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Volltext: Mathematische und physikalische Instrumente (Gruppe XIV, Section 1 und 2), officieller Ausstellungs-Bericht

Mathematifche und allgemeine phyfikalifche Inflrumente. 
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Ellipfo graphen. Inflrumente, um beflimmte Curven mit Genauigkeit 
tnechanifch verzeichnen zu können, find nicht blofs für den praktifchen Zeichnei 
und Conflrudteur von Wichtigkeit, fie find es auch für den Rechner, der fich 
mittelft folcher Inflrumente fchnell und ficher fehr angenäherte Wurzelwerthe 
gewiffer Gleichungen zu verfchaffen vermag, fobald es nur gelungen ifl, die 
Wurzelwerthe aus den Durchfchnittspunkten einer Curve mit einer zweiten zu 
beftimmen. Insbefonders wünfchenswerth mufs es erfcheinen, die fämmtlichen 
Formen der Kegelfchnitte mit jener Genauigkeit befchreiben zu können, die bei 
derfpeciellflen diefer Formen, dem Kreife, erreicht wird. 
Obgleich in der Ausfüllung verfchiedene Apparate diefer Art vorhanden 
waren, fo waren doch die Conflrudlionsprincipe, die fie zur Befchreibung der 
Curven in Anwendung brachten, nur wenige. 
Jene Erzeugungsweife der Kegelfchnitte, welche denfelben ihren Namen 
gegeben hat, wurde fchon von E. Stubendorf * der Einrichtung eines Ellipfen- 
Zirkels zu Grunde gelegt. In etwas anderer und allgemeinerer Weife gefchieht 
diefs durch den Ellipfographen vonDrzewiecki f\\ olhynien, Kreis Kr emenezk). 
Auf einem kleinen elliptifchen Fufse, der mit Stiften zum Einflechen in die Zeich 
nungsfläche und am Umfange mit vier Marken verfehen ifl, deren Verbindungs 
linien aufeinander fenkrecht flehen, erhebt fich vertical eine kurze cylmdrifche 
Säule. An ihrem oberen Ende ifl mit diefer durch ein Gelenk, deffen Drehachfe 
der Verbindungslinie zweier der am Fufse befindlichen Marken parallel liegt, ein 
zweiter cylindrifcher Stab A verbunden; die Achfe diefes Stabes repräfentirt die 
Achfe des Kegels oder Cylinders, als deren Durchfchnitt mit einer horizontalen 
Ebene die Kegelfchnittlinien dargeflellt werden follen. Senkrecht zu A kann 
eine Schiene 5 verfchoben und durch eine Schraube feflgeklemmt werden. Am 
Ende diefer Schiene ifl eine Hülfe Zf in einer durch AS gehenden Ebene drehbar 
angebracht, die mittelft eines Bogens in beliebiger Neigung gegen 5 und alfo auch 
gegen A feflgeklemmt werden kann. Das Syflem SH kann um A gedreht w erden 
und es befchreibt alsdann die Achfe der Hülfe eine Kegelfläche. In diefer Hülfe 
verfchiebt fich ein Stab E, der mittelft eines cardanifchen Gelenkes ein kurzes 
cylindrifches Stück trägt, das zur Aufnahme des Zeichenftiftes oder einer Reifs 
feder dient. Er ifl mit dem Fufse durch ein horizontales, mit Hülfen zur Aufnahme 
des Fufses und diefes Stückes verfehenes Gelenk fo verbunden, dafs die Achfe 
des Stückes fich dem Fufse beliebig nähern und fich von demfelben entfernen 
kann, dabei aber immer vertical und der Mittelpunkt des cardanifchen Gelenkes 
mit dem unteren Fixpunkt der Achfe A in einer Horizontalebene bleibt. Diefer 
Mittelpunkt befchreibt alfo einen Kegelfchnitt und die Spitze^ des Zeichenftiftes 
feine Verticalprojedlion auf die Zeichnungsfläche. Noch ifl Vorforge getroffen, 
dafs der Stab E in feiner Hülfe blofs gleiten, fich aber in derfelben nicht drehen 
kann. Hiedurch wird bei gehöriger Stellung der Reifsfeder diefelbe fo geführt, 
dafs fie mit ihrer Schneide immer in der Tangente zur Kegelfchnittlinie bleibt, 
was natürlich für ein reines Ausziehen der Curven nothwendig ifl und es wird 
diefer Umfland zugleich benützt, um das Inftrument mit einer einfachen Vorrich 
tung zu verfehen, die in jedem Punkte der Curve die Normale anzugeben geflattet. 
Eine durch ihre Hauptachfen vorgefchriebene Ellipfe wird am ficherften 
als Cylinderfchnitt verzeichnet. Sie kann aber auch durch ihre conjugirten Achfen 
gegeben fein, nur erfordert dann die Eindellung des Apparates einige, übrigens 
einfache, vorhergehende Conftrudtionen. Ueberhaupt läfst die Genauigkeit der 
EinftellungManches zu wünfchen übrig, jedoch könnte fie durch einige Abände 
rungen in der Bauart des Inftrumentes unfchwer auf den gewünfchten Grad 
gebracht werden. . , . .. 
Für den Schulgebrauch, als blofses Demonftrationsmittel beitimmt, nt 
der einfache Apparat, den Wirtenfohn conftruirt hat. An einer verticalen 
* Polytechnifches Centralblatt, 1868, pag. 595.
	        
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