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Full text: Marinewesen (Gruppe XVII, Section 1 bis 4), offcieller Ausstellungs-Bericht

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Alexander Friedmann. 
als feiner Spannung entfpricht, mifslich und thut a priori dar, dafs es beffer wäre, 
die Ueberhitzung in anderer Weife zu bewerkftelligen. Dafs Letzteres möglich, 
wird bei der nächftbefchriebenen Mafchine des ,,Pollux“ erwiefen. 
Die Mafchine der „Frifia“ war urfprünglich nach dem alten Syfteme mit 
gewöhnlicher Condenfation und Salzwaffer-SpeTung gebaut und confumirte damals 
binnen 24 Stunden durchschnittlich 1600 Centner Kohle. Sie wurde nachträglich 
auf das moderne Syftem der Compound-Engines und Oberflächen-Condenfation 
umgewandelt und confumirt nunmehr bei gleicher Leiftung nur noch 1100 Centner 
Kohle per 24 Stunden. Der Kohlenverbrauch hat fich hienach durch diefe Ver- 
befferungen nahezu um ein Dritttheil reducirt und werden daher bei einer 
14-tägigen Fahrt gegen früher 7000 Centner Kohlen erfpart und überdiefs über 
350 Cubikmeter, um welche früher die Kohlenräume gröfser fein mufsten, für 
Laderäume gewonnen. 
Die Hauptdimenfionen der Mafchine find in der am Schluffe des erften 
Abfchnittes diefes Rapportes angefügten Tabelle angegeben. Bezüglich der 
Details ift befonders hervorzuheben, dafs die Expanfion mittelft zweier zwifchen 
den zwei grofsen Excenterpaaren angebrachter kleiner Excenter angeordnet ift, 
welche, durch eine kleine Stephenfon’fche Couliffe vereint, einen auf ganz kurzen 
Hub gerichteten feparaten Expanfionsfchieber bewegen. Diefer letztere ift auf 
der beiftehenden Seite 45 in Fig. 22 in V 2 4tel Naturgröfse im Verticalfchnitte 
gleichzeitig mit den zwei Vertheilungsfchiebern, des Hochdruck- und des Nieder 
druck-Cylinders veranfchaulicht. 
Die bereits mehrfach erwähnte von Petke erfundene und conftruirte 
Mafchine des Dampfers „Pollux“, welche in den Figuren der Tafel XI veran 
fchaulicht ift, ift ebenfalls eine Overhead Compoundmafchine, bei welcher jedoch 
nicht wie bei der vorbefchriebenen Mafchine der Dampf bei Paffirung aus dem 
Dampfkeffel in den Hochdruck-Cylinder, fondern bei Paffirung vom Hochdruck- 
Cylinder in den Niederdruck-Cylinder, alfo aufser Communication mit dem 
Dampfkeffel und während der Expanfion überhitzt wird. 
In der beiliegenden Tafel XI ift Fig. 1 ein Verticalfchnitt durch die beiden 
Cylinder, den Oberflächen-Condenfator und die Luftpumpe, Fig. 2 ein Vertical 
fchnitt zwifchen den beiden Cylindern durch den Oberflächen-Condenfator, Fig. 3 
eine Seitenanficht, Fig. 4 ein Horizontalfchnitt durch die beiden Cylinder und 
Fig. S ein Horizontalfchnitt durch die Plattform. 
Das Rohr B führt aus der Rauchkammer der Dampfkeffel einen Theil der 
abftrömenden Feuerungsgafe durch die Rohre A { , welche zwifchen den beiden 
Dampfcylindern fituirt find, daher von dem Dampfe bei feiner Ueberftrömung aus 
dem Hochdruck-Cylinder H in den Niederdruck-Cylinder N beftrichen werden 
und eine Uebertragung der Wärme diefer Gafe auf den überftrömenden Dampf 
vermitteln. Nachdem die Gafe die Ueberhitzungsrohre A pafflrt haben, ftreichen 
fie um die beiden Cylinder innerhalb deren doppelter Umhüllung herum, fo dafs 
die Oberfläche der Cylinder mit einen Theil der Fläche des Ueberhitzungs- 
apparates darftellt, und ziehen durch das Rohr b wieder in das Kamin ab. Die 
Ueberftrömung aus dem kleinen Hochdruck-Cylinder in den gröfseren Niederdruck- 
Cylinder findet gleichmäfsig während der Bewegung des Niederdruck-Kolbens 
ftatt. Während diefer Ueberftrömung hat der Dampf, welcher den kleinen Hoch 
druck-Cylinder H erfüllt hat, fucceffive das dreimal fo grofse Volumen des Nieder- 
druck-Cylinders N auszufüllen und würde alfo fucceffive feine Spannung bis nahezu 
auf den dritten Theil der Endfpannung im Hochdruck Cylinder finken. Die Ueber 
hitzung nun, welche der Dampf während diefes Ueberftrömens durch die Beftreichung 
• der Rohre A erfährt, hat zur Folge, dafs die Spannung nicht in dem Mafse der 
Volumvergröfserung abnimmt, fondern fich bedeutend höher hält. Es ift fonach 
diejenige Prellung, um welche der überftrömende Dampf Während der Expanfion 
gröfser ift, als der Proportion des Volumens des Hochdruck-Cylinders H zum
	        
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