Marinewefen.
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Gefahr vorhanden ift , fteigen fie gar feiten wieder in den Schiffsraum hinab, um
d.e Rettungsgurtei zu holen, können diefs auch meift gar nicht, weil die nach
dem Deck fluchtenden Paffagiere die Stiege occupiren. Die Rettungsgürte] müfsten
am Verdeck und dort nicht etwa in wohl verfchloffenen Kitten, fondern in leicht
zugänglicher Weife untergebracht fein.
Die Einteilung eines Schiffes in wafferdichte Compartiments ift im
Principe eine vorzügliche Sicherheitsvorkehrung und follte für Perfonendampfer
obhgatonfch fein, doch müfste fie auch immer richtig durchgeführt werden. Die
Abtheilungswande find oft nicht feil genug und ift vorgekommen, dafs fie be
eintretendem Wafferdrucke durchriffen. Jetzt find die Compartiments meift durch
offene kleine Thüren oder Schieber in Verbindung; das geht noch an, wenn die
Handhaben fich in den oberen Schiffsräumen befinden, ift aber fehr bedenklich
wenn d.efelbe.i wie mitunter der Fall, in den unterften Schiffsräumen an
otelien angebracht find, von denen dem Manne, der mit dem Schliefsen der Oeffnungen
beauftragt wird, während der Gefahr ein Entkommen fchwer erfcheint.
Die Art und Weife, wie jetzt die Rettungsboote von den Schiffen in die
See gelaffen werden, bietet viele Mängel. Bei unruhiger See ift Gefahr, dafs das
Rettungsboot durch die Schwankungen des Schiffes während des Herablaffens
an die Schiffswand anfchlägt und zerfchellt; berührt das Boot bereits die Waffer
flache, fo wäre es wichtig, dafs dasfelbe von den zwei Takeln, an denen es hängt
gleichzeitig losgeloft werde, da fonft, befonders bei einem in Bewegung befindlichen
Schiffe, das Rettungsboot, zumal wenn das vordere Seil zuerft gelöft wird, leicht
, BUg Untei ^ S Waffer fahren oder umfchlagen kann; endlich find die Boote
felbft nicht immer fo in Stand gefetzt, dafs fie im Momente des Bedarfes für die
See vollkommen geeignet wären. Es waren nun diefsbezüglich mehrere Vorfchläge
zur us e ung gebracht, welche im Wefentlichen darauf hinzielten, dafs die
beiden Haken , an welchen das Rettungsboot aufgehängt ift, gleichzeitig durch
eine geineinfchaftliche Zugleine von einem der mit dem Boote herabgelaffenen
Leute geloft werden können. Der Hauptnachtheil diefer Vorrichtung ift dafs
wenn der Mann im Boote die betreffende Zugleine anzieht, bevor noch das
Rettungsboot im Waffer fchwimmt, ein Fall, der in den Momenten grofser Gefahr
und grofseiA erwirrung gar leicht Vorkommen kann, das Boot und die zu Rettenden
erft recht verloren find. Die wefentliche Bedingung aber, dafs die Haken fich
zweifellos erft dann lofen können, wenn das Rettungsboot bereits im Waffer
richtig fchwimmt, ift durch keinen der gemachten Vorfchläge realifirt.
Rettungsboote und Rettungsgürtel kommen übrigens erft ins Treffen, wenn
die anderen Sicherheitsvorkehrungen für das Schiff felbft nicht ausreichend waren.
Unter diefen nun fpielen die Pumpen, welche für den Fall einer Leckbildung oder
einer Ueberfluthung durch Sturzwellen das Waffer aus dem Kielraume zu fchaffen
haben, die fogenannten Schiffsleck-Pumpen, eine Hauptrolle.
Für diefegilt ganz befonders, was früher angedeutet wurde, dafs fie nämlich
nicht nur verlafslich wirken, fondern auch fo disponirt fein follten, dafs zu ihrer
ngangfetzung oder wenn die Saugfiebe (Ich verftopfen, zu deren Reinigung nicht
erft in den Kielraum hineingekrochen werden mufs, denn in Momenten entfchiedener
Gefahr bewahrt felbft der Befonnenfte doch nur an folchen Stellen feine Ruhe
und hält nur dort aus , wo er beftimmte Hoffnung hat, für den Fall der Unwirksamkeit
feiner beften Bemühungen rafch ins Freie gelangen zu können. Die Ingangbringung
einer Schiffsleck-Pumpe mufs in der einfachften Weife wie durch einen
Ruck gefchehen können und darf nicht, wie fchon vorgekommen, ein Schiff
defshalb untergehen, weil bei der Ingangfetzung der Dampfpumpe in der Eile
ein lurgirliahnchen zu öffnen vergeffen und in Folge deffen der Cylinderdeckel
durchgeftofsen und die Wafferförderung behindert wurde. Die Pumpe mufs
lo beichaften fein , dafs die Verunreinigungen des Kielwaffers, wie Kohlenklem
u. dergl., welche das Saugfieb paffiren können, auch durch die Pumpe, ohne