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Full text: Allgemeine Bildungsmittel (Gruppe XXVI, Section 6), officieller Ausstellungs-Bericht

Buchhandel und Literatur des Auslandes 
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Acchmat.faLonsgefeUfchaft in Palermo ftellte ihre in der wiffenfchaftlichen Welt 
rulrmhch bekannten Memoiren aus, Profeffor Dr. Cantoni in Parma eine aus 
führliche Klimatologie Italiens und ein Werk über denfelben Stoff Profeffor S e r r a 
Carpi in Rom, Ritter Heinrich D a 1 m azz o & Ludwig C a 11i g eris in Turin 
vier Exemplare des polyglotten Wörterbuches „Le compagnon de tous“, Anton 
V ecco & Comp in Turin verfchiedene fchön ausgeftattete Ausgaben des „magnum 
bullarum G i a c h e 111 & Comp. in Florenz eine illuftrirte Gefchichte der chriftlichen 
Kunft.Dr. Albert E r r e r a in Venedig ein Werk über das Gewerbe und die Schifffahrt 
und ein Specialwerk über die venetianifchen Gewerbe, Peter Moretti in Mai 
land zwei Illuftrirte Bände des Prachtwerkes „LTtaliamonumentalis“; die Comissione 
provinziale di antichita e belle arti in Molife eine Befchreibung des campanifchen 
Mufeums und des hiftorifchen Archivs zu Capua und die Lega d’insegnamento in 
Verona eine Gefchichte diefes Vereines, der feinen Zweck, die Schulen zu unter- 
itutzen, im weiterten Ausmafse erreicht. Neben diefen hervorragenden Einzel- 
weruenfmd Ausftellungen der Unione typographia in Turin, die einen bedeuten 
den wiffenfchaftlichen Verlag hat, der Firma Bona in Turin, welche fich vor 
wiegend mit der Herausgabe von Reifebüchern und orientalifchen Werken 
beschäftigt, der Firma Treves frtires in Mailand, welche durch die Publication: 
La Science du peuple“ fich grofse Verdienfte erwarb, des Verlagsgefchäftes N e g r o 
m Turin lobend hervorzuheben Unter den zahlreichen politifchen, fatirifchen 
und fachlichen Zeitfchnften, von denen Probenummern auflagen, zog namentlich 
das von Chizzolini in Mailand herausgegebene Journal „LTtalie agricole“ 
durch die Reichhaltigkeit des Inhaltes und die fplendide Ausftattung die Auf- 
merkfamkeit der Kenner auf fich. Als VerlagsfirmenfürMuficalien hatten die Firmen 
SdabiH in Florenz, C a s p e ri n i in Padua, C a n t i in Mailand, Trebbiin 
Bologna, Manganelli in Ancona und endlich die Claudiana Buchdruckerei in 
hiorenz zahlreiche Werke ausgeftellt, die fich namentlich durch den forgfältigen 
und deutlichen Druck der Noten auszeichneten. 
Schweiz. Verhältnifsmäfsig gut war die Schweiz auf unferem Gebiete 
vertreten; nur zeigte fich der Uebelftand, dafs der Buchhandel nach dem Ein- 
theilungsgrund der Gruppen keinen felbftftändigen Platz fand, in der Ausftelluim 
diefes Landes fehr auffällig. Man mufste die Obje&e an drei verfchiedenen Orten 
mühfam zufammenfuchen: in der Ausftellung der graphifchen Künfte, in derUnter- 
richtsabtheilung und endlich in dem befonderen Pavillon der Schweiz, wo die 
periodifche Literatur vertreten war. Faffen wir das, was zerftreut wahrzunehmen 
war, in Gedanken zufammen, fo gibt fich ein Bild ziemlich regen literarifchen 
Lebens und einer belebten Buchdrucker- und Buchhändler-Induftrie die indefs 
nur wenig über die Grenzen des Landes hinausgreifen. In einer Gefellfchaft der 
Buchdrucker gibt fich die Neigung der Schweizer für die Affociation ausnahms- 
weile in einer Art kund, welche den ftrengen Cantonsgeift zurückdrängt. Die 
Ausfteltung des Vereines „Schweizerifcher Buchdruckereibefitzer“, ^welche 
nebrt anderweitigen Druckforten auch zahlreiche Bücher aufwies, vertrat nicht 
weniger als50Firmen aus fämmtlichen Cantonen. Eine der reichften Expofitionen 
hatten J. Rieter und Biedermann (Winterthur und Zürich). Gebrüder Kar & 
Benz i ge r gaben Proben eines reichen Gebetbücher-Verlages, deffen Obje&e 
fich theils durch prächtige Ausftattung theils durch grofse Billigkeit aus 
zeichneten. 
Was die Unterrichtsliteratur aniangt, fo rechtfertigte fie durch die Voll- 
ftändigkeit und grofsentheils auch durch die Qualität der Lehrmittel, welche zur 
Ausftellung gelangten, den weitverbreiteten Ruf, den das Schulwefen der Schweiz 
gemefst. Hervorragend waren in diefer Richtung die Ausftellungen der Cantone 
Zürich und Argau, den Haupttheil der Lehrbücher lieferten in diefen Cantonen 
die naturwiffenfchaftlichen Werke die nach einer fehr rationellen Methode zur 
Grundlage des Volksfchul-Unterrichtes gemacht werden.
	        
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