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Full text : Mathematische und physikalische Instrumente (Gruppe XIV, Section 1 und 2), officieller Ausstellungs-Bericht

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Ferdinand  Lippich.

zum  Recipienten,  das  zweite  Rohr  C  geht  von  U  aus  vertical  nach  abwärts  und
fteht  mit  dem  Schlauche  in  Verbindung,  der  in  das  Queckfilber-Gefafs  endigt,
welches  abwechfelnd  gehoben  und  gefenkt  wird.  Diefe  Senkung  mufs  foweit
erfolgen  können,  dafs  das  Queckfilber-Niveau  im  GefaTse  tiefer  als  die  Barometer^
höhe^  unter  U  zu  liegen  kommt.  Beim  Heben  des  Queckfilber-Refervoirs  wird
zuerft  bei  U  durch  das  in  C  fteigende  Queckfilber  die  Commumcation  zwifchen
dem  Recipienten  und  Ballon  abgefperrt  und  beim  weiteren  Heben  die  Luft  aus
letzteren  durch  A  ausgetrieben.  Wird  das  Refervoir  wieder  gefenkt  fo  entfteht
zuerft  im  Ballon  ein  luftleerer  Raum,  in  welchen,  wenn  das  Queckfilber-Niveau
in  B  bei  U  angekommen  ift,  die  Luft  aus  dem  Recipienten  tritt  urc  a  er
maliges  Heben  wird  diefe  wieder  durch  A  ausgetrieben  u.  f.  f.  Die  Lange  des
Rohres  B  verhindert  ein  Ueberfliefsen  des  Queckfilbers  in  den  Recipienten,  wenn
derfelbe  auch  ganz  luftleer  wäre.
Diefe  Pumpe  läfst  fich  natürlich  ganz  aus  Glas  herftellen.  Hauck  befeftigt
die  einzelnen  Röhren  mittelft  Stahlflanfchen  aneinander
Steflitfchek  in  Wien  brachte  eine  zweiftiefelige  Ventil-Luftpumpe
Hugershoff  in  Leipzig  eine  zweiftieflige  Hahn-Luftpumpe  mit  liegenden
Cvlindern•  Greiner  &  Friedrichs  in  Stützenbach  (Provinz  Sachfen)  eine
Queckfilber-Luftpumpe  nach  G  e  i  fs  1  e  r  -  J  o  11  y  zu  phyfiologifchen  Zwecken  (nach
Angaben  von  Profeffor  Ludwig),  Stollenreuter  eine  Jolly  fche  Queckfilben
Luftpumpe  und  endlich  Geifsler  in  Bonn  ebenfalls  feine  Pumpe.  Diefe
war  <ranz  aus  Glas  hergeftellt.  Die  gewöhnlich  £/-formigen  Rohren  zum  Trocknen,
Reinigen  etc.  der  zu  füllenden  Gafe  haben  an  diefer  Pumpe  beiläufig  die  Form
Wulf  fcher  Flafchen,  an  welchen  die  beiden  Seitenröhren  verlängert  find.  Sie
ragen  etwas  über  das  horizontale  Verbindungsrohr  der  Recipienten  hinaus  und
fm 8 d  fowie  der  mittlere  Hals  durch  eingeriebene  Stöpfel  verfchliefsbar.  Aus  der
Hand  eines  Künftlers  wie  Geifsler,  wird  man  trotz  der  vielen  Stopfei  und  Hahne
das  Inftrument  mit  vollem  Vertrauen  verwenden  können.
Vom  Gewerbeinftitute  in  Liffabon  war  eine  hydro-pneumatifche
  Pumpe,  erfunden  von  S  i  1  v  a  P  i  n  t  o  ausgeftellt;  fie  gründet  fich  auf  die
bekannte  fangende  Wirkung  eines  Wafferftrahles.  Auf  einemTiiche  mit  portativem
Luftpumpen-Teller  und  Recipienien  ift  vertical  eine  hölzerne  Wand  von  etwa
i  Meter  Höhe  aufgeftellt.  Durch  diefe  Wand,  nahe  im  unteren  Drittel  der  Hohe
führt  das  vom  Refervoir  kommende  Zuleitungsrohr  hindurch  und  biegt  vertical
nach  abwärts  Unmittelbar  über  der  Biegung  mundet  ein  Piezometer  in  das
Zuleitungsrohr,  an  welchem  man  die  Gröfse  des  hydraulifchen  Druckes  ablefen
kann  Das  Zuleitungsrohr  führt  durch  einen  Abfperrhahn  in  einen  Conus  von
12°  Oeffnungswinkel  und  die  Ausftrömungsöffnung  diefes  Conus  hat  nur  einen
Durchmeffer  von  3  Millimeter.  Er  mündet  in  das  weitere  ihn  umgebende  Abflufs
rohr  welcher  in  das  Innere  eines  Ballons  leitet,  aus  welchem  der  Abflufs  fo
geregelt  wird  dafs  das  Rohr  immer  unter  Waffer  taucht.  Zu  beiden  Seiten  de
Ausftrömungsöffnung  des  Conus  zweigen  aus  dem  .Hauptrohre.dietSa« g roh«n
ab  die  fchliefslich  in  den  Recipienten  munden.  Sie  find  jedoch  früher  an  d
Wand  vertical  nach  aufwärts  geleitet  zu  einer  cylindrifchen  Kapfel  die  ein  Sicherheitsventil ­
  enthält,  um  vorkommenden  Falles  das  Eintreten  des  Waffers  in  den
Recipienten  zu  verhüten.  Von  diefem  Ventile  führt  durch.einen  zweckmafsig
conftruirten  Hahn  der  Luftweg  durch  zwei  lange,  an  der  Wand  befeftigte  lr° ck e
röhren  und  fodann  noch  einmal  durch  den  Hahn  hindurch  in  ein  verticales  Ro
bis  an  den  Fufs  der  Wand,  wo  dann  durch  ein  Kautfchukrohr  die  Verbindung  mit
dem  Recipienten  erfolgt.  Aus  den  früher  genannten  Hahn  fuhrt  n0 ^ el ^  ^  S;
leitung  zu  einem  Barometer.  Derfelbe  Hahn  dient  auch  dazu,  um  Luft  in  den
Recipienten  treten  zu  laffen.  Mit  diefer  Pumpe  foll  die  Luftverdunnung  bis  au
i-r  Millimeter  getrieben  werden  können;  bei  welcher  Druckhohe  wird  nie
angegeben.  Jeclenfalls  ift  die  Dispofition  des  Apparates  fehr  gut  und  beque
gewählt.
            
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