der Betten, der 
Küche, des Wartperfonales, der hygienifchen Verhältniffe überhaupt. Doch felbft 
die beften Hofpitäler find für eine gröfsere Anhäufung von Bleffirten gefärlich, 
weil fie durch die frühere conftante Benützung mit fchädlichen Stoffen im- 
prägnirt find, welche fich nur fchwer befeitigen laffen und bald ihren verderb- 
lichen Einflufs auf die Verwundeten zu Tage treten laffen (Hofpitalismus). 
Aus ähnlichen Gründen, denen noch ein gewöhnlich abfoluter Mangel 
jeglicher hygienifcher Einrichtungen namentlich in Rückficht auf \ entilation und 
Canalifation fich beigefeilt, eignen fich auch nicht Kafernen, Kirchen, 
Schulen und F ab r i k s g e b ä u d e. K i r c h e n befitzen dank ihrer hohen 
Fenfter gar keine Ventilation, haben Sommer und Winter eine ftets gleiche feuchte
	        
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