48
J. F. Radinger.
Keffelfufse ift, und die Flamme in einfacher Spirale um den rolirumgebenen Keffel
und zur Effe ziehen.
Einfteigftutzen und Wafferftand-Vorkopf vervollftändigen diefen Apparat.
Bei dem einen Keffel, delfen Zeichnung mir vorliegt, beträgt die Heizfläche
ioo Quadratmeter, die Roftfläche 4-3 Quadratmeter oder l/ äs der erfteren. Unten
beträgt der Zug 1/4.5 beim Regifter i/ 3 . ä im Schornftein '/ 3 der Roftfläche.
Diefe richtigen Verhältniffe laffen eine forcirte Feuerung zu, welcher aber der
Mifsftand anhaftet in einem Vorraum untergebracht werden zu müffen, wo fich
ftets ein Theil der Wärme auf s Niederfchmelzen der Gewölbfteine verlegt und
nach Aufsen verflrahlt.
Diefer Keffel mufs alle Vortheile, aber vermöge feiner Gröfse concentrirt
auch alle Nachtheile an fleh tragen, welche die Fieldröhre bringt. Dafs er wenig
Raum beanfprucht und rafch zu heizen ift, aber auch rafch den Stand des Waffers
und des Druckes fchwankt, ift eben fo bekannt, als dafs fleh die Rohre, deren Länge
hier über 3 Meter wächft, wegen des Verlegens nur für ununterbrochene oder
ganz feltene Heizung eignen.
Der Keffel wird bei halbwegs normalem Betriebe leicht naffen Dampf geben.
Verdampft derfelbe mäfsig, wie es in Bochum conftatirt wurde, 215 Kilogramm
per Stunde und Quadratmeter Heizfläche, fo werden bei 100 Quadratmeter
2150 Kilogramm Dampf gebildet, welche der Wafferfpiegel-Fläche von r88 Meter
Durchmeffer oder 277 Quadratmeter per Stunde entfteigen müffen, was über
770 Kilogramm per einzelnen Quadratmeter (gegenüber von 43 Kilogramm beim
Cylinder- und 212 beim Pauck’fch-Freundkeffel beträgt.
Schliefslich will ich noch erwähnen, dafs die Firma Kohlenausbeute-
Refultate bekannt gibt, welche theils auf Grund von % bis 1 ftündigen Heizungen
gewonnen und wobei wie ich nachrechne nur die geringe Menge von 8'5 bis
104 Kilogramm Dampf per Quadratmeter Heizfläche und Stunde entwickelt wurden.
Bei folch kurzer Beobachtungsdauer kommt der Einflufs des Mauerwerkes
leicht zur übrigen Heizung hinzu.
Der Vortheil diefes Syflems foll in der Vermeidung der inneren Feuer-
büchfe und dem Gehalte eines gröfseren Wafferraumes liegen, als es bei dem alten
Fieldkeffel der Fall war.
Der Keffel von W. Fitzner.
W. F i tz n e r in Laurahütte O. S. brachte einen Cornwallkeffel gewöhn
licher Conftruölion, aber mufterhafter Arbeit. Er lag unarmirt bei der öftlichen
Landwirthfchafts-Halle und zeichnete fleh durch die Verwendung der möglich!!
grofsen Blechtafeln aus.
Er war für 4% AtmofphärenDruck beflimmt und feine Länge von 8’55Meter
bei faft 2 Meter (197) Durchmeffer aus vier Trommeln zufammengefetzt, deren
jede aus vier, 15 Millimeter dicken, einfach genietheten Blechen beftand. Die Wand-
fbärke aufsen folgt alfo der Formel d = 136 Dp + 3 Millimeter.
Die grofsen Böden waren aus je einemStücke gearbeitet, mit aufgebogenen
Rändern eingezogen und mit zwei durchgehenden Zugfehrauben mit ftarken
Unterlagplatten verankert.
Die zwei Feuerrohren (a 070 Meter weit) zeichneten
fich dadurch aus, dafs jeder Schufs nur aus einer einzigen
Tafel beftand und die (6) Schüffe unter fich durchwegs mittelft
Umbörtelung und eines zwifchengelegten Flacheifen-Ringes
verbunden waren. Hiedurch erhalten die Röhren eine grofse
Steifigkeit und bieten einen faft abfoluten Schutz gegen das
Zufammengedrücktwerden, indem im Falle des Glühendwer
dens erfahrungsmäfsig immer nur das Blechfeld zwifchen den
Ringen fich wirft, und die fortfehreitende Deformation
Ruhepunkte findet, welche das Aufreifsen länger hintanhalten.