G. Sigl’s Dampfkeffel.
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Die Keffel von G. Sigl in Wien.
Im eigenen Keffelhaufe und zum Betriebe unferer Motoren in derMafchinenhalle
lagen drei gleiche Keffel von G. Sigl in Wien, welche nach dem Typus der
in Oefterreich als beft anerkannten und hauptfächhch verbreiteten Dampferzeuge
gebaut waren und alle jene Vervollkommungen trugen, welche die Erfahrung
der letzten Tahre verlangt. _ , , , •
Jeder Keffel beftand aus einem faft horizontalen Hauptkeffel und zwei
untenliegenden Vorwärmer- oder Siederkeffeln. , , e
DasWaffer trat am rückwärtigen Ende des einen Sieders durch das Spe
ventil ein und durchftrömte langfam deffen Länge. Vorne kehrte es durch ein emgeniethetes,
oben tangirendes Zwifchenrohr in den zweiten benachbarten Sieder,
f„ welchem es nach rückwärts zog, um dort durch einen weiten Stutzen aufwärts
und in den Hauptkeffel zu gelangen, wo feine Verdampfung erfolgte.
Das Feuer brannte vorne unter dem Hauptkeffel und feine Gafeftr c
in der entgegengefetzten Richtung des Wafferzuges, fo dafs fie nn Mafs ihrer fortfchreitenden
Abkühlung an Keffelwandungen kamen welche Waffer von
Temperatur umfchloffen, was die volle Ausnützung der Warme verfpricht. Die drei
Keffelrohre lagen nicht völlig horizontal, fondern fo geneigt dafs das W affer ftetig
bergan zog, wodurch ein Haftenbleiben von Luft und Dampfb afen an den Siede
decken, dis Anfetzen desSchlammes auf den Feuerplatten und (Folge eines zweien
unteren Verbindungsrohres der beiden Unterkeffel) das Zurückbleiben von Waffe,
bei der Entleerung der Keffel entfiel.
Die obere Verbindung der zwei Sieder durch ein zwifchengeniethetes oben
tangirendes, weites Blechrohr ift ein noch wenig angewandter Vorgang, wahrend
man gewöhnlich U-förmige Stirnrohre dort benützt. Diefe werden aber in Folge
der ungleichen Ausdehnungen häufig undicht oder brechen falls fie aus Gufseifen
find g°anz ab und verlegen fich leicht, da fie dann unter dem Rotte und deffen
Itrahlender Hitze preisgegeben liegen. .. ,
Der Oberkeffel von 145 Meter Durchmeffer und 10 92 Meter Lange beftand
aus 13 Millimeter-und jeder Unterkeffel von 08 Meter Durchmeffer und g-g Meter
Länge aus 8 Millimeter dicken fteierifchen Eifenblechen, welche durchaus einfach
genietet waren.
Sie hatten e Atmofphären Normaldruck zu beftehen und fchemen nach der
Formel 5 =i'3 Dp + 3 und $ = 12 D p + 3, je nachdem f.e im erden Feuer oder
deffen abziehenden Produdten liegen, gerechnet zu fein.
Der Oberkeffel lag hinten um 24 Centimeter tiefer als vorne, und die
Sieder hatten je den gleichen Fall in der oben erwähnten Richtung, was 2 2 bis
2'4 Percent der Länge entfpricht.
Die Mannlöcher von normaler Conftrudtion mit je zwei Bügeln befanden
fich eines oben in der halben Keffellänge in einem aufgenietheten Sitz und je eines
an der Stirne der Sieder. , . ,
Der Hauptkeffel war oben ungefähr im Schwerpunkte der Dampfentwicklung
mit einem grofsen Blechdom mit abgefteifter Blechdecke verleben, welcher
das Dampf- und ein Sicherheitsventil trug, wahrend das andere weiter
hinten ftand. Der Ausfchnitt im Blech unter dem Dome war bedeutend kleiner
als der Durchmeffer des Domes felbft und befafs nur Mannlochsgrofse. Dadurch
wird die Fertigkeit des Keffels wenig geftört, während bei grofsen Ausfchmtten
fchon oft Riffe von hier ihren Ausgang nahmen. . , . . ,, , ,
An der Stirnfeite, wo der Standplatz des Wärters ift reichte ein Vorkopf
durch das Mauerwerk und trug ohne die Vermittlung unverläfslicher Verbmdungsrohre
die normale Armatur.