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Volltext: Mathematische und physikalische Instrumente (Gruppe XIV, Section 1 und 2), officieller Ausstellungs-Bericht

Geodätifche Inftrumente. 
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einer Schraubenumdrehung die Winkelbewegung von io Minuten. An der 
vorderen Seite des Fernrohrlagers B find zwei Theilungen, wovon die eine für 
Grade und Minuten, die andere der Decimaltheilung entfprechend bezeichnet ift. 
Die an dem Schraubenkopfe L angebrachte Trommel J trägt zwei Theilun- 
gen ; die obere enthält 120 Theile, demnach entfpricht einem Theile die Winkel 
bewegung 5 Secunden; die untere Theilung hält 100 Theile, und dient zum 
Diftanzmeffen. 
Hahn hatte ein Nivellirinflrument neuer Conftrudlion ausgeftellt; das- 
felbe hat als Unterbau einen Dreifufs; es hat keinen Horizontalkreis und ein 
Fernrohr zum Umlegen; die Libelle ift mit dem Fernrohre, der Höhenbogen 
mit der horizontalen Drehachfe feft verbunden. Die vorhandene Elevations- 
fchraube ift eine Mefsfchraube, wodurch das Meffen der Höhenbewegunng 
der Vifirlinie , alfo auch das Diftanzmeffen nach der Stampfer’fchen Methode 
ermöglicht wird. 
Der Höhenbogen hat 0 200 Meter Radius und kann mit einem Nonius 
bis auf 15 Secunden gelefen werden; der Höhenbogen trägt aufser der Bogen- 
theilung von 20 zu 20 Minuten noch eine zweite Theilung , welche die ganzen 
Umdrehungen der Mikrometerfchraube angibt. 
Die zwei von Hildebrand ausgeftellten Nivellirinftrumente mit Drei- 
fufs-Aufftellung haben Fernrohre zum Umlegen; die Libelle ift mit dem Fernrohre 
in fefte Verbindung gebracht. Das eine Inftrument hat einen getheilten Horizontal 
kreis, das zweite hingegen nur eine horizontale Scheibe; bei beiden ift Klemm 
vorrichtung und Mikrometerfchraube für die Azimuthaibewegung vorhanden. Die 
Elevationsfchraube ift bei keinem diefer beiden Inftrumente angebracht. 
Von Lüttich waren ausgeftellt: Ein grofses Nivellirinftrument und zwei 
kleine Nivellirinftrumente. Alle drei Inftrumente ruhen je auf einem Dreifufse. 
Das grofse Nivellirinftrument hat ein umlegbares Fernrohr von 40 Millimeter 
Oeffnung und 0.470 Meter Brennw'eite. Die Libelle ift mit dem Fernrohre feft 
verbunden. 
Die- beiden kleinen Nivellirinftrumente unterfcheiden fich nur dadurch, 
dafs das eine eine Mikrometerfchraube für die Azimuthaibewegung hat, das andere 
aber nicht. Eine Corretftionsfchraube für die Senkrechtftellung der Libellenachfe 
zur verticalen Umdrehungsachfe konnte ich nicht finden. 
Auch diefer Künftler macht von der Elevationsfchraube keinen Gebrauch. 
England, das für geodätifche und aftronomifche Inftrumente nur durch die 
einzige Firma Cooke & fons vertreten war, hatte auch nur durch diefe Firma zwei 
Nivellirinftrumente zur Ausftellung gebracht; das eine mit feftem, das zweite mit 
umlegbarem Fernrohre. Das erftere ift in Big, 18 dargeftellt. Das Fernrohre? O 
hat ein Objeöfiv von 39 Millimeter Oeffnung und 440 Meter Brennweite. Die 
Libelle L für das Nivelliren ift mit dem Fernrohre feft verbunden und kann mittelft 
des Spiegels 6"abgelefen werden. Die Libelle L' ift mit ihrer Achfe fenkreicht zu L, 
fo dafs, wenn beide Libellen parallel zur horizontalen Umdrehungsebene geftellt 
find, die Horizontalftellung des Inftrumentes auf einfache Weife durchgeführt 
werden kann. Bei B ift eine mit der Lupe ablesbare Boufible. Die Elevations 
fchraube ift nicht angewendet. 
Der Unterbau des Inftrumentes ift ein Dreifufs, welcher mit den drei 
Stellfchrauben FF' auf der Kopfplatte D des Statives ruht; letzteres verdient 
näher beachtet zu werden. Jeder der drei Stativfüfse befteht aus zwei Theilen f 
und welche unten durch eine Zwinge vereint werden; in das obere Ende 
eines jeden Theiles find die ftarken Metaliftreifen ll eingefetzt, welche durch 
die Schrauben mit/", und unter einander durch den Bolzen b verbunden find; 
die Verbindung des letzteren mit den von der Kopfplatte D des Statives herab 
reichenden Nafen a ift aus der Figur zu entnehmen. Eigenthümlich ift auch die 
Verbindung des Inftrumentes mit der Kopfplatte des Statives. Die drei Fufs- 
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