MAK

Full text: Genie- und Pionnierwesen (Gruppe XVI, Section 3), officieller Ausstellungs-Bericht

26 
Emerich Zinner. 
Fig. 7 B. 
Sowohl die Schwelle als die Bockfülse find ohne alles Befchläge. 
Eine vollftändige Aufzählung und Schilderung aller übrigen Materialien 
und Werkzeuge würde weit über die hier gezogenen Grenzen der Darftellung 
führen, und es bleibt fomit nur noch anzuführen, dafs der complete Wagen circa 
3500 Pfund fchwedifch oder 2650 Pfund Wiener Gewicht haben foll, was bei 
feinem leichten Ausfehen kaum glaublich erfcheint. 
Schliefslich dürften noch einige Angaben über die L e i flun g s fäh i g ke i t 
diefer leichten Pion nier brücke erwünfcht fein, welche' aber doch in 
mehreren Punkten angezweifelt werden rnüffen, wenn man dabei die Dimenfions- 
verhältniffe der Materialien und Geräthe diefer Brücke genau erwägt. 
Zur Bedienung der Brücke find per Wagen acht Mann erforderlich. 
Aus dem Brückengeräthe einer Regimentsausrüfhmg von zwei Wagen, 
laffen fich fechs doppelte Brückenpläne ä 20 Fufs (fchwedifch), zwei ganze 
Pontone oder drei Halbpontone (indem die beiden kleinen Vordertheile zu einem 
verbunden werden) und zwei Böcke, deren Fiifse aus den Wagendeichfein oder 
eigentlichen Bockbeinen beftehen, bilden. 
Ein ganzer Ponton foll als Ruderboot 12 Mann tragen. 
Zwei ganze Pontone mit darauf gelegten Leiterplänen follen eine bequeme 
Fähre für 25 Mann oder für einen beladenen Trofswagen oder für ein Pferd 
abgeben. 
Vier Pontone mit 12 Stück doppelten Leiterplänen ergeben eine 20 Fufs 
lange und 16 Fufs breite Fährkoppel, auf welcher bequem vier Pferde oder 
50 Mann geführt werden können. 
Mit den Böcken mit aufgelegten Leiterplänen werden Landbrücken her- 
geflellt. Von zwei ganzen Pontonen nebft den dazu gehörigen Leiterplänen, immer 
zwei neben einander, erhält man eine 60 Fufs lange Brücke, für Paffirung von 
Fufstruppen zwei Mann hoch; auch foll eine folche Brücke leichte, von derMann- 
fchaft vorfichtig gezogene Fuhrwerke tragen. 
Von den drei Ilalbpontonen, zwei Böcken, nebfl den dazu gehörigen Leiter 
plänen in einfacher Breite, erhält man eine 120 Fufs lange Brücke für einzeln 
gehende Paffanten. 
Als Erfatz oder Ergänzung kann man aus vier Wagendeichfein mit Quer 
hölzern noch im Nothfalle eine anwendbare Brückenleiter erhalten. 
Der Wagen mit Ponton und vollem Gepäck kann rückwärts in das WafTer 
gefchoben werden und fchwimmt, wobei die Bedienung desfelben, acht Mann, 
bequem darauf Platz findet und die Pferde fchwimmend daneben geführt werden 
können. Auf folche Weife foll das Ganze unter der Vorausfetzung, dafs das Wetter 
günflig ift, über einen See gerudert werden können. 
Rufsland hat durch das Kriegsminiflerium, beziehungsweife durch das 
k. Ingenieur-Arfenal zu Dünaburg zur Ausflellung fehr nett und correcfl 
gearbeitete Modelle fe i n e r Kriegsbrücke gebracht. Die einen, beftehend in 
vier complet beladenen Wagen, waren nach i/ 8 , die anderen, eine 
gefchlagene Kriegsbrücke aus mehreren Feldern darflellend, nach V 6 der 
Natur angefertiget. 
Rufsland hat bekanntlich feiner Zeit die öflerreichifche Kriegsbrücke 
nach dem Syftem Birago — bis in die kleinflen Details nachgebildet — bei 
feiner Armee eingeführt. Seither aber hat es aus unbekannter Urfache manche 
Aenderungen daran vorgenommen, welche fammt und fonders, vielleicht mit einer 
einzigen Ausnahme — der des Ankers — feiner jetzigen Kriegsbrücke nicht zum 
Vortheile gereichen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.