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Full text : Genie- und Pionnierwesen (Gruppe XVI, Section 3), officieller Ausstellungs-Bericht

Das  Pionnierwefen.

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den  Seitenborden  125  Millimeter  mifst  und  diefe  nach  unten  zu  und  über  den
ganzen  Boden  hin,  bis  auf  r87  Millimeter  zunimmt.  Von  Holz  find  nur  die  Bordreife
  auf  ihrem  ganzen  Umfange,  die  zwei  Schwingen  und  aufsen  die  auf  den
beiden  Seitenwänden  angebrachten  Schutz-Streifleiftert.  Die  im  Innern  desPontons
zum  Schnüren  angebrachten  Leiden  und  Haken  find  von  Eifen.
Der  nicht  zufammenfetzbare,  fondern  nur  aus  einem  Stücke  beftehende
Ponton,  weil  der  preufsifchen  fchweren  Kriegsbrücke  angehörig,  befitzt  eine
Tragfähigkeit  für  40  Mann  und  bedarf  beim  Auf-  und  Abladen  einer  Bedienung
von  12  Mann.
Der  Grund,  wefshalb  dieier  Ponton  eigentlich  zur  Ausftellung  gebracht
wurde,  befteht  in  der  Eigenart  des  Materiales,  aus  dem  er  gefertigt  ift.
Das  verzinkte  Eifen  blech  foll  nämlich  2 1 / 2 m al  weniger  dehnbar  und
4iual  fo  feft  fein  als  das  gewöhnlich  gewalzte  Eifenblech.  Man  kann  alfo  daraus
Pontone  erzeugen,  welche  bei  bedeutend  geringerem  Gewichte  eine  gröfsere
"Widerftandsfähigkeit  und  auch  eine  gröfsere  Dauerhaftigkeit  befitzen,  nachdem
der  Zinküberzug  auf  eine  Weife  hergeftellt  ift,  welche  für  lange  Zeit  ficheren
Schutz  gegen  Abblätterung  und  Oxydation  des  Eifens  verbürgt.
Ueber  die  Haltbarkeit  des  verzinkten  Eifens  nach  der  patentirten  Methode
der  genannten  Firma  wurden  von  Sachverftändigen  (Profeffor  Pettenkofer  in
München)  Unterfuchungen  angeftellt,  wonach  erft  in  27  Jahren  y 6  des  Zinküberzuges ­
  abgenützt  würde,  während  ein  gewöhnlicher  Oelfarben-Anftrich  fehr  oft
erneuert  werden  mufs  und  doch  nie  ganz  ftellenweifes  Oxydiren  des  Eifenbleches
verhütet.  *
Die  Preufsen  würdigten  alle  diefe  Vortheile  bereits  auch  nach  Gebühr,
indem  fie  fchon  im  letzten  deutfch-franzöfifchen  Feldzuge  einenTheil  der  Pontone
ihrer  Kriegsbrücke  aus  verzinktem  Eifenbleche  mit  fich  führten  und  feither  auch
in  der  weiteren  Ausrüftung  damit  fortfuhren,  indem  fich  die  Erfahrungen  dafür
günftig  ausfprachen.  Genannte  Firma  hat  die  Hauptlieferungen  dabei  zu
beforgen.
Den  öfterreichifchen  Pionnieren  ift  auch  diefe,  gewifs  einen  Fortfehritt
bezeichnende  Verbefferung  des  Materiales  nicht  entgangen.  Man  hat  Unter
fuchungen  mit  verzinkten  Eifenblechplatten,  theils  aus  inländifchen,  theils  aus
ländifchen  Fabricaten  angeftellt  und  liefs  fchliefslich  auch  daraus  je  einen  Ponton
zu  weiteren  Erprobungen  anfertigen.
Das  verzinkte  Eifenblech  verdient  übrigens  ob  der  demfelben  vindicirten
Vorzüge  auch  mit  Rückficht  auf  die  Bedachungen  von  Etabliffements  etc.  alle
Beachtung,  darum  hat  auch  Herr  FI  i  lg  er  diefes  Material  in  den  verfchiedenften
Geftaltungen  und  Anwendungen  auf  der  Ausftellung  zur  Anfchauung  gebracht.  Er
wurde  auch  für  feine  Leiftungen  prämiirt.
Schweiz.  Nebft  verfchiedenen  Kriegswaffen  und  Ausrüftungsgegenftänden
hat  diefer  Staat  durch  das  Militärdepartement  der  fchweizerifchen
E  i  d  ge  n  o  f  f  e  nf  c  h  af  t  in  Bern  verfchiedene  Reglements,  Vorfchriften  und
Ordonnanzzeichnungen  zur  Ausftellung  gebracht,  worunter  auch  das  Pontonierreglement ­
  für  die  Genietruppe  fich  befindet.  Aus  diefern  ift  zu  entnehmen,
dafs  die  Schweiz  an  dem  urfprünglichen  Birago’fchen  Brückenfyfteme,  welches  es
auch  fchon  längft  bei  feiner  Armee  eingeführt  hatte,  bisher  noch  wenig
geändert  hat.
Aus  den  Plänen  wenigftens  ift  von  den  bei  uns  feither  eingeführten  Verbefferungen
  nichts  wahrzunehmen,  felbft  die  Pontone  find  gegenwärtig  noch  aus
Holz  mit  ihrer  urfprünglichen  Form  beibehalten.  Beiden  nächften  Nachfchaffungen
aber  follen  nur  mehr  folche  aus  Eifen  und  mit  verbefferten  Formen  und  Einrichtungen ­
  erzeugt  werden.

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