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MAK

Full text : Marinewesen (Gruppe XVII, Section 1 bis 4), offcieller Ausstellungs-Bericht

Marinewefen.

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Gefahr  vorhanden  ift  ,  fteigen  fie  gar  feiten  wieder  in  den  Schiffsraum  hinab,  um
d.e  Rettungsgurtei  zu  holen,  können  diefs  auch  meift  gar  nicht,  weil  die  nach
dem  Deck  fluchtenden  Paffagiere  die  Stiege  occupiren.  Die  Rettungsgürte]  müfsten
am  Verdeck  und  dort  nicht  etwa  in  wohl  verfchloffenen  Kitten,  fondern  in  leicht
zugänglicher  Weife  untergebracht  fein.
Die  Einteilung  eines  Schiffes  in  wafferdichte  Compartiments  ift  im
Principe  eine  vorzügliche  Sicherheitsvorkehrung  und  follte  für  Perfonendampfer
obhgatonfch  fein,  doch  müfste  fie  auch  immer  richtig  durchgeführt  werden.  Die
Abtheilungswande  find  oft  nicht  feil  genug  und  ift  vorgekommen,  dafs  fie  be
eintretendem  Wafferdrucke  durchriffen.  Jetzt  find  die  Compartiments  meift  durch
offene  kleine  Thüren  oder  Schieber  in  Verbindung;  das  geht  noch  an,  wenn  die
Handhaben  fich  in  den  oberen  Schiffsräumen  befinden,  ift  aber  fehr  bedenklich
wenn  d.efelbe.i  wie  mitunter  der  Fall,  in  den  unterften  Schiffsräumen  an
otelien  angebracht  find,  von  denen  dem  Manne,  der  mit  dem  Schliefsen  der  Oeffnungen
  beauftragt  wird,  während  der  Gefahr  ein  Entkommen  fchwer  erfcheint.
Die  Art  und  Weife,  wie  jetzt  die  Rettungsboote  von  den  Schiffen  in  die
See  gelaffen  werden,  bietet  viele  Mängel.  Bei  unruhiger  See  ift  Gefahr,  dafs  das
Rettungsboot  durch  die  Schwankungen  des  Schiffes  während  des  Herablaffens
an  die  Schiffswand  anfchlägt  und  zerfchellt;  berührt  das  Boot  bereits  die  Waffer
flache,  fo  wäre  es  wichtig,  dafs  dasfelbe  von  den  zwei  Takeln,  an  denen  es  hängt
gleichzeitig  losgeloft  werde,  da  fonft,  befonders  bei  einem  in  Bewegung  befindlichen
Schiffe,  das  Rettungsboot,  zumal  wenn  das  vordere  Seil  zuerft  gelöft  wird,  leicht
, BUg  Untei ^ S  Waffer  fahren  oder  umfchlagen  kann;  endlich  find  die  Boote
felbft  nicht  immer  fo  in  Stand  gefetzt,  dafs  fie  im  Momente  des  Bedarfes  für  die
See  vollkommen  geeignet  wären.  Es  waren  nun  diefsbezüglich  mehrere  Vorfchläge
zur  us  e  ung  gebracht,  welche  im  Wefentlichen  darauf  hinzielten,  dafs  die
beiden  Haken  ,  an  welchen  das  Rettungsboot  aufgehängt  ift,  gleichzeitig  durch
eine  geineinfchaftliche  Zugleine  von  einem  der  mit  dem  Boote  herabgelaffenen
Leute  geloft  werden  können.  Der  Hauptnachtheil  diefer  Vorrichtung  ift  dafs
wenn  der  Mann  im  Boote  die  betreffende  Zugleine  anzieht,  bevor  noch  das
Rettungsboot  im  Waffer  fchwimmt,  ein  Fall,  der  in  den  Momenten  grofser  Gefahr
und  grofseiA  erwirrung  gar  leicht  Vorkommen  kann,  das  Boot  und  die  zu  Rettenden
erft  recht  verloren  find.  Die  wefentliche  Bedingung  aber,  dafs  die  Haken  fich
zweifellos  erft  dann  lofen  können,  wenn  das  Rettungsboot  bereits  im  Waffer
richtig  fchwimmt,  ift  durch  keinen  der  gemachten  Vorfchläge  realifirt.
Rettungsboote  und  Rettungsgürtel  kommen  übrigens  erft  ins  Treffen,  wenn
die  anderen  Sicherheitsvorkehrungen  für  das  Schiff  felbft  nicht  ausreichend  waren.
Unter  diefen  nun  fpielen  die  Pumpen,  welche  für  den  Fall  einer  Leckbildung  oder
einer  Ueberfluthung  durch  Sturzwellen  das  Waffer  aus  dem  Kielraume  zu  fchaffen
haben,  die  fogenannten  Schiffsleck-Pumpen,  eine  Hauptrolle.
Für  diefegilt  ganz  befonders,  was  früher  angedeutet  wurde,  dafs  fie  nämlich
nicht  nur  verlafslich  wirken,  fondern  auch  fo  disponirt  fein  follten,  dafs  zu  ihrer
ngangfetzung  oder  wenn  die  Saugfiebe  (Ich  verftopfen,  zu  deren  Reinigung  nicht
erft  in  den  Kielraum  hineingekrochen  werden  mufs,  denn  in  Momenten  entfchiedener
Gefahr  bewahrt  felbft  der  Befonnenfte  doch  nur  an  folchen  Stellen  feine  Ruhe
und  hält  nur  dort  aus  ,  wo  er  beftimmte  Hoffnung  hat,  für  den  Fall  der  Unwirksamkeit ­
  feiner  beften  Bemühungen  rafch  ins  Freie  gelangen  zu  können.  Die  Ingangbringung ­
  einer  Schiffsleck-Pumpe  mufs  in  der  einfachften  Weife  wie  durch  einen
Ruck  gefchehen  können  und  darf  nicht,  wie  fchon  vorgekommen,  ein  Schiff
defshalb  untergehen,  weil  bei  der  Ingangfetzung  der  Dampfpumpe  in  der  Eile
ein  lurgirliahnchen  zu  öffnen  vergeffen  und  in  Folge  deffen  der  Cylinderdeckel
durchgeftofsen  und  die  Wafferförderung  behindert  wurde.  Die  Pumpe  mufs
lo  beichaften  fein  ,  dafs  die  Verunreinigungen  des  Kielwaffers,  wie  Kohlenklem
  u.  dergl.,  welche  das  Saugfieb  paffiren  können,  auch  durch  die  Pumpe,  ohne
            
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