Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Mathematische und physikalische Instrumente (Gruppe XIV, Section 1 und 2), officieller Ausstellungs-Bericht

Geodätifche  Inftrumente.

51

gelegt  werden  möge,  wie  diefes  hei  den  zwei  von  Dennert  und  Pape  ausgeftellten
  Refervoirlibellen  auch  fchon  berückfichtigt  war.
Die  von  Reinifch  in  neuerer  Zeit  ausgeführten  Dofenlibellen  find  jenen
der  älteren  Conftrucftion  gewifs  vorzuziehen.  Er  erfetzt  den  nach  innen  kugelförmig
concav  ausgefchliffenen  Glasdeckel  durch  eine  obere  dünne  Metallplatte  P }  (Ftg.  7
und  <?),  welche  zwei  gegen  einander  rechtwinklig  geftellte  kleine  Röhrenlibellen
(Kreuzlibellen)  /  und  l x  trägt,  deren  Achfen  parallel  zur  ebenen  Unterlage  u
geftellt  find.  Eine  etwaige  Abweichung  diefer  geforderten  Parallelftellung  kann
mit  dem  Schräubchen  jj,  beziehungsweife  mit  den  Schräubchen  s 2  undj  3  berichtigt ­
  werden  Die  drei  Schräubchen  s t  s 2  s 3  gehen  durch  P  frei  durch  und  haben
ihre  Muttergewinde  in  u.  Die  drei  bei  den  Schräubchen  zwifchen  der  Unterlagsplatte ­
  u  und  der  Kopfplatte  /’eingefetzten  fchraubenförmig  gewundenen  Federn/
erhalten  einerfeits  P  in  der  richtigen  Lage  gegen  u,  anderfeits  geflatten  fie  die
früher  angegebene  Berichtigung.

Heliotrope.*
Von  diefer  Gattung  Inftrumente  waren  nur  zwei  Exemplare  ausgeftellt;  von
Starke  &  Kämmerer  und  von  Dennert  &  Pape.
Nach  der  einfachen  Conftrucftion  von  Struve  werden  von  G.  Starke  feit
1864  Heliotrope  ausgeführt.
Die  Verbindung  des  Fernrohres  mit  diefem  Heliotrope,  um  auf  fehr  entfernte ­
  Objecfte  ficher  einftellen  zu  können,  wurde  von  G.  S  t  a  r  k  e  zuerft  angewendet. ­
  Das  Fernrohr  felbft  dient  nur  als  Einftellfernrohr;  die  optifche  Achfe
desfelben  mufs  natürlich  zu  der  Vifirlinie  des  Holiotropen,  gebildet  durch  die
kleine  OcularÖflhung  im  Spiegel  und  durch  den  Kreuzzungspunkt  der  beiden  erftgenannter ­
  Oeffnung  in  gleicher  Höhe  gegenüberftehenden  Fäden  parallel  fein.
G.  Starke  hat,  um  ein  fchärferes  Bild  an  der  Stelle  des  Fadenkreuzes  zu
erhalten,  eine  Linfe  von  kurzer  Brennweite  und  geringer  Oeffnung  in  folch  einer
Entfernung  vor  dem  Spiegel  aufgeftellt,  dafs  der  Abftand  der  Linfe  von  dem
Fadenkreuze  der  Brennweite  derfelben  gleichkommt.
Die  durch  den  optifchen  Mittelpunkt  diefer  Linfe  und  den  Durchkreuzungspunkt ­
  der  beiden  Fäden  gehende  Linie  bildet  die  optifche  Achfe  des  Heliotropen,
zu  welcher  jene  des  Einftellfernrohres  parallel  fein  foll.  Bei  richtiger  Stellung  des
Spiegels  wird  das  von  ihm  reflecftirte  Licht  durch  die  Linfe  zu  einem  Strahlenkegel ­
  vereint,  welcher  an  Stelle  des  Fadenkreuzes,  wo  fich  eine  kleine  verfilberte
Fläche  befindet,  ein  kleines,  hellleuchtendes  Scheibchen  erzeugt,  das  eben  von
dem  Gehilfen  jederzeit  auf  dem  Durchfchnittspunkte  erhalten  werden  mufs.
Zur  Unterfuchung,  ob  die  optifche  Achfe  des  Einftellfernrohres  zu  jener
des  Heliotropen  parallel  ift,  dient  ein  kleines  Hilfsfernrohr  von  kurzer  Brennweite
und  verhältnifsmäfsig  grofser  Oeffnung,  das  an  die  Stelle  des  Spiegels  gefetzt
werden  kann.  Richtet  man  dasfelbe  nach  dem  Kreuzungspunkte  der  Fäden,  verfchiebt
  die  Ocularöhre  fo  lange,  bis  man  das  Bild  des  Kreuzungspunktes  in  der
Mitte  des  Gefichtsfeldes  deutlich  fieht  und  ftellt  durch  Verfchiebung  des  ganzen
Pleliotropen  die  Vifur  mit  diefem  Hilfsfernrohre  nach  einem  entfernten,  gut  fichtbaren
  Objecfte  her,  fo  mufs  bei  richtiger  Lage  der  optifchen  Achfe  des  Einftell
fernrohres  die  Vifur  mit  demfelben  das  gewählte  Objecft  ebenfalls  ficher  treffen.
Eine  etwaige  nöthige  Correcftion  ift  mit  zwei  im  horizontalen  Sinne  auf  die  Fadenplatte ­
  wirkenden  Schräubchen  auszuführen.  **
*  Heliotrop  von  Gaufs.  Aftronomifche  Nachrichten  1.  Band,  S.  106,  5.  Band,  S.  329  und  345.
Heliotrop  von  Bertram.  Gradmeflung  in  Oftpreufsen  S.  65  und  Küftenvermeffung  S.  52.
Heliotrop  von  Struve.  Breitengradmefiung  in  den  Oftfeeprovinzen  Rufslands.  I.  S.  49.
Heliotrop  von  Steinheil.  1844.  Schuhmacher’s  aftronomifches  Jahrbuch.
**  Näheres  hierüber:  „Vorträge  über  höhere  Gradafie“.  Zufammengeftellt  von  Dr.
Wilhelm  Tinter.  1872.  (Autographien.)  Die  aftronomifch-geodätifchen  Arbeiten  des  k.  k.
militär-geographifchen  Inftitutes  in  Wien.  II.  Band.  1873.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.