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Full text : Mathematische und physikalische Instrumente (Gruppe XIV, Section 1 und 2), officieller Ausstellungs-Bericht

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Dr.  W.  Tinter.

einen  Zahn  weiter  geht,  wodurch  die  Gleichförmigkeit  der  Bewegung  des  Uhrwerkes, ­
  demnach  auch  jene  des  fich  zwifchen  i  und  i'  bewegenden  Papierftreifens
p  erzielt  wird.  Das  Markiren  der  Zeichen  auf  dem  Papierftreifen  p  gefchieht  durch
zwei  Capillarfedern  c  von  Glas,  welche  mit  ihren  meffmgenen  Faflungen  in  die  entfprechenden
  Höhlungen  der  beiden  Lamellen  l  und  l x  gepafst  find.  Das  weitere
Ende  einer  jeden  eine  communicirende  Röhre  darftellenden  Feder  reicht  in  das
Tintengefäfs  G,  während  die  feine  Spitze  auf  dem  Papierftreifen  p  aufruht.  (Fig.  6
macht  diefes  klar.)  Die  Enden  der  beiden  Lamellen  /,  l x  find  beziehungsweife  in
entfprechenden  Theilen  der  Bügel  b x ,  b 2  derart  eingelagert,  dafs  fich  dafelbft
eine  horizontale  Drehachfe  ergibt,  um  welche  fich  jede  Lamelle  bewegen  läfst.
Die  Bügel  b x  und  b z  find  mit  den  Platten  (Anker)  A x  und  A z  verfchraubt,  welch’
letztere  fich  um  die  durch  die  beiden  Schraubenfpitzen  s x ,  s i >  und  s 2 ,  s 2 ’  gebildeten ­
  horizontalen  Drehachfen  bewegen  können.  Die  Anker  A x  und  A 2  liegen
über  den  Elektromagneten  e x  ,  e x  ,  beziehungsweife  e 2  und  werden  in  dem
Augenblicke,  als  die  betreffenden  Elektromagnete  von  einem  Strome  umkreifet
werden,  von  diefem  angezogen;  durch  diefe  Bewegung  von  A x  oder  A.>  nach
abwärts  ift  eine  feitliche  Abweichung  der  Spitze  der  Feder  c  oder  c x  fenkrecht
zur  Bewegungsrichtung  des  Streifens  p  verknüpft;  die  fonft  ohne  Unterbrechung
von  den  Federn  befchriebenen  Linien  erleiden  nur  in  dem  Augenblicke  eine
Unterbrechung,  in  welchem  der  Stromfchlufs  hergeftellt  wird.
An  dem  Brete,  auf  welchem  der  ganze  Apparat  aufgebaut  ift,  befinden  fich
die  acht  unter  einander  ifolirtenMetallplättchen;  das  zweite  und  dritte,  ferner  das
fechste  und  fiebente  find  durch  Spiraldrähte  in  leitender  Verbindung;  die  Drähte
der  Spulen  <?,  e x \  e 2 ,  e 2  find  in  der  aus  der  Zeichnung  zu  entnehmenden  Weife
verbunden.  Ift  nun  in  den  Strom  der  Uhrbatterie  (U.  B.)  die  mit  einem  Contatftwerke
  verfehene  Uhr  eingefchaltet,  fo  wird  bei  jedem  Contadle  der  Uhrftrom
gefchloffen,  der  Anker  A z  dabei  angezogen  und  durch  die  mit  l x  verbundene  Feder
das  Zeichen  gemacht,  welche  Zeichen  natürlich  regelmäfsig  nach  jedem  Contacfte
wiederkehren.  Wird  aber  in  den  Strom  der  Signalbatterie  [S.  B.)  der  Schlüffel
oder  Tafter  eingefchaltet  und  mit  diefem  in  dem  Augenblicke  des  Eintrittes  der
Erfcheinung  der  Strom  von  S.  B.  gefchloffen,  fo  wird  der  Anker  A x  angezogen,
fomit  von  der  mit  /  verbundenen  Feder  ein  Zeichen  gemacht,  welches  nun  mit  der
von  der  Uhrfeder  gemachten  Zeitfcala  leicht  in  Verbindung  gebracht  werden  kann.
Die  Lamellen  l  und  /,  beftehen  je  aus  zwei  gegen  einander  ein  wenig  ver
ftellbaren  Theilen,  um  fo  die  Spitzen  der  Federn  einander  näher  oder  entfernter
und  in  eine  und  diefelbe  Senkrechte  gegen  die  Richtung  des  Streifens  bringen  zu
können  ;  beffer  wäre  diefes  zu  erreichen,  wenn  die  Achfen  der  Hülfen,  in  denen
die  Federn  ftecken,  fchief  gegen  die  oberen  Begrenzungsflächen  der  Lamellen  wären.
Zur  Regulirung  des  Hubes  der  beiden  Anker,  beziehungsweife  der  Gröfse
der  feitlichen  Ausweichung  der  Feder  bei  dem  Contacfte  dienen  die  Schräubchen  g
und  zum  Zurückführen  der  Anker  in  ihre  Lage  nach  dem  Contacle  dienen  die
Schraubenfedern  /  und  f x ,  deren  Spannung  mit  dem  Schräubchen  a  regulirt
werden  kann.
Die  Gleichförmigkeit  im  Gange  diefes  Chronographen  ift  eine  ganz  vollkommene ­
  und  wird  ficher  von  keinem  anderen  Chronographen  übertroffen.  Auch
ift  es  ein  Vortheil,  die  Zeichen  gut  Achtbar  zu  haben,  was  bei  dem  Ablefen  der
Streifen  fich  merkbar  macht.
Nachtheilig  wirkt  nur  das  öftere  Verfagen  der  Schreibfedern,  durch  deren
Auswechslung  oft  viel  Zeit  verloren  gehen  kann,  ferner  das  etwa  bei  der  Beobachtung
vorkommende  Vertieften  der  beiden  Federn  gegen  einander,  wodurch  eine  Aenderung
  in  der  Parallaxe  der  Federn  eintritt.  Man  wird  daher  auf  das  wiederholte
Beftimmen  der  Federnparallaxe  in  einer  Beobachtungsreihe  die  nöthige  Aufmerk  -
famkeit  lenken  müffen.
Die  fchwingende  Feder  als  Regulator  wurde  von  Hipp  fchon  im
Jahre  1847  bei  dem  Chronofcope  angewendet.
            
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