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Full text: Allgemeine Bildungsmittel (Gruppe XXVI, Section 6), officieller Ausstellungs-Bericht

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Alfred Klaar. 
doch auch als culturgefchichtlich bedeutende Erzeignille der Literatur in diefem 
Berichte gewürdigt werden. 
Die fpecielle Pflege gewiffer Zweige des Buchhandels, die fleh in diefer 
Induflrie immer mehr Bahn bricht, und deren fchon im Eingänge gedacht wurde, 
tritt befonders anfchaulich in Frankreich hervor. So befallen fleh die Firmen 
Bau dry und Ducher & Comp, vornehmlich mit grofsen architektonifchen 
Werken, Paul Duero cq und Lefkvre mit gut ausgeftatteten Jugend- und 
Kinderfchriften; Belin Veuve mitwohlfeüem Claffikerverlag, J. Dumaine mit 
militärifchen Werken und Landcarten, E.Roret mit technifchem und naturwiffen- 
fchaftlichem Verlag, hauptfächlich für das gröfsere Publicum, J. Rothfchild mit 
prächtigen Illuftrationswerken (darunter das bekannte Buch „Les promenades de 
Paris“) und Levy mit artiftifchen Werken, Jouauft mit Werken im Renaiffance- 
ftyl, Morel & Comp, mit wahrhaft grofsartigen technifch vollendeten Büchern 
über bildende Kunft, Hetzel mit Erziehungs- und Bildungsfchriften, Chaix mit 
Werken über Eifenbahnwefen, Guillaumin & Comp, mit Büchern über Volks 
wirtschaft und Finanzwefen, Gauthier-Villars mit technifchen und artifti 
fchen Schriften, H. Renouard mit der „Gefchichte der bildenden Künfte“, 
Techener und Pi 11 et mit bibliographifchen Werken, das grofse Haus Marne 
& fils in Tours mit maffenhaft erzeugten Gebet- und Erbauungsbüchern, defs- 
gleichen Lecoffre fils und Pouffielgue frkres mit frommen Schriften, Le 
Roy mit Werken über Alterthumskunde, Le Brument mit Specialgefchichte, 
M a g n y mit genealogifchen Schriften, L a c r o i x mit Buchdruck und Buchhandel 
für Ingenieurarbeiten, Pion vornämlich mit hiftorifchen, politifchen und militäri 
fchen Werken und endlich Lemoin mit Muficalien und Mufikgefchichte. 
Von intereffanten Einzelwerken und periodifchen Schriften erheifchen fol 
gende noch eine befondere Würdigung: Die von Menard geleitete, mit tech- 
nifcher Vollendung ausgeführte: „Gazette des Beaux Arts“ (europäifcher Courier 
für Kunft und Sehenswürdigkeiten), welche in wohlthätiger Weife für die Verbeffe- 
rung des Gefchmackes in Kunft und Kunftgewerbe wirkt, das reich ausgeftattete 
Journal „LTlluftration“ (herausgegeben von Ate Marc & Comp.), die Sammlung 
der franzöfifchen Claffiker nach den Originaltexten des XVI. Jahrhunderts (heraus 
gegeben von Alphonfe Lemerre), die bildliche Darftellung der Coftume vom 4. bis 
19. Jahrhundert (herausgegeben von Jaquemin), das Werk „Les Humanites moder 
nes“ von ProfefforPh. Kuff, das „Album der Welt“ und „die Schlöffer Frankreichs“ 
(herausgegeben von Lheureux Pages & Comp.), das Wörterbuch der Künfte und 
Manufacluren (herausgegeben von Laboulaye) und endlich das franzöfifch-lateinifch- 
chinefifche Wörterbuch der lebenden Mandarinenfprache von Paul Ferny 
(gedruckt bei Ad. Lai ne). 
Der ftarke nationale Zug im franzöfifchen Wefen, der in feinen extremften 
Aeufserungen manches Staatsunglück heraufbefchworen hat, führte auf der anderen 
Seite zu centralifirenden wiffenfchaftlichen Beftrebungen, in deren Anord 
nung und gewiffenhafter Durchführung die Franzofen als Mufter voranleuchten 
können. Ein anfchauliches, impofantes Bild einer derartigen Thätigkeit bot die 
Ausftellung des franzöfifchen Unterrichtsminifteriums; eine überfichtliche Dar 
ftellung der gefammten Schulentwicklung, die zugleich in ihren höheren Stufen 
die Ausbreitung der wiffenfchaftlichen Literatur in grofsen Zügen dem Beobachter 
vorführte. Die von der Regierung veranftaltete Ausftellung umfafste alle officieilen 
Berichte über denUnterrichtsorganismus, Nachweifungen über die Fortfehritte auf 
dem Gebiete ihrer Wiffenfchaft und eine grofse Anzahl von Differtationen pro 
gradu, aus denen die lebendige Vermittlung des wiffenfchaftlichen Lehrftoffes zu 
entnehmen war. 
Befondere Plervorhebung verdient die vom Gouvernement angeordnete und 
von Firmin Didot beforgte Herausgabe des für die Gefchichte Frankreichs unge 
mein wichtigen Werkes „Documents inedits“, in welchem die Tabula peutinge- 
riana und Jourdan’s Gefchichte der Parifer Univerfität enthalten find.
	        
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