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Full text: Mathematische und physikalische Instrumente (Gruppe XIV, Section 1 und 2), officieller Ausstellungs-Bericht

Mathematifche und allgemeine phyfikalifche Inftrumente. 
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vermeiden find. Sehr beachtenswert^ ift, dafs Schickert von den feineren 
Wagen bei gleicher Tragkraft und Empfindlichkeit zwei Sorten conftruirt, langfam 
und fchnellfchwingende. Von den ausgeftellten Objecften heben wir hervor: 
Eine grofse Wage, bei 50 Kilogramm einfeitiger Belattung noch 20 Milli 
gramm angebend, der Balken aus Stahl, die Schneiden auf Stahlplatten fpielend ; 
eine kleinere Wage für 5 Kilogramm Belattung und noch für 5 Milligramm 
empfindlich, der Balken aus Meffing, die Schneiden auf Carneollager und eine 
ebenfo conftruirte bei 1 Kilogramm Belattung noch 1 Milligramm anzeigend. An 
diefen drei Wagen war die fehr zweckmäfsige Einrichtung getroffen, dafs je nach 
Wunfch die Gehänge der Schalen allein oder mit den Balken zugleich arretirt 
werden konnten. Zu dem Zwecke find an den Enden der Wagarme in der Rich 
tung feiner Längsachfe cylindrifche Stahlftifte befeftigt. An den Armen der 
Abhebevorrichtung find hufeifenförmige Rahmen angebracht und die bogen 
förmigen Theile derfelben enthalten Nuten, in welche fich beim Abheben die 
Stahlftifte einlegen; aufwärts gerichtete Spitzen an diefen Rahmen ergreifen die 
Gehänge. Die bogenförmigen Theile mit den Nuten find mittelft Charniere zur 
Seite zu drehen, wodurch beim Heben der Arretirungsvorrichtung die Stahlftifte 
am Balken frei bleiben und nur die Gehänge abgenommen werden. 
Weiter feien erwähnt drei kleinere Wagen für 200, 100 und 5 0 Gramme 
Belattung und beziehungsweife für O'I, o'2 und O'Oi Milligramm empfindlich; 
endlich Gewichtseinfätze von 5 Kilogramm und 500 Gramm abwärts. 
G. W eftp hal in Celle (Hannover) vergoldet feine Wagebalken, die Stahl- 
fchneiden, Zunge, Gehänge und Schalenbügel. Aufserdem ift feine Schalenarreti- 
rung eigenthümlich; die Tragteller in Form von Kreisringen führen nämlich zur 
fchneilen Beruhigung der Schalen Pinfel mit fich, welche die Schalen um 
Weniges früher berühren als die Ränder der Teller. Hiedurch find die Vortheile 
beider gebräuchlichen Schalenarretirungen vereinigt. Zwei Wagen für 100 Gramm 
Belattung und für 01 Milligramm empfindlich, davon die eine vergoldet, eine 
gröfsere Wage für 750 Gramm Belattung und noch O'I Milligramm angebend und 
.eine vergoldete Wage für 250 Gramm Belattung und der gleichen Empfindlichkeit, 
zeigten in allen Theilen eine fehr forgfältige und vorzügliche Bearbeitung. Eine 
kleine Wage zur Beftimmung der fpecififchen Gewichte von Flüffigkeiten durch 
Eintauchen und Verfchieben eines am Wagearm aufgehängten Thermometer- 
Körpers, nach dem Principe von A. Gadolin foll noch die vierte Decimale der 
Dichte richtig beftimmen laffen. Schöne, vergoldete Gewichtseinfätze waren in 
verfchiedenen Exemplaren vorhanden. Die Vergoldung ift an allen Theilen von 
unübertrefflicher Reinlichkeit. 
E. Andre in Kaffel macht bei feinen Wagen fowohl die Lager als auch 
die Schneiden aus Achat und erzielt hiedurch nicht nur einen feineren Schliff, 
fondern vermeidet auf diefe Weife zugleich den fchädlichen Einflufs, welchem 
Stahlfchneiden durch Dämpfe und feuchte Luft ausgefetzt find. Bei einer fehr 
feinen Wage, deren Tragkraft nicht mehr als 5 Gramm betragen dürfte, fpielte die 
Mittelfchneide auf zwei Achatcylindern, die Schalengehänge auf je zwei Spitzen; 
die Arretirung war mit Gabelcontadl verfehen. An einer gröfseren Wage hatten 
die Schneidenlager der Gehänge die Form einer förmigen Platte; von dem in 
die Längsrichtung des Balkens geftellten Anfatzftücke führt ein Bügel, das Ende 
des Wagebalkens umgehend nach abwärs bis vertical unter die Schneide, wo dann 
die Schalenketten eingehängt werden. Die Möglichkeit eines Streifens der 
Gehänge an den Balken ift hiedurch vermieden. Die Arbeiten diefer Firma, die 
mit Gefchick eingebürgerte Conftrudlionsarten durch neue zu erfetzen weifs, ver 
dienen alle Anerkennung und Beachtung. 
Die Wagen vonOertling in Berlin und Staudinger in Giefsen find 
bekannt. Sie zeigten keine wefentlichen Abänderungen ihrer früheren Bauart. 
Bornhardt in Braunfchweig gibt feinen Wagen eine Aluminiumsfchiene zur 
Aufnahme des Reiters bei und macht auch die Zunge aus Aluminium. Die Arre-
	        
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