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Full text: Genie- und Pionnierwesen (Gruppe XVI, Section 3), officieller Ausstellungs-Bericht

Das Pionnierwefen. 
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weil diefer Apparat der elfte feiner Art ift, und wegen der Eile der Erzeugung 
desfelben, manche Conftrudlions - Beftandtheile ftärker als nöthig gehalten 
worden; fomit wäre eine Gewichtsverminderung bei den nächften Neu-Erzeugungen 
wohl zu erwarten. Das Mitführen diefes Apparates, den man mit Rückficht auf 
unfere Zwecke eigentlich richtiger mit dem Namen Niveauregulator belegen 
könnte, ift ja auch gar nicht nöthig, da er fich bald in allen gröfseren Bahnhöfen 
ohnediefs einbürgern dürfte, daher im Bedarfsfälle wohl auf diefem Wege zu 
haben fein wird. Nichtsdeftoweniger fei die Aufmerkfamkeit der Militär-Eifen- 
bahn-Abtheilungen fchon jetzt auf diefen Gegenftand gelenkt, um, wenn fich der- 
felbe in der Praxis bewährt, die Friedenszeit fchon dazu zu benützen, diefen 
Apparat verliehen und handhaben zu lernen. 
Die von demfelben Erfinder ausgeftellten Heilbaren Abfehfcheiben 
bezwecken hauptfächlich eine genaue Meffung der nothwendigen Hebung, 
beziehungsweife eine Vorausnivellirung des Bahn-Oberbaues und ferner eine 
Erfparnifs an Arbeitskraft, da die beiden Arbeiter, welche fonft nach den alther 
gebrachten Methoden zum Aufhalten der jetzt gebräuchlichen Vifirkreuze dienten, 
entbehrlich werden. 
Diefe Heilbaren Abfehfcheiben find felbftverftändlich auch ganz unabhängig 
von dem Univerfal-Egalifator zu gebrauchen. 
Jede der drei zu einer Garnitur gehörigen Heilbaren Abfeh 
fcheiben ift im Wefentlichen aus folgenden Theilen zufammengefetzt: 
Aus einer gufseifernen Fufsfcheibe mit drei Dornen zum Eindrücken 
in den Boden, damif die Scheibe liehen bleibt, ohne gehalten zu werden. 
Aus diefem Umftande werden zwei Arbeiter erfpart und die ganze Operation der 
Nivellirung kann durch ein mit der höchft einfachen Operation vertrautes 
Individuum ohne viele Mühe allein ausgefiihrt werden. Hat der 
Arbeiter zwei Scheiben eingefteckt und richtig eingeftellt, fo Heckt er nun auch 
die dritte wieder fo wie die erften zwei auf ungefähr 21 Meter oder etwa drei 
- Schienenlängen ein, da die ganze Vifirebene nicht viel mehr als 42 Meter betra 
gen foll, und vifirt fie dann nach den beiden vorigen ein. Diefe Arbeit wird bis 
zum nächften Gefällsbruche der Schienenftränge, wo fie natürlich wieder ganz 
vom Neuen zu beginnen hat, derart fortgefetzt, dafs nur immer die rückwärtige 
Abfehfcheibe nach und nach vorwärts vorgefteckt wird. 
Diefer Umftand bedingt natürlich ein beftändiges Plin- und Hergehen des 
Nivelleurs, da diefer ja nur auf fich allein angewiefen ift, hat aber gegenüber den 
jetzt üblichen Nivellirmethoden den Vortheil eines fchnelleren, richtigeren 
Ablefens der Niveaucoten , der mehr einheitlicheren, ficheren Handhabung der 
ganzen Garnitur, fomit, weil e"ben die ganze Arbeit in einer Hand liegt, der 
gröfseren Gewähr für richtigere und vielleicht fogar für fchnellere Arbeit. 
Die drei Abfehfcheiben werden beim Gebrauche mindeftens 075 Meter 
von dem einen Schienenftrang aufserhalb mit ihrem Fufsgeftelle in den Boden 
gedrückt, damit fie eine fichere und Habile Lage bekommen, um beim Vorüber 
fahren der Züge nicht zu hindern und keine fchädlichen Erfchütterungen zu 
erfahren. 
Sehen wir nun, wie eine jede folche Abfehfcheibe weiters eingerichtet ift, 
um von diefer entfernten Stellung aus die Meffung der Lage des Schienenftranges 
vornehmen zu können. 
Im Mittel der Fufsfcheibe erhebt fich ein im Querfchnitte quadratifch 
geformter, 1 Meter langer Stab, welcher um einen horizontalen Zapfen drehbar 
ift, und zwar mit einem derartigen Spielräume, dafs durch eine Klemmfchraube 
und mittelft einer diefer entgegenftehenden Feder leicht ein beliebiges Einftellen 
desfelben in einer zur Drehungsachfe fenkrechten Ebene ermöglicht ift. 
Längs diefes Stabes ift ein zweiter i^oMeter langer, ebenfo geformter Stab in 
aufrechterRichtung verfchiebbar, welcher zumAbfehen die am oberen Ende befind 
liche Scheibe trägt und mit einer Meffinghülfe feft verbunden ift, die auf demerfteren
	        
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