Die Heiz- und Sicherheits-Ausrüftung der Keffel.
99
Die Heizapparate.
Wei taus die meiden Heizungen der Keffel gefchehen auf dem ebenen nor
malen Roft, deffen Einfachheit nichts und deffen Wirkungsweife bei entfprechen-
der Conftrudtion und Wartung nur wenig zu wünfchen übrig läfst.
Gute (manchmal auch nur complicirte) Roftconftrudlionen oder folche,
welche ihre Befchickung nur auf rationellere Art zulaffen als es der gröbde Unver-
dand will, werden von ihren Erfindern meid „rauchverzehrende“ genannt. Der
artige waren auch mehrere in der Ausdellung zu finden und wenn auch wo
immer fie im Gange waren das Epitheta getrübt erfchien, fo foll doch nicht
bedritten werden, dafs fie unter gewiffen Verhältniffen der Empfehlung werth
fein können.
In der Ausdellung waren mehrere folcher Rode in Betriebe , aber ver
gleichende Verfuche wurden nicht vorgenommen, obgleich es bei einer guten Zahl
von Keffeln. welche je in zwei congruenten Exemplaren Vorlagen, um fo leichter
möglich gewefen wäre, als auch der Dampfverbrauch (z. B. für den Pumpenbetrieb)
condant zu erhalten war.
Andere folcher Heizapparate lagen kalt und liefsen einen Schilds auf ihre
Wirkung noch fchwieriger zu.
Jene nachträglichen Einleitungen frifcher oder erwärmter Luft in den .Ver
brennraum oder die Züge, welche manchmal verfucht wurden und die fich gleich
falls „Rauchverbrennungen“ benennen, kamen auf der Ausdellung gar nicht vor
D i e P1 a n r o d e. Um der Kleinkohle bei dünnen Spalten und langen (darken)
Stäben dennoch genügende Luft zuzuführen, id die Verwendung der Querfpalten
mit feitlich angegoffenen Kämmen ein bewährtes Mittel Hier werden öfter zwei
bis drei Stäbe 1 zufammengegoffen, welche entweder fämmtlich oder deren nur
einer (dann der mittlere) die aufliegende Lad der Kohle trägt. Um die Roftftäbe
kühl zu halten find fie manchmal mit Afchenrinnen, Querfchnitten oben oder mit
Fenderungen in der Mittelhöhe verfehen. Elfteres war beim amerikanifchenKeffel
dei Fall, deffen ganz maffive einfache Rodbarren 15 Meter lang und oben 25 Milli
meter dick waren. Ueber den Nafen erhielten fie 40 Millimeter Breite, fo dafs die
einzelnen Spalten 25 Millimeter Luft boten und nur für grobe Kohle pafsten.
Die Querfpalten etc. waren bei den englifchen und deutfchen Roden häufig
verwendet deren Stäbe meid 0 6 bis ö S Meter lang waren und Breitfpalten von
10 Millimeter Luft frei liefsen. In Oederreich find fie gleichfalls häufig verbreitet, wo
fie nach dem Patentträger „Zoder“ benannt werden. .
Die R o d fl ä b e von Brüder N o b a k & F r i t z e.in Prag (ausgeftellt in der
landwirthfchaftlichen Abtheilung) beruhen auf gleichem Principe, nur flehen die
Seitenkämme nicht fenkrecht, fondern beiderfeits unter circa 60 Grad vom tragen
den Längsdabe weg. Aehnlich dem elften find auch fie für die genngde Klein-
kohle brauchbar und follen noch den Vortheil haben, dafs die Schürdange leich
ter die Schlacken abfchneidet, aber dennoch die Zähne des Kodes belfer fchont
Für Kleinkohle id ferner die Verwendung ganz einfacher dünner Stabe,
welche dann nur kurz fein können, in ziemlicher Verbreitung. Sie bieten bis
c Millimeter weite Spalten, aber weil die Roflfläche viele folcher Stabe verlangt,
kommt fie leichter inUnftand, als wenn fie aus weniger, aber zulammengegoffenen
ftärkern Stäben mit Querfugen befteht. Die dünnen, einfachen Stäbe waren
unter Anderem beim Dingler- und beim Sulzerkeffel zu finden, wo f.e (beim Letz-
teren) cliefer Bericht befchreibt.
Schiefe Rolle werden für Dampfkeffel-Feuerungen wenig mehr ver-
wendet, und waren in der Ausdellung nur unter öfterreichifchen Keffeln zu finden.
Jener im öfterreichifchen Keffelhaufe bei G. Sigl war der Zeh fclie Schutte lroft,
deffen Längssftäbenach einem kleinerenWinkel als derBofchung desKleinmaterials
entfpricht, geneigt liegen. Durch eine von der Speifepumpe getriebene Trans-
miffion oder von der Hand des Wärters werden fie nun zeitweilig leife um ihre