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Full text: Dampfkessel (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Die Heiz- und Sicherheits-Ausrüftung der Kelfel. 
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lichte Weite, und war mit zwei Putz- oder Schaulöchern verfehen. Zum Betriebe 
foll Vs Pferdekraft ausreichen, was ganz glaubwürdig erfcheint. 
Diefer Apparat verbrennt nun thatfächlich Staubkohle nach Profeffor 
Weifs’s verläfslichem Zeugnifs. Die Verdampffähigkeit derfelben ftellt fich etwas 
geringer heraus, als jene der Stückkohle, weil, abgefehen von der geringeren 
Reinheit, wahrfcheinlich einige Percente des Keffelftaubes unverbrannt durch 
die Effe gingen. Da fich aber der Preis loco Grube zwifchen beiden Sorten unge 
fähr wie 2 : I verhält, fo ift dort ein ganz bedeutendes Erfparnifs gewifs. 
In weiteren Entfernungen vermindert fich der Vortheil, weil die gleich 
bleibende Centnerfracht den Preisunterfchied mehr und mehr verwifcht; aber 
dennoch bleibt er pofitiv, wenn keine anderen Nachtheile Vorkommen, was ich 
bei dem leer und kalt flehenden Ausftellungsapparat nicht beurtheilen konnte. 
In England follen deren einige fechzig in Thätigkeit fein. 
Alex. F ri edmann’s Heizung der Schiffskeffel. Nachdem der Erfinder 
felbft den Bericht über das Marinewefen geliefert hat, und darin diefe vor- 
gefchlagene und in Zeichnung ausgeftellte Feuerung ausführlich behandelt (auch 
die Schiffskeffel überhaupt diefer vorliegenden Arbeit entfallen), fo wäre hier 
keine Erwähnung derfelben noth. Weil aber diefe Feuerung auch für ftabile 
Iveffel ihre Zukunft haben kann und dafür fofort anwendbar fcheint, wenn fie fich 
nur erft bei dem eben in Ausführung begriffenen Verfuche bewährt, fo gebührt 
ihr auch hier der Platz. 
Alex. Friedmann fchlägt vor, einen Schachtofen, ungefähr wie einen grofsen 
Cupolofen, ohne jedweden Feuerroft, aber miteiner verfchliefsbaren Gichtöftnung 
und Gasauffang-Vorrichtung verfehen aufzuftellen, und mittelft eines Ventilators 
oder fonftigen Gebläfes und mittelft Zufchläge behufs Verwandlung der Afchen- 
theile in flüffige Schlacke zu betreiben. 
Die Füllung foll mittelft eines Kipptroges (Tabernakel) von der Gicht aus 
erfolgen, fo dafs der Äbfchlufs des inneren Brennraumes von diefer Seite ein 
fteliger bleibt. 
Die Gebläfeluft foll aus einem äufseren concentrifchen Mantel, der als 
Windrefervoir und Luftvorwärmer dient, durch Düfen in den Ofen ftrömen und die 
unterfte Kohlenfchichte zu Kohlenfäure verbrennen. Die dabei auftretende hohe 
Temperatur wird die Schlacken niederfchmelzen, welche zeitweilig durch eine 
Form abzuziehen find. Die entftandene heifse Kohlenfäure aber fteigt durch die 
nächfthöheren rothglühenden Schichten der Kohle des Ofens. In Berührung mit 
diefen reducirt fie fich zu Kohlenoxydgas, welches nun nebft den Produkten der 
trockenen Deftillation in den oberften Theilen und ziemlich abgekühlt zum Gas 
fang kommt, von wo fie die Gasleitung unter den (die) Keffel führt. Dort wird 
lie nun fo verbrannt, wie es bei Feuerungen mit Gichtgafen erprobter Weife 
g-efchieht 
Durch einen derartigen Gasofen würde das Heizen leicht, und der Vortheil 
der neuen Methode miifste ihr defto fchneller Bahn brechen, je mehr Feuerftellen 
nebeneinander flehen und je mühfamer die Bedienung der Rofte — fei es wegen 
der GrÖfse oder der Kohlenbefchaffenheit — gegenwärtig ift. 
Ich erkundigte mich bei einem unferer erften Chemiker, welcher mir das 
Thatfächliche der eintretenden Reduaion der Kohlenfäure zu Kohlenoxydgas 
beftätigte, wenn elftere vor den Düfen entftehend durch die oberen glühenden 
Kohlenfchichten bricht. 
Vom Standpunkte der Ausführbahrkeit kann alfo diefes Projea kein Vor 
wurf treffen. Und follten die Verfuche, welche eben im Beginnen find, das faaifche 
Auftreten der anderweitigen Vortheile darlegen, welche man von diefer neuen 
Heizmethode zu erwarten Recht hat, fo könnte eine durchgreifende Verbefferung 
der Heizanlagen und nicht nur auf den Schiffen allein erwachfen. Hauptfächlich 
wäre es dann die Luft, deren zuzuführende Mengen mit genauer Hand zu regeln
	        
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