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MAK

Full text : Dampfkessel (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

G.  Sigl’s  Dampfkeffel.

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Die  Keffel  von  G.  Sigl  in  Wien.
Im  eigenen  Keffelhaufe  und  zum  Betriebe  unferer  Motoren  in  derMafchinenhalle
  lagen  drei  gleiche  Keffel  von  G.  Sigl  in  Wien,  welche  nach  dem  Typus  der
in  Oefterreich  als  beft  anerkannten  und  hauptfächhch  verbreiteten  Dampferzeuge
gebaut  waren  und  alle  jene  Vervollkommungen  trugen,  welche  die  Erfahrung
der  letzten  Tahre  verlangt.  _  ,  ,  ,  •
Jeder  Keffel  beftand  aus  einem  faft  horizontalen  Hauptkeffel  und  zwei
untenliegenden  Vorwärmer-  oder  Siederkeffeln.  ,  ,  e
DasWaffer  trat  am  rückwärtigen  Ende  des  einen  Sieders  durch  das  Spe
ventil  ein  und  durchftrömte  langfam  deffen  Länge.  Vorne  kehrte  es  durch  ein  emgeniethetes,
  oben  tangirendes  Zwifchenrohr  in  den  zweiten  benachbarten  Sieder,
f„  welchem  es  nach  rückwärts  zog,  um  dort  durch  einen  weiten  Stutzen  aufwärts
und  in  den  Hauptkeffel  zu  gelangen,  wo  feine  Verdampfung  erfolgte.
Das  Feuer  brannte  vorne  unter  dem  Hauptkeffel  und  feine  Gafeftr  c
in  der  entgegengefetzten  Richtung  des  Wafferzuges,  fo  dafs  fie  nn  Mafs  ihrer  fortfchreitenden
  Abkühlung  an  Keffelwandungen  kamen  welche  Waffer  von
Temperatur  umfchloffen,  was  die  volle  Ausnützung  der  Warme  verfpricht.  Die  drei
Keffelrohre  lagen  nicht  völlig  horizontal,  fondern  fo  geneigt  dafs  das  W  affer  ftetig
bergan  zog,  wodurch  ein  Haftenbleiben  von  Luft  und  Dampfb  afen  an  den  Siede
decken,  dis  Anfetzen  desSchlammes  auf  den  Feuerplatten  und  (Folge  eines  zweien
unteren  Verbindungsrohres  der  beiden  Unterkeffel)  das  Zurückbleiben  von  Waffe,
bei  der  Entleerung  der  Keffel  entfiel.
Die  obere  Verbindung  der  zwei  Sieder  durch  ein  zwifchengeniethetes  oben
tangirendes,  weites  Blechrohr  ift  ein  noch  wenig  angewandter  Vorgang,  wahrend
man  gewöhnlich  U-förmige  Stirnrohre  dort  benützt.  Diefe  werden  aber  in  Folge
der  ungleichen  Ausdehnungen  häufig  undicht  oder  brechen  falls  fie  aus  Gufseifen
find  g°anz  ab  und  verlegen  fich  leicht,  da  fie  dann  unter  dem  Rotte  und  deffen
Itrahlender  Hitze  preisgegeben  liegen.  ..  ,
Der  Oberkeffel  von  145  Meter  Durchmeffer  und  10  92  Meter  Lange  beftand
aus  13  Millimeter-und  jeder  Unterkeffel  von  08  Meter  Durchmeffer  und  g-g  Meter
Länge  aus  8  Millimeter  dicken  fteierifchen  Eifenblechen,  welche  durchaus  einfach
genietet  waren.
Sie  hatten  e  Atmofphären  Normaldruck  zu  beftehen  und  fchemen  nach  der
Formel  5  =i'3  Dp  +  3  und  $  =  12  D  p  +  3,  je  nachdem  f.e  im  erden  Feuer  oder
deffen  abziehenden  Produdten  liegen,  gerechnet  zu  fein.
Der  Oberkeffel  lag  hinten  um  24  Centimeter  tiefer  als  vorne,  und  die
Sieder  hatten  je  den  gleichen  Fall  in  der  oben  erwähnten  Richtung,  was  2  2  bis
2'4  Percent  der  Länge  entfpricht.
Die  Mannlöcher  von  normaler  Conftrudtion  mit  je  zwei  Bügeln  befanden
fich  eines  oben  in  der  halben  Keffellänge  in  einem  aufgenietheten  Sitz  und  je  eines
an  der  Stirne  der  Sieder.  ,  .  ,
Der  Hauptkeffel  war  oben  ungefähr  im  Schwerpunkte  der  Dampfentwicklung ­
  mit  einem  grofsen  Blechdom  mit  abgefteifter  Blechdecke  verleben,  welcher
das  Dampf-  und  ein  Sicherheitsventil  trug,  wahrend  das  andere  weiter
hinten  ftand.  Der  Ausfchnitt  im  Blech  unter  dem  Dome  war  bedeutend  kleiner
als  der  Durchmeffer  des  Domes  felbft  und  befafs  nur  Mannlochsgrofse.  Dadurch
wird  die  Fertigkeit  des  Keffels  wenig  geftört,  während  bei  grofsen  Ausfchmtten
fchon  oft  Riffe  von  hier  ihren  Ausgang  nahmen.  .  ,  .  .  ,,  ,  ,
An  der  Stirnfeite,  wo  der  Standplatz  des  Wärters  ift  reichte  ein  Vorkopf
durch  das  Mauerwerk  und  trug  ohne  die  Vermittlung  unverläfslicher  Verbmdungsrohre
  die  normale  Armatur.
            
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