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Ferdinand Lippich.
Der Ellipfograph vonEugenio Gei ring er in Trieft beruht auf einer anderen
ebenfalls fehr bekannten Conftrudlion der Ellipfe. Wir befchreiben fogleich
die Einrichtung des Instrumentes. Um zwei in der Zeichnungsebene gelegene
Fixpunkte O und O' find zwei Stäbe S und S' drehbar, die in zwei Punkten Aund
A\ wobei OA = OÄ = a, durch ein Querftück AÄ = 00' mittelft Charniere
verbunden find. Die Figur 00' A'A ift demnach in jeder Stellung ein Parallelogramm.
In derfelben Weife find S und S l noch durch ein zweites Querftück BB'
verbunden, wobei alfo wieder OB = OB' = b ift. Beim Drehen diefer Stabverbindung
befchreiben die Punkte von AÄ und BB' Kreife, deren Radien beziehungsweife
a und b find. Die von den Mittelpunkten M auf AÄ und N auf BB'
befchriebenen Kreife find concentrifch und haben ihren Mittelpunkt im Halbirungspunkte
C von 00'. Denkt man fich in ff/fenkrecht zu AÄ eine Gerade G
feil mit AÄ verbunden, fo wird diefe die Gerade BB' in einem Punkte fchneiden,
der zur Ellipfe mit den Halbachfen a und b gehört und deren kleinere Achfe in 00'
liegt. In der That erfcheinen G und BB' zu einander fenkrecht gezogen aus zwei
Punkten der Kreife mit den Radien a und b, die auf derfelben durch C geführten
Geraden liegen, ein bekanntes Verfahren behufs Conftrudlion der Ellipfe. BB
fowohl als auch G find mit Schlitzen verfehene Arme und in beide Schlitze pafst
ein quadratifches Stück, in deffen Achfe der Zeichenftift befeftigt ift. Selbft bei
vorzüglicher mechanifcher Ausführung und fehr genauer Einftellung dürfte die
Bewegung namentlich über die Endpunkte der kleinen Achfe hinüber etwas unficher
werden.
Bewegt man einen Punkt fo, dafs der Unterfchied feiner Entfernungen von
einer feilen Geraden G und einem fixen Punkt ./unverändert bleibt, fo befchreibt
der bewegliche Punkt eine Parabel, deren Brennpukt F ift. Diefe geometrifche
Conftruclion wird in dem Parabolographen von Seiner kaiferlichen
Hoheit dem Prinzen Georg von O 1 d e nb u rg verwirklicht. Der Mechanismus,
durch welchen diefes erreicht wird, befteht der Hauptfache nach in Folgendem.
Denken wir uns ein Zahnrädchen, deffen Achfe vertical fleht und in welches
zwei horizontale Zahnflangen S und S' eingreifen. Die eine Zahnflange
erhält mittelft eines Schlittens eine zu ihrer Länge fenkrechte Bewegung, fo dafs
ein Punkt von S die Gerade £ befchreibt, die andere S' ift drehbar um einen
Fixpunkt /, der mit dem Mittelpunkte des Rädchens auf einer Parallelen liegt zur
Mittellinie der Verzahnung. Da das Rädchen längs S und S' nur rollen kann, fo
wird fich dasfelbe bei einer Bewegung des Schlittens um gleiche Stücke auf den
Zahnflangen verfchieben und ift die Zahnflange S' richtig angelegt, fo wird, wenn
das Rädchen fich von G entfernt, dasfelbe fich auch von/und zwar um gleich viel
entfernen. Die Differenz der Abftande des Rad-Mittelpunktes von G und /'bleibt
alfo in der That conftant. Das Inftrument war von Hardy in Paris vorzüglich
ausgeführt. Leider geftattet es, nur ein ziemlich kleines Stück der Parabel zu
zeichnen. Die hübfche Idee des Abrollens eines Rädchens auf zwei mit demfelben
in Berührung bleibenden Tangenten liefse fich übrigens auch zur Conftruclion von
Ellipfe und Plyperbel aus ihren Brennpunkten verwenden.
Wir erwähnen endlich noch der Geradführung vonLipkin (Gouvernement
St. Petersburg, Pawlowfk). Aus zwei Mittelpunkten A und B feien zwei Kreife
mit den refpedliven Radien a und b befchrieben. Eine Gerade von der Länge
l werde fo bewegt, dafs der eine ihrer Endpunkte ff/ auf dem Kreife vom Radius
a, der andere Endpunkt N auf dem Kreife vom Radius b bleibt. Zieht man den
Radius AM, projicirt auf diefen den Punkt N nach N' und fucht auf AM einen
Punkt P\ der zu M bezüglich N' fymmetrifch liegt, fo gehört P einem Kreife
an. Wählt man aber den Radius a gleich dem Abftande AB der Kreismittelpunkte,
fo geht der Kreis in eine Gerade über, die fenkrecht fleht auf der
Linie AB. Durch Gelenkverbindungen läfst fich die Bewegung von Gleicht den
angegebenen Bedingungen gemäfs hervorbringen. Zu dem Zwecke bemerke man,
dafs /angefehen werden kann als der Eckpunkt eines Parallelogrammes von der