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J. F. Radinger.
flünde und eine volle Ausbeute des Heizeffecles der Kohle geben müfste, wie es
bei keinem Rolle der Fall ilt.
Aber auch der Nachtheil des oftmaligen Heizthür Oeffnens und die Mühe
des Kohlenaufwerfens und Schürens würde gänzlich entfallen.
Ferner wäre hier noch zu erwähnen:
Wohnlich’s Verfahren, die Abfälle der Coaks- und Steinkohlen-feuerungen
zu fcheiden und wieder zum Feuern zu benützen; es belteht aus einem
Wafchen und Sieben der Abfälle mit höchfl einfachen Apparaten (Bottich und
Siebe), wobei fich bei gewiffen Brennmaterialien und Heizungen ein nicht zu
verachtender Gewinn zu ergeben fcheint.
Sonft aber fchien anderes Brennmaterial als diredle Kohle der Thatfache
im Widerfpruch, aber der Ausheilung nach kaum zu exilliren. Von Heizungen
mit Ueberhitzen oder (Hochofen etc.) Gafen fiel mir nichts Erinnernswerthes
auf. Die Heizung mit Stroh ift eine gelölle Frage, und die dafür verwendeten
(neuen) Apparate find bei den Locomobilkeffeln, an welchen he vorkamen, bereits
befchrieben. Aber die Verbrennung von Sägefpänen, Lohe und ähnlichen Abfällen,
worin in den letzten Jahren wefentliche Fortfehritte gemacht wurden, zeigte
kein einziges Objedl.
Schliefslich ift noch anzuführen:
Petroleumheizung von F. Janke in Brünn. Der naheliegende Gedanke,
Petroleum als Heizmittel einzuführen, fcheiterte bis heute amKoflenpunkt.
Nach der chemifchen Zufammenfetzung berechnet fich deffen Heizkraft auf circa
ii.ooo Wärme-Einheiten und daraus, fowie aus dem nachfolgenden Verfuche des
Ingenieurs Janke ergibt fich der Heizwerth desfelben als ungefähr doppelt fo
grofs als jener der Steinkohlen. Wären alfo die Preife im annähernd gleichen
Verhältniffe, fo könnten Vortheile anderer Art wohl für deffen Anwendung
fprechen. Heute ift aber diefes Preisverhältnifs mindeflens 16 : I. das heifst dem
Feuerungswerth nach achtmal zu theuer, und fo verwehrt fich diefes Heizmaterial
fchon aus diefem Grund allein.
Anders würde fich bereits die Sache geflalten, wenn ftatt des raffinirten
Produ(5tes die rohen, oder jene „Schweröle“ genommen würden, welche bei der
Deftillation des Rohpetroleums und des Ozokerits Zurückbleiben.
Diefe find der chemifchen Zufammenfetzung, alfo dem Heizwerthe nach
dem theureren Produdle gleich, werden aber nur der Erzeugung von Schmieren,
von Leuchtgas und ähnlichen vereinzelten Verwendungen zugeführt, und ihr Preis
ift nur ungefähr halb fo hoch oder noch weniger als der des überall gefuchten
Leuchtöles. Auch wäre deffen höhere Entzündungstemperatur (200 Grad Celfius)
der Grofsverwendung günfliger, indem unter Anderem auch die Gefahr mit dem
Steigen jener finkt.
Die Ausheilung zeigte aber keinen Verfuch einer neuen derartigen Verwendung
des letzteren zur Heizung, welche überdiefs noch immerhin (bei uns)
drei- bis viermal theurer käme als mit Kohlen.
F. Janke fuchte aber durch Zeichnungen zu verfmnlichen, wie er fich die
Verwerthung des raffinirten Petroleums zu Heizzwecken denkt. Unter dem betreffenden
Röhrenkeffel foll einfach eine gröfsere Zahl von gewöhnlichen, grofsen Petroleumlampen
mit Rundflammen brennen. Da deren Gläfer nie fpringen und keine
Lampe raucht, fo wäre die Wartung leicht und ein Schornflein unnöthig. Für die
Kleininduflrie follte die Keffelfeuerung gleichzeitig das Arbeitslocal heizen und
beleuchten.
Herr Janke theilte Verfuche mit, welche er an einem älteren Keffel von
0 5 Meter Durchmeffer und 1 Meter Länge mit 10 Stück Petroleum Rundbrenner-Lampen
(Dochtdurchmeffer 40 Millimeter) angeflellt hatte, wobei der Waffer-