Marinewefen.
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Fig- 24- Kamin des Schiffes communicirt, fo dafs
die wenigen entweichenden Gafe in kei
nem Falle ins Zwifchendeck gelangen
können.
i i find die Düfen, durch welche
die Gebläfeluft aus dem das Geftelle um
gebenden gleichzeitig als Luftvorwär
mer dienenden Windrefervoir W in den
Ofen gelangt, h ift die Gasrohr-Leitung.
Die Art undWeife, wie ein folcher
Ofen fundlionirt, ift folgende:
Man denke fielt vorerft den Ofen
bis ee mit Kohle gefüllt, und unten am
Geftelle b erzündet. Die Gebläfeluft,
welche durch die Düfen ii eintritt, ver
brennt die nächftliegende Kohlen-
fchichte zu Kohlenfäure, diefelbe fteigt
in die Höhe, reducirt fich im Contadl
mit den oberen Kohlenfchichten zu
Kohlenoxydgas, letzteres mengt fich
mit den aus den oberften Kohlenfchich
ten fich entwickelnden Deftillations-
produdten und entweicht durch h h in
die ganz nahe dem Ofen fituirten Feuer-
ftellen der Keffel.
Durch die Verbrennung der Kohle
nächft den Düfen ii wird in deren Niveau
eine hohe Temperatur erzeugt, welche
bewirkt, dafs die nicht verbrennbaren
durch Mengung der Kohle mit Kalk oder
ähnlichenZufchlägen leicht fchmelzbar
gemachtenBeftandtheile alsSchlacke auf
den Boden niedertropfen, die vonZeit zu
Zeit durch die Oeffnung m abgelaffen
werden kann. Die hohe Temperatur
herrfcht wie erwähnt nur in nächfter Nähe der Düfen; mit dem Auffteigen der
heifsen Verbrennungsgafe und deren Reduction zu Kohlenoxydgas fowie durch
den Deftillationsprocefs der Kohle entfteht eine ftarke Abkühlung, der zufolge
die Gafe nur mehr noch mit fehr mäfsiger Temperatur in die Gasleitung h h gelan
gen. Durch die continuirliche Verbrennung der zunächft den Düfen gelegenen
Kohlenfchichten finken die den Schacht erfüllenden Kohlen fucceffive nach und
wird von Zeit zu Zeit durch die Gichtvorrichtung c eine neue Ladung,
unter welche vorher ein entfprechendes Quantum Kalk oder fonftige Zufchläge
zur Schmelzbarmachung der Schlacken gemengt wurde, in den Schacht gelaffen.
Die in dem Schachtofen entwickelten, durch die Rohrleitung a zu den
Feuerftellen des Keffels geführten Gafe werden dort auf die eine der vielen
bekannten Weifen zur vollkommenen Verbrennung gebracht. Die Erfahrungen,
welche bezüglich des Hochofen-Betriebes vorliegen, würden die Bedienung eines
folchen Schacht-Gasofens zu einer nahezu bekannten Aufgabe geftalten, welche
überdiefs hier, wo es fich nur um die Bildung von Kohlenoxydgas handelt,
ungemein vereinfacht wird; da zur Erzeugung von Kohlenoxydgas das erheifchte
Luftquantum ein verhältnifsmäfsig fehr kleines ift, fo genügt für eine Anlage wie
der „Drache“ z. B. ein Ofen von 4'' ä Fufs lichtem Durchmeffer und io Fufs Höhe
und ein Ventilator, welcher mit einem Drucke von I oder IVz Zoll Waffer etwa
80 Cubikfufs die Secunde in den Ofen bläft.