Geodätifche Inftrumente.
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der zwifchen zwei Schraubenfpitzen ii i gehaltene Bügel b nimmt die zwilchen den
beiden Schräubchen a ct! gelagerte horizontale Drehachfe auf, die an dem einen
Ende die zu ihr fenkrechte Rolle R trägt, welche eben auf S aufliegt. Die mit der
Rolle R in Verbindung flehende Trommel ifl in ioo Theile getheilt und mittelll
des Index J können Theile einer Umdrehung bis auf 0.002 gelefen werden. Die
ganzen Umdrehungen der Rolle werden an dem Index J' gelefen, der fich an das
kleine Scheibchen S' anlehnt, das fich an derfelben verticalen Achfe mit einem
kleinen Zählrädchen befindet, welch’ letzteres in die an a a' angebrachte Schraube
ohne Ende eingreift. Ein Theil der Theilung auf S' entfpricht einer ganzen
Umdrehung.
Wenn man fich die früheren Conftruclionen (1850 bis 1870) des Wetli-Planimeters
gegenwärtig hält, fo wird man zunächfl erkennen, dafs die Stahlachfe, auf
welcher die Rolle R befefligt ifl, viel kürzer geworden ifl, was für den Mechaniker
von Bedeutung wird, wenn man erwägt, dafs bei den älteren Conftrutflionen die
Länge diefer Achfe 17 Centimeter betrug, dafs das geringfle Unrundlaufen oder
ein kaum merkbares Verbiegen derfelben in den Meflungsrefultaten fühlbar wurde.
Aufserdem ifl durch diefe Anordnung das Ablefen bedeutend erleichtert, und
dadurch, dafs die Achfe der Aufhängung des Rahmens b, gebildet durch die
Schraubenfpitzen i z\, nunmehr in der Ebene der Glasfcheibe liegt, erfolgt der
Druck der Rolle auf die Papierfläche fenkrecht, was früher, wo die genannte
Achfe um den Radius der Rolle über der Scheibe lag, nicht der Fall fein konnte.
Näheres über das Wetli Planimeter fiehe: Ueber das neue Planimeter von
Caspar Wetli, Ingenieur Von S. Stampfer. Sitzungsberichte der mathematifchnaturwiffenfchaftlichen
Claffe der k. Akademie der Wiffenfchaften zu Wien. 1850.
Ueber die Gefchichte der Planimeter lefe man: Zur Gefchichte der
Planimeter von C. M. Bauernfeind. Dingler’s polytechnifches Journal, Band
CXXXVII, Heft 2.
Beiträge zur Gefchichte der Planimeter. Von Dr. Anton Favaro. Allgemeine
Bauzeitung. 1873.
Der Vollfländigkeit wegen wollen wir blofs erwähnen, dafs auch in der
ruffifchen Abtheilung ein nach den Angaben des Herrn Ingenieurs Julien Majewfki
conflruirtes Planimeter ausgeflellt war.*
Sphärometer nach Stampfer.
C o nft.ruc t i on von G. Starke vom Jahre 1858.
Am Schluffe fei es uns geflattet, auch diefes fchönen, noch wenig gekannten
Inflrumentes zu gedenken.
Wie der Name andeutet, foll mit diefem Inftrumente die Krümmung einer
fphärifchen Oberfläche, beziehungsweife ihr Krümmungshalbmeffer beftimmt
werden.
Das Sphärometer, nach den Angaben Stampfer’s von G. Starke ausgeführt,
ifl in der Fig. 33 dargeftellt. Fig. 34 gibt den Schnitt durch die Mitte des Inftrumentes.
Den unteren Theil bildet das Geftelle G mit den drei Füfsen F } welche
ftreng genommen in fcharfe Spitzen enden füllten; weil diefes praktifch undurchführbar
ifl, werden diefe drei Fiifse nach gleichem Halbmeffer von 1 bis 2 Millimeter
fphärifch abgerundet, möglichft gehärtet und hoch polirt. In der Mitte des
durch diefe drei Füfse gebildeten Dreieckes geht die feine Schraube a durch die
* In der additionellen Ausftellung war von dem Berichterftatter die Entwicklung in
dem Baue der Planimeter durch fünf verfchiedene Planimeter zur Anfchauung gebracht worden.
Unter denfelben befand fich auch das nach den Angaben Stampfer’s von Starke ausgeführte
Polarplanimeter, bei welchem fich die Rolle auf einer Scheibe, ähnlich wie beim Wetli-Planimeter,
walzt.