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Full text : Mathematische und physikalische Instrumente (Gruppe XIV, Section 1 und 2), officieller Ausstellungs-Bericht

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L.  Ditfcheiner.

Ein  ähnliches  Spedlrofkop  fand  fich  auch  in  der  Ausftellung  der  Genfer
Gefellfchaft  zur  Ausführung  phyfikalifcher  Apparate.
Zur  Unterfuchung  der  Abforption  an  Flüffigkeiten  ftellte  Schmidt  &
Haenfch  auch  noch  einen  Apparat,  beftehend  aus  einem  mit  abgefchliffenen
Rändern  verfehenen  Glascylinder,  an  welchen  fich  planparallele  Glasplatten  anlegen
laffen,  fo  dafs  fich  zwifchen  ihnen  eine  Schichte  Flüffigkeit,  deren  Dicke  von  der
Länge  des  Cylinders  abhängt,  befindet.  Die  Glasplatten  felbft  find  quadratifch
und  werden  durch  Kautfchukringe  an  den  Cylinder  gehalten.  Auch  fand  fich  bei
diefer  Firma  ein  Farbenmafs  nach  Stammer.
Von  Apparaten  zum  Meffen  der  Kryflallwinkel  finden  wir  nur  das  Wollaftonfche
  Goniometer  mit  Fernrohr  und  Collimator,  und  zwar  mit  grofserem  Theilkreife
eines  von  der  bekannten  Firma  Aug.  Oertling  (Fried.  Oertling)  in  Berlin  und
eines  aus  dem  mechanifchen  Etabliffement  C.  J.  Jürgenfen  von  Profeffor
E.  Jünger  in  Kopenhagen.
Grofse  Nikol  fche  Prismen  brachten  W.  Steeg  in  Homburg  vor  der  Höhe,
und  zwar  ein  folches  von  50  Millimeter  Seite  und  Leon  Louis  Laurent  Succeffeur
  de  H.  Soleil  in  Paris.  Diefelben  exponirten  auch  prachtvolle  Doppelfpath
Rhomboeder.  In  der  dänifchen  Abtheilung  fand  fich  ein  vollkommen  durchfichtiger,
nur  von  einigen  Spaltungsflächen  durchzogener  isländifcher  Doppelfpath  im
Gewichte  von  274  Pfund  im  Werthe  von  470  preufsifchen  Thalern.  Die  bekannte,
von  Paris  nach  Potsdam  überfiedelte  Fabrik  von  Dr.  E.  Hartnack  &  Comp,
flellte  eine  Reihe  von  Hartnack’fchen  Prismen,  deren  gröfstes  eine  Seite  von  30
Millimeter  hatte.  Laurent  lieferte  ferner  eine  Reihe  prachtvoller  Quarz-  und  Turmalinplatten ­
  von  verfchiedener  Dicke,  Quarzkeile,  Quarzprismen  und  Quarzlinfen,
ein  Foucault  fchesPrisma,  Polarifkope  von  Senarmont  und  Savart,  einen  Compenfator
von  Babinet  nebft  einer  Suite  von  gefchliffenen  Kryflallen.  W.  Steeg,  deflen
Ausftellung  überhaupt  eine  der  bemerkenswertheften  auf  dem  Gebiete  der  Kryftalloptik
  war,  brachte  zwei  Convex-Quarzlinfen  von  nahe  1 / 2  Meter  Brennweite,  ein
Feinrohr  mit  Quarzlinfen  und  Quarzprisma  zur  Unterfuchung  von  ultraviolettem
Lichte,  ferner  ein  Steinfalz-Prisma  und  eine  Steinfalz-Linfe,  eine  Suite  von  148  ausgezeichnet ­
  gefchliffenen,  darunter  einige  feltene,  Kryflallplatten,  ein  Polarifkop
von  Senarmont  und  die  Glimmerplatten-Combinationen  von  Reufch.
N  ö  r  1  embe  rg  fchon  hat  gezeigt,  dafs,  wenn  man  eine  Anzahl  zweiachfiger
Glimmerplättchen  fo  übereinander  legt,  dafs  die  Hauptfchnitte  der  einander
unmittelbar  folgenden  einen  Winkel  von  9°  Grad  bilden,  fchon  bei  einer  geringen ­
  Anzahl  von  Plättchen  das  Syflem  fich  wie  ein  optifch  einachfiger  Kryftall  zwifchen ­
  polarifirenden  Vorrichtungen  verhält  und  diefe  Imitation  eine  vollftändige
ifl,  wenn  die  Glimmer-Hauptfchnitte  mit  den  Polarifationsebenen  der  polarifirenden ­
  Vorrichtungen,  Nikolen-  oder  Turmalinplatten,  zufammenfallen.  Reufch  in
1  übingen  hat  nun  neue  folche  Glimmercombinationen  herzuflellen  verfucht,  in
welchen  die  Wirkungen  rechts  und  links  drehender  einachfiger  Kryftalle  nachgeahmt ­
  find.  Es  wurden  dünne  Lamellen  aus  einem  zweiachfigen  Glimmer  von
70  Grad  Achfenwinkel  in  Form  von  Rechtecken  gefchnitten,  fo  dafs  der  Hauptfchnitt,
  welcher  die  optifchen  Achfen  enthält,  mit  der  längeren  Dimenfion  zufammenfiel.
  Diefe  Lamellen  wurden  nun  fo  übereinander  gelegt,  dafs  die  Hauptfchnitte ­
  (Längsdimenfionen  der  Lamellen)  der  unmittelbar  auf  einander  folgenden
Lamellen  einen  Winkel  von  60  Grad  bilden.  Man  konnte  nun  auf  diefe  Art  doppelt ­
  verfahren.  Man  konnte  nämlich  auf  die  erfle  Lamelle  gerade  gegen  fich
gerichtete,  die  zweite  fo  legen,  dafs  ihre  zugekehrte  Hälfte  mehr  gegen  rechts
liegt,  und  in  eben  demfelben  Sinne  die  dritte  auf  die  zweite  legen  u.  f.  w.,  oder
man  konnte  die  zweite  Lamelle  auf  die  elfte  legen,  dafs  ihre  zugekehrte  Hälfte
gegen  links  zu  liegen  kommt  und  in  diefem  gleichfam  entgegengefetzten  Sinne
mit  der  Aufeinanderlegung  der  Plättchen  fortfahren.  Im  erften  Falle  erhält  man
eine  von  links  nach  rechts  anfteigende  1  reppe  A?,  im  zweiten  Falle  aber  eine
nach  links  anfteigende  Treppe  L.  Die  aufeinander  folgenden  Glimmerplättchen  find
            
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