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Full text : Genie- und Pionnierwesen (Gruppe XVI, Section 3), officieller Ausstellungs-Bericht

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Emerich  Zinner.

auch  dann  noch  feine  Giltigkeit  haben,  wenn  bei  den  immenfen  Fortfehritten,
welche  die  Eifeninduflrie  neuefler  Zeit  gemacht  hat,  diefe  zu  Reformen  Veranlaffung
  bieten  würde.  Die  Eifeninduflrie  könnte  allerdings  zum  Baue  der  Wagen,
zur  Erzeugung  von  Brückenträgern  flatt  der  Balken  und  auch  noch  zu  anderen
Geräthen  vielleicht  einmal  paffende  Erfatzconflrudlionen  liefern,  fchwerlich  aber
dazu  den  Anflofs  bieten,  jene  ganz  umzuformen  und  das  in  allen  feinen  Theilen
und  Wechfelbeziehungen  fo  fmnreich  conflruirte  Materiale  fo  umzuändern,  dafs
die  vielen  Vortheile  verloren  gingen,  nur  aus  dem  Grunde,  um  etwas
Neues  zu  f  c  h  affen.
Diefe  Vortheile  find  aber  fchon  fo  vielfeitig  anerkannt  und  gefchätzt  worden, ­
  dafs  fie  wohl  nimmer  aufgegeben  werden  dürfen  und  es  ficher  verzeihlich
erfcheinen  laffen  dafs  wir  hier  bei  Schilderung  der  ausgeflellten  Kriegsbrücken,
jene  der  öflerreichifchen  vorangehen  liefsen  und  ihrer  mit  wohlverdienten  Lobfprüchen
  gedachten.

Schweden  war  auf  der  Ausflellung,  wie  durch  militärifche  Gegenftände
überhaupt,  fo  auch  durch  folche  über  Pionnierwefen  unter  allen  Staaten  am  reichhaltigflen
  vertreten.  Es  hat  zwei  Brückenprojects-Wagen  und  das  Material ­
  der  Infanteriepionniere  ausgeflellt.
Schweden  befitzt  gegenwärtig  noch  Kriegsbrücken,  welche  ganz  den
Birago’fchen  nachgebildet  find,  jedoch  per  Equipage  nur  4  Böcke  haben.  Die
Pontone  find  theilweife  noch  aus  Holz  gebaut,  theilweife  fchon  aus  Eifen  nachgefchafift.
  Aufser  den  15  Brückenwagen  per  Equipage,  welche  mit  je  6  Pferden
befpannt  werden,  gehört  noch  dazu  eine  Feldfchmiede-,  ein  Material-,  ein  Ambulance-
  und  zwei  Packwägen,  wozu  11  Reit-  und  115  Zugpferde  erforderlich  find;  die
Futterwagen  werden  dem  Bedürfniffe  gemäfs  angefchafft.
Das  Material  hat  unter  allen  Verhältniffen  befriedigt,  dagegen  mufs  aber
der  Transport  wegen  der  Schwere  der  Wagen,  befonders  aber  wegen  des  unbehilflichen ­
  Sechsgefpanns  als  unzweckmäfsig  bezeichnet  werden.
Man  war  daher  in  der  jüngflen  Zeit  damit  befchäftigt,  leichtere  Wagen
mit  einer  geringeren  Belaflung  zu  conflruiren.
Die  hiedurch  entflandenen  zwei  Projeclswagen  find  eben  die  ausgeflellt
gewefenen.  Wir  betrachten  fie  im  Folgenden.

DasProject  einer  Kriegsbrücken-Equipage  von  dem  königlich ­
  f  c  h  w  e  d  i  f  c  h  e  n  Genie-Hauptmann  V.  Norrman.  Der  Erfinder  verfolgte ­
  bei  feiner  neuen  Kriegsbrücken-Equipage  den  Zweck,  den  Mängeln,  welche
feiner  Anficht  nach  den  fchwedifchen  Kriegsbrücken-Trains  fowohl,  als  jenen
anderer  Länder  und  den  dazu  gehörigen  Befpannungen  anhaften,  möglichfl  abzuhelfen ­
  und  führt  unter  diefen  nebfl  anderen  minder  wichtigeren  an:
dafs  die  Wagen  mit  der  dazu  gehörigen  Lafl  viel  zu  fchwer  und  unbeweglich ­
  find  ;
dafs  fie  von  verfchiedener  Bauart  und  ungleicher  Stärke  find,  wodurch
der  Erfatz  erfchwert  wird;
dafs  die  Ladungsfyfleme  zu  verwickelt  find;
dafs  die  Verbindung  zwifchen  dem  Vorder-  und  Hintertheile  bei  den
meiflen  Wagen  fo  ungelenk  und  fleif  fei  ,  dafs  der  Wagen  beim  Fahren  auf
unebenem  Boden  oft  nur  auf  drei  Rädern  geht  ,  anflatt  mit  Gefchmeidigkeit
den  Unebenheiten  desfelben  zu  folgen  ;
dafs  die  Wagen  zu  hohe  Ladungen  und  zu  fchmale  Spurweite  haben,  was
bei  einem  Kriegs-Fuhrwerk,  welches  fehr  häufig  holperige  Wege  befahren  mufs,
leicht  ein  Umkippen  des  Wagens  herbeiführen  kann.
Die  Wagen  wären  weiter,  trotzdem  fie  die  fogenannte  ganze  Wendung
haben,  bei  ihrer  grofsen  Länge  und  der  Länge  der  Befpannung  in  fcharfen  Wen-
            
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