Das Pionnierwefen.
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weil diefer Apparat der elfte feiner Art ift, und wegen der Eile der Erzeugung
desfelben, manche Conftrudlions - Beftandtheile ftärker als nöthig gehalten
worden; fomit wäre eine Gewichtsverminderung bei den nächften Neu-Erzeugungen
wohl zu erwarten. Das Mitführen diefes Apparates, den man mit Rückficht auf
unfere Zwecke eigentlich richtiger mit dem Namen Niveauregulator belegen
könnte, ift ja auch gar nicht nöthig, da er fich bald in allen gröfseren Bahnhöfen
ohnediefs einbürgern dürfte, daher im Bedarfsfälle wohl auf diefem Wege zu
haben fein wird. Nichtsdeftoweniger fei die Aufmerkfamkeit der Militär-Eifen-
bahn-Abtheilungen fchon jetzt auf diefen Gegenftand gelenkt, um, wenn fich der-
felbe in der Praxis bewährt, die Friedenszeit fchon dazu zu benützen, diefen
Apparat verliehen und handhaben zu lernen.
Die von demfelben Erfinder ausgeftellten Heilbaren Abfehfcheiben
bezwecken hauptfächlich eine genaue Meffung der nothwendigen Hebung,
beziehungsweife eine Vorausnivellirung des Bahn-Oberbaues und ferner eine
Erfparnifs an Arbeitskraft, da die beiden Arbeiter, welche fonft nach den alther
gebrachten Methoden zum Aufhalten der jetzt gebräuchlichen Vifirkreuze dienten,
entbehrlich werden.
Diefe Heilbaren Abfehfcheiben find felbftverftändlich auch ganz unabhängig
von dem Univerfal-Egalifator zu gebrauchen.
Jede der drei zu einer Garnitur gehörigen Heilbaren Abfeh
fcheiben ift im Wefentlichen aus folgenden Theilen zufammengefetzt:
Aus einer gufseifernen Fufsfcheibe mit drei Dornen zum Eindrücken
in den Boden, damif die Scheibe liehen bleibt, ohne gehalten zu werden.
Aus diefem Umftande werden zwei Arbeiter erfpart und die ganze Operation der
Nivellirung kann durch ein mit der höchft einfachen Operation vertrautes
Individuum ohne viele Mühe allein ausgefiihrt werden. Hat der
Arbeiter zwei Scheiben eingefteckt und richtig eingeftellt, fo Heckt er nun auch
die dritte wieder fo wie die erften zwei auf ungefähr 21 Meter oder etwa drei
- Schienenlängen ein, da die ganze Vifirebene nicht viel mehr als 42 Meter betra
gen foll, und vifirt fie dann nach den beiden vorigen ein. Diefe Arbeit wird bis
zum nächften Gefällsbruche der Schienenftränge, wo fie natürlich wieder ganz
vom Neuen zu beginnen hat, derart fortgefetzt, dafs nur immer die rückwärtige
Abfehfcheibe nach und nach vorwärts vorgefteckt wird.
Diefer Umftand bedingt natürlich ein beftändiges Plin- und Hergehen des
Nivelleurs, da diefer ja nur auf fich allein angewiefen ift, hat aber gegenüber den
jetzt üblichen Nivellirmethoden den Vortheil eines fchnelleren, richtigeren
Ablefens der Niveaucoten , der mehr einheitlicheren, ficheren Handhabung der
ganzen Garnitur, fomit, weil e"ben die ganze Arbeit in einer Hand liegt, der
gröfseren Gewähr für richtigere und vielleicht fogar für fchnellere Arbeit.
Die drei Abfehfcheiben werden beim Gebrauche mindeftens 075 Meter
von dem einen Schienenftrang aufserhalb mit ihrem Fufsgeftelle in den Boden
gedrückt, damit fie eine fichere und Habile Lage bekommen, um beim Vorüber
fahren der Züge nicht zu hindern und keine fchädlichen Erfchütterungen zu
erfahren.
Sehen wir nun, wie eine jede folche Abfehfcheibe weiters eingerichtet ift,
um von diefer entfernten Stellung aus die Meffung der Lage des Schienenftranges
vornehmen zu können.
Im Mittel der Fufsfcheibe erhebt fich ein im Querfchnitte quadratifch
geformter, 1 Meter langer Stab, welcher um einen horizontalen Zapfen drehbar
ift, und zwar mit einem derartigen Spielräume, dafs durch eine Klemmfchraube
und mittelft einer diefer entgegenftehenden Feder leicht ein beliebiges Einftellen
desfelben in einer zur Drehungsachfe fenkrechten Ebene ermöglicht ift.
Längs diefes Stabes ift ein zweiter i^oMeter langer, ebenfo geformter Stab in
aufrechterRichtung verfchiebbar, welcher zumAbfehen die am oberen Ende befind
liche Scheibe trägt und mit einer Meffinghülfe feft verbunden ift, die auf demerfteren