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MAK

Full text : Marinewesen (Gruppe XVII, Section 1 bis 4), offcieller Ausstellungs-Bericht

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Alexander  Friedmann.

fyfteme  conftruirt,  arbeitet  mit  75  Pfund  Keffelfpannung,  ftarker  Expanfion  und
gewöhnlicher  Condenfation.  —  Da  das  Condenfationswaffer  meift  durch  Fetttheilchen,
  welche  der  Dampf  aus  der  Schmierung  der  Kolben  und  Stopfbüchfen
der  Dampfcylinder  und  Luftpumpe  mitreifst,  verunreinigt  ift,  und  diefe  Fettfubftanzen
  die  Keffeltheile  leicht  angreifen,  fo  wird  nicht  mit  Condenfationswaffer,
fondern  mit  direeft  demFluife  entnommenem  Waffer  gefpeift  und  diefes  vor  feinem
Eintritt  in  den  Keffel  vorgewärmt.  Diefe  Vorwärmung  bewerkftelligt  der  aus  dem
Niederdruck-Cylinder  abftrömende  Dampf,  indem  derfelbe  den  Vorwärmer  V  V
Fig.  2  und  3  paffirt,  welcher  wie  ein  kleiner  Oberflächen-Condenfator  mit
172  Siederohren  von  je  einem  Zoll  Durchmeffer  und  4  Fufs  Länge  verfehen  ift,
durch  welche  das  Speifewaffer  durchftrömt  und  einen  Theil  der  Wärme  des
befagten  abftrömenden  Dampfes  aufnimmt.
°  Diefe  Eliminirung  derSpeifung  mit  Condenfationswaffer  und  die  Einführung
von  Vorwärmern,  welche  aufser  der  gröfseren  Reinheit  auch  eine  gröfsere  und
ökonomifcheErwärmung  desSpeifewaffers  zurFolge  hat,  wurde  beiFlufsdampfern
zuerft  von  Jackfon,  dem  Oberingenieur  der  Donau-Dampffchifffahrts-Gefellfchaft,
der  auch  um  die  Einführung  des  Compoundfyftems  auf  dieFlufsdampfer  in  Oefterreich
  fich  verdient  gemacht  hat,  bewerkftelligt.
Die  Umfteuerung  beider  Cylinder  ift  getrennt  gehalten,  theils  um  nach
Bedarf  die  Expanfion  im  Hochdruck-Cylinder  unabhängig  von  der  Steuerung  des
Niederdruck-Cylinders  zu  variiren,  was  hier  um  fo  wichtiger  als  die  Expanfion
nicht,  wie  es  zweckmäfsiger  wäre,  mittelft  eines  feparaten  Expanfionsfchiebers
bewirkt  wird,  theils  um,  wie  für  die  getrennte  Reverfirvorrichtung  der  Mafchine
des  Pollux“  angegeben  wurde,  die  Umfteuerung  und  Ingangfetzung  rafch  und
ficher  bewerkftelligen  zu  können.  —  Der  Hochdruck-Cylinder  ift  mit  einer  doppelten ­
  Umhüllung  verfehen,  zwifchen  welcher  der  Dampf  bei  feinem  Uebergang
zumNiederdruckcylinder  paffirt.  Letzteres,  obgleich  allgemein  üblich,  ift  bei  nicht
überhitztem  Dampfe,  wie  hier  der  Fall,  nicht  empfehlenswerth.  Der  Hauptzweck
der  doppelten  Umhüllung  ift  bekanntlicli  der,  den  Dampf  im  Cylinder  vor  zu
ftarker  Abkühlung  zu  fchützen,  fowohl  weil  durch  diefe  Abkühlung  die  Spannung
befonders  während  der  Expanfion  im  grofsen  Cylinder  ftark  reducirt  und  alfo  die
Leiftungsfähigkeit  der  Mafchine  im  Verhältniffe  zu  ihren  Dimenfionen  gefchwächt
wird  als  auch  weil  ein  Theil  des  Dampfes  hiedurch  condenfirl  wird  und  das  fonach
im  Cylinder  gebildete  heifse  Waffer  beim  Ausftrömen  des  Dampfes  in  den  Condenfator,
  refpedtive  bei  Bildung  des  Vacuums  im  Cylinderraume,  aufkocht,  nachverdamp'ft,
  daher  das  Vacuum  auszufüllen  ftrebt,  und  hiedurch  eine  gröfsere  Luftpumpe ­
  nöthig  macht.  Dort,  wo  mit  überhitztem  Dampfe  gearbeitet  wird,  behält  der
Dampf  beim  Ueberftrömen  vom  Hochdruckcylinder  in  den  Niederdruckcylinder
zwifchen  den  doppelten  Umhüllungen  noch  immer  eine  entfprechende  Spannung
und  eine  genügend  hohe  Temperatur  um  diefe  Condenfation  und  das  Nachverdampfen ­
  während  der  Expanfion  zu  verhindern.  Bei  oscillirendenMafchinenaber,
bei  welchen  wie  hier  nicht  mit  überhitztem  Dampfe  gearbeitet  wird  (und  auch  nur
fchwer  gearbeitet  werden  könnte,  weil  der  Dampf  durch  die  oscillirenden  hohlen
Zapfen  einftrömt,  eine  hohe  Temperatur  des  Dampfes  alfo  die  Zapfenlagerung
erhitzen  würde),  erfüllt  die  doppelte  Umhüllung  allenfalls  den  Zweck  eines  Mittelrefervoirs
  zwifchen  Hoch-  und  Niederdruckcylinder,  der  Hauptzweck  aber,  das  ift
der  Schutz  des  wirkenden  Dampfes  vor  grofser  Spannungsverminderung,  wird  gar
nicht  erreicht,  die  Anfammlung  des  condenfirten  Dampfes  und  deffen  Nachverdampfung ­
  im  Niederdruckcylinder  aber  nur  theilweife  infoweit  vermieden,  als
eben  ein  Theil  des  condenfirten  Dampfes  zwifchen  der  doppelten  Umhüllung  und
hiedurch  aufser  Communication  mit  der  Luftpumpe  verbleibt.  Es  follte  alfo  gegen
die  Abkühlung  anderweitig  vorgeforgt  und  wo  diefs  gut  möglich  ift,  wie  bei  den
nicht  oscillirenden  Mafchinen  der  Donau-Dampffchifffahrts-Gefellfchaft,  Vorkehrung ­
  zur  Verwendung  von  überhitztem,  refpeftive  gemifchtem  Dampfe  getroffen
werden.  Hingegen  find  die  einzelnen  Details  der  befprochenen  Mafchine  mit
            
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