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Full text: Genie- und Pionnierwesen (Gruppe XVI, Section 3), officieller Ausstellungs-Bericht

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Emerich Zinner. 
und man auch Füfse für verfchiedene andere Verrichtungen braucht. Viel ange 
zeigter dagegen wäre es gewefen, den fechften Balken per Feld entfallen zu laffen, 
weil fünf fo gut und noch beffer, wie bei der öfterreichifchen Brücke genügen 
müffen, da fie bei gleichem Gevierte aber etwas geringerer Spannweite ohnehin 
gröfsere Tragfähigkeit befitzen. 
Die Unterlagsriegel, die Landfchwellen und Füfse haben alle mit den 
Balken gleiches Gevierte. Elftere werden bei der Ausrüftung der Pontone zu 
fchwimmenden Unterlagen blofs einfach verwendet. 
Hiemit wären die wefentlichen Abweichungen erfchöpft und es ift nur noch 
hervorzuheben, dafs die Verladung der Pontone auf die Wagen für gewöhnlich 
mit nach unten gekehrtem Boden, alfo entgegengefetzt der jetzigen Manier 
gefchieht und, dafs die Pontone mit Eifenhaken und Bolzen, die auf den Wagen 
angebracht find, befeftigt werden, wobei Untertags- (Wagen-) Riegel nur unter 
dem gefchweiften Theil des Vorderftückes angewendet werden. Wenn für befon- 
dere Fälle diefe Art, die Pontone auf die Wagen zu legen, als unzweckmäfsig 
gehalten wird, fo können fie auch umgekehrt verladen und auf die gewöhnliche 
Weife an den Unterlagsriegeln feftgemacht werden. Ohne Zweifel ift die letztere 
Verladungsweife unter allen Umftänden die empfehlenswerthere, denn abgefehen 
davon, dafs hiedurch auf Märfchen bei unvermeidlichen Niederfchlägen das Innere 
derPontone und das dafelbft untergebrachte kleine Geräthe vorNäffe bewahrt wer 
den kann, wird auch der Pontonboden als der heiklichfte Theil mehr gefehont, da 
hiedurch keinerlei Reibung ftattfinden kann. 
Schliefslich ift der Ponton bei folcher Lage auch viel leichter auf- und 
abzuladen. 
Ausgeftellt von diefer Equipage war ein Ponton-Pfoftenwagen. 
Der Wagen ift ganz ähnlich den Birago’fchen Brückenwagen, nur etwas 
maffiver conftruirt. Hölzerne Achsftöcke, worin die eifernen Achfen liegen, 
befitzt er nicht; diefe letzteren liegen frei und find daher im mittleren Theile 
ftärker gehalten und zeigen hier einen quadratifchen Querfchnitt von zwei 
Zoll Breite. 
Der Wagen befitzt eine der unferigen ähnlich conftruirte ganze Wendung. 
Auf dem Vordergeftelle ift eine kleine Requifitenkifte befeftiget. Die Deichfel 
ift zum Auslegen gerichtet; die fefte Wage mit zwei beweglichen Wagdritteln 
liegt unter den Deichfelarmen und ift in diefer Lage durch zwei eiferne Stützen, 
welche gegen die Mitte der Wendevorrichtung reichen, gefichert. Eigenthümlich 
ift noch, dafs die Deichfel vorne nebft der Bracke zum Vorfpannen der zwei 
Vorauspferde noch einen auf die Deichfel aufgefetzten Widerhaltprügel befitzt, 
der um einen Bolzen drehbar ift, zu welchem Zwecke von den Enden des Prügels 
zwei Arme ausRundeifen nach vorwärts bei den Bolzen zufammenlaufen, dort fich 
vereinigen und mit dem entfprechenden Bolzenloche verfehen find; während 
anderfeits an den Enden des Prügels die zum Feftmachen und Durchziehen der 
Widerhaltriemen nothwendigen Ringe befeftiget find. Diefe ganze Einrichtung, 
welche die Schweden auch bei allen anderen Fuhrwerken und Gefchützen, welche 
nur eine einfache Deichfel für zwei Stangenpferde befitzen, eingeführt haben, 
dürfte fich zwar nicht unzweckmäfsig erweifen, weil fie die Pferde zwingt, ftets 
mehr im gleichen Anzuge zu verharren, doch hat diefelbe wieder den Uebel- 
ftand, dafs die Pferde in ihrem freien Gange beeinträchtigt werden und das 
Stürzen des einen Pferdes wahrfcheinlich auch das des anderen zur Folge 
haben wird. 
Eine gewöhnliche einfache Sperre mit Bremsftöckeln ift am Hintergeftelle 
links angebracht, um von dort aus die dazugehörige Spindel mit einem kleinen 
Rade zu ftellen. Der Wagenhund, eine am Hinterwagen angebrachte Stütze, 
welthe beim bergan Fahren aus feinen Verforgungshaken ausgelegt wird, fo nach- 
fchleift und beim Anhalten des Wagens deffen Rücklauf verhindert, ift aus Eifen 
erzeugt.
	        
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