Das Pionnierwefen. "J
düngen fchwer zu führen, befonders, n enn Hecken, Raine und dergl. den Raum
befchränken.
Durch die Art, einen Theil der Zugpferde beritten vorzufpannen, wird
die Anzahl der Pferde fowohl, als die der Fahrfoldaten unnöthigerweife vergröfsert,
überdiefs wird hierdurch auch bei den Fahrfoldaten eine gröfsere Gefchicklichkeit
bedingt, fowie das Fahren mit undreffirten Pferden, welche im Felde doch fo oft
verwendet werden müffen, fehr erfchwert.
Dann wird auf die ungleiche Befchirrung für die Befpannungszüge der ver-
fchiedenen Wagengattungen hingewiefen und zur gegenfeitigen Verwechslung
ungeeignet, als nachtheilig bezeichnet.
Die bei der Equipage befindlichen Böcke können nicht zur Verlängerung
der Pontonbrücke verwendet werden, da hiezu die Balken und Pfoften für die
Verbindungsbahn-Decken fehlen.
Die Erzeugung der Wagen aus Holz wird aus dem Grunde als nicht vor-
theilhaft bezeichnet, weil fie zu fchwer ausfallen, das Holz leicht fault und in den
fugen undicht wird. In Folge des Schwindens des Holzes werden die Schrauben
und Befchläge leicht locker, wodurch diefe Stellen vor Reibung, Roft und Näffe,
mithin auch vor dem Anfaulen nicht gefchützt find, und fo den Bruch einzelner
Wagen-Conftrudlionstheile leicht ermöglichen.
Schliefslich wird der Mangel an erforderlichen Refervetheilen befonders
betont, wodurch nach einer gewiffen Zeit die vollftändige Ausnützung des Mate
riales unmöglich wird.
Gleich im Vorhinein mufs hier bemerkt werden, dafs wohl einige der von
dem Projektanten hervorgehobenen Mängel ihre Berechtigung haben, dafs die
meiden von ihnen aber wohl nur auf irrigen Anfchauungen oder darin beruhen,
dafs die alte fchwedifche Kriegsbrücke nicht genau der Birago’fchen nachgebildet
und mit den im Laufe der Zeiten hinzugekommenen Vervollkommnungen nicht
verteilen worden fein mag.
Was die im i., 4., 5. und 6. Abiatz hervorgehobenen Mängel betrifft, fo hat
die öfterreichifche Armee, welche ihre Kriegsbrücken-Wagen bei ungefähr gleicher
Belaftung nicht mit fechs, fondern nur mit vier Pferden befpannt hat, in den Feld
zügen 1848 und 1849, 1859, 1864 und 1866 keinerlei erhebliche, nachtheilige
Erfahrungen gemacht, trotzdem dafs die Pionniere nicht feiten in die Lage kamen,
die unwegfamften Strafsen zu befahren, und andauernde Märfche in den Alpen
ländern, dann über die Karpathen und die Gebirge Siebenbürgens mit ihren
Brückenequipagen machen zu müffen.
Nur ausnahmsweife kamen Fälle vor, wo die Anforderungen zu hoch
gefpannt wurden, und eine Leiflungsfähigkeit hinfichtlich der Fahrbarkeit verlangt
wurde, welche jener mit denFeldgefchützen gleichkam, wo Vorfpannsverftärkungen
für kurze Zeit unerläfslich waren.
Solche Ausnahmsfälle werden und müffen fich überall und gewifs auch dort
fchon ergeben haben, wo man von Haus aus für eine verftärkte Befpannung vor-
geforgt hat.
Was ferners die Uebelftände hinfichtlich der Befpannung betrifft, lo
hat die Anficht allerdings etwas für fich, dafs durch die'vorgefpannten und gleich-
zeitig gerittenen Pferde, theilweife an der Zugkraft Verlüde eintreten, dafs dadurch
Pferde und Mannfchaft unnöthigerweife vermehrt und die nöthige Einfchulung im
Felde häufig vermifst wird. Allein wie wir fpäter feilen werden, hat der Ausfteller
und Erfinder diefe Frage dennoch nicht glücklich gelöft.
Aufserdem mufs bemerkt werden, dafs es in Oefterreich für alle Train
pferde mit Ausnahme der Artillerie, nur eine einzige Gattung Gefchirre gibt.
Die über die ungleiche Bauart und Stärke der Wagen gemachte Bemer
kung wäre , den erften Theil betreffend, wohl richtig ; was aber die ungleiche
Stärke betrifft, fo hat fich bisher noch jede der drei Wagengattungen den Anfor
derungen gemäfs als gleich entfprechend ervviefen. Uebrigens zeigt, wie fpäter