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Full text : Dampfkessel (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Die  deutfchen  Kefl'el.

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fie  zu  dem  Waffer  Vorwärmer  oder  in  die  Effe  gelangen.  Diefs  wird  durch  das
neue  deutfche  Regulativ  geftattet  oder  es  wird  vielmehr  fafl  darauf  hingewiefen,
indem  es  ausdrücklich  eine  wafferbefpülte  Keffelfläche  von  mindeftens  zwanzig
Mal  der  Roftfläche  verlangt.  Folge  deffen  werden,  nachdem  diefs  eifüllt,  die  den
Dampfraum  umfchliefsenden  Keffeltheile  der  Wärmewirkung  preisgegeben  und  fo
zur  Arbeit  herangezogen,  während  diefelben  Theile  in  den  englifchen  Keffelhäufern
  unbedeckt  an  der  Luft  liegen  und  Wärme  ausftrahlen.
Ausgeftellt  waren  :
2  Kefl'el  von  der  Carlshütte  bei  Rendsburg  (Meyn’s  Kefl'el).
2  „  „  Pauckfch  &  Freund  in  Landshut  a.  W.
i  ”  „  Jean  Affolter  in  Chemnitz.
1  „  D  in  gl  er  in  Zweibrücken,  —  ftmmtlich  im  Betriebe.
2  '  n  Bergmann  in  Hattingen  an  der  Ruhr.
i  .,  ,,  W.  F  i  tzn  er  in  Laurahütte,  und
!  '  F.  Schmidt  in  Halle,  welch’  letztere  kalt  und  ohne
Mauerwerk  vor  dem  Keffelhaufe  oder  im  landwirthfchaftlichen  Hofe  lagen.
Sämmtliche  Kefl'el  waren  Röhrenkeffel  und  fo  vollkommen  fie  alle  in  der
übrigen  Conftrucftion  und  der  gefammten  Ausführung  waren,  fcheint  es  mir  doch,
dafs  alle  an  dem  Gattungsübel  der  Röhrenkeffel.  den  beengten  Rohrquerfchnitten,
  litten.

Der  Meyn’fche  K  effe  1.
Die  Gefellfchaft  der  Holle  r’fchen  Carlshütte  bei  Rendsburg  fandte  zwei
ihrer  J.  C.  C.  Meyn’fchen  Patent-Hochdruck  Dampfkeffel.
Diefs  find  verticale  innengeheizte  Apparate,  welche  durch  ein  doppeltes
Röhrenfyflem  eine  ungewöhnlich  grofse  heuerfläche  bergen.  Jeder  befland  aus
einem  flehenden  cylindrifchen  Aufsenkeffel  von  2  32  Meter  Höhe  und  1-825  Meter
Durchmeffer,  welcher  oben  einen  Dampfdom  von  1-067  Meter  Weite  trug.
Eine  fchwach  conifche  Feuerbüchfe  enthielt  unten  der  Rofl,  welcher  nach
aufsen  verlängert  war  und  als  Vorfeuerung  fchlofs.  .
Die  Feuerbüchfe  hatte  unten  75  und  oben,  wo  fie  in  eine  Erweiterung, ­
  in  die  Rohrkammer  mündete,  61  Centimeter  Durchmeffer.  Letztere  war
0  74  Meter  hoch  und  ihre  Wand  fland  um  circa  8  Centimeter  von  der  des  Aufsenmantels
  ab.  .  .  ,
Sie  war  oben  mit  einer  kreisrunden  Decke  gefchloffen,  über  welche  das
Waffer  fland  und  von  welcher  zweierlei  Rohre  ausgingen.
Die  einen  erhoben  fleh  nahe  des  Randes  diefer  Decke,  durchfetzten
den  Wafferraum  und  mündeten  an  dem  oberen  horizontalen  Keffelboden  rund
um  den  Dom.  .
Die  anderen  fenkten  fleh  von  der  Decke  zum  ringförmigen  Boden  der
inneren  Rohrkammer  nieder  und  waren  waffergeftillt.
Die  erften,  die  Feuerrohre  64  an  der  Zahl,  hatten  63  Millimeter  Durchmeffer ­
  078  Meter  Länge  und  ftanden  in  einer  einzigen  zickzackförmigen  Kreislinie.
Die  letzteren,  die  Wafferrohre,  waren  keilförmigen  Querschnittes  und  ihrer
70  (landen  derart  eng  in  der  Rundung,  dafs  nur  eine  Spalte  zwifchen  ihnen  blieb,
welche  9  Millimeter  innen  und  11  Millimeter  aufsen  mafs.
Das  Feuer  aus  der  Feuerbüchle  kommend,  mufste  nun  durch  diefe  7°
Spalten  zwifchen  dem  Keilrohre  hindurch,  wobei  es  fein  zertheilt  an  deren  Waffel  -
wänden  vorbeiftrich;  darauf  verliefs  es  durch  die  runden  Rohre  den  eigentlichen
Kefl'el  und  trat  in  einen  Mantel,  welcher  den  Dom  umgab.
Diefer  Mantel  ging  oben  in  den  direeft  aufgefetzten  eifernen  Schornflein
über  und  die  Feuergafe  konnten  auf  ihrem  Wege  dahin  noch  den  Dampf  trocknen,
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