Geodätifche Inftrumente
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auf die horizontale Drehachfe aufgefetzt werden kann. Bringt man diefe Redlifi-
cationslibelle mit der Elevationsfchraube zum Einfpielen, macht man alfo die
horizontale Drehachfe wirklich horizontal, fo mufs, wenn die eigentliche Arbeits
libelle, welche zum Herftellen der verticalen Lage der Vifirebene verwendet
wird, die geforderte Bedingung erfüllt, ebenfalls einfpielen. Im Gegenfalle wird
die Abweichung mit der Corredtionsfchraube der Libelle verbeffert.*
Es ift natürlich, dafs man mit dem Perfpetftivlineale auch jene Einrich
tungen verband, welche das Meffen der Höhenwinkel und der Diftanz geftattet.
Die von G. Starke im Jahre 1869 ausgeführte Conftnnflion des PerfpedHvlineales
mit Höhenbögen und der Stampfer’fchen Mefsfchraube bietet diefe Vortheile. In
Fig. 10 ift eine perfpedtivifche Anficht, in Fig. // ein Schnitt durch die horizon
tale Drehachfe dargeftellt. lt das Lineal, S die mit demfelben durch vier Schrau
ben verbundene hohle Säule, an ihrem oberen Ende zwei Schrauben aufnehmend,
welche mit ihren diametral gegenüberftehenüen Spitzen eine horizontale Dreh
achfe für den ganzen Obertheil abgeben. Auf der Platte P find angebracht: die
beiden Lager für die horizontale Drehachfe A, ferner die Arbeitslibelle Z, während
L! die zum Auffetzen eingerichtete Redlificationslibelle ift. DievonZnach abwärts
in die Säule reichende Verlängerung P t , auf welche die Elevationsfchraube s und
die ihr gegenüberftehende Feder/ wirken, kann durch s um die von den früher
genannten Schrauben gebildete horizontale Drehachfe gedreht, demnach die
Neigung von P mit allen verbundenen Theilen geändert werden.
♦Das Nähere hierüber fiehe: Tinter, das Perfpe<üivlineal mit Rückficht auf die von
G. Starke diefem Inftrumente gegebene Conftrutftion. Zeitfchrift des öfterreichifchen Ingenieur-
und Architektenvereines 1868.